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Baumaßnahme

Gefährliche Engstelle wird entschärft

Die B15 und die Bahnunterführung im Norden Zeitlarns werden ab März 2016 erneuert. Die Vorarbeiten begannen bereits.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Zum Schutz der Singvögel begannen die Rodungsarbeiten bereits: Die Verantwortlichen (von links) Kerstin Daller, Josef Koller, Franz Kröninger und Erhard Hiebinger Fotos: Strasser
  • Unfallträchtig: die Unterführung aus dem 19. Jahrhundert

ZEITLARN.Unfallträchtig, unübersichtlich, für Radfahrer gefährlich, für Fußgänger beinahe unzumutbar – die Mängelliste der Bahnunterführung im Norden Zeitlarns könnte man so weiterführen, schon seit Jahrzehnten wird der Ruf nach einer Verbesserung laut.

„Seitdem ich im Gemeinderat bin, ist das ein Thema“, erinnert sich Franz Kröninger. Inzwischen ist er schon recht lange Bürgermeister, und immer noch steht das Bauwerk der Bahn auf der Agenda der Gemeinde. Bis jetzt, denn nun kommt endlich Bewegung in die Angelegenheit. Die Engstelle soll den heutigen Bedürfnissen im Straßenverkehr angepasst werden.

Schweres Gerät wird derzeit entlang der Bahnlinie und der B15 aufgefahren. Seit Montag dieser Woche werden zwischen Zeitlarn und dem Ortsteil Neuhof Rodungsarbeiten durchgeführt. „Die Arbeiten erfolgen im Vorgriff auf die Ausbaumaßnahme, die im Frühjahr 2016 startet“, informiert Bauoberrätin Kerstin Daller von der Stabstelle Straßenbau des Staatlichen Bauamtes Regensburg.

Rodung beachtet Vogelschutz

Die Eingriffe in die Natur wurden auch deshalb schon in diesem Jahr notwendig, da zwischen dem 1. März und 30. September aufgrund der gesetzlich geschützten Vogelbrutzeit keine Rodungsarbeiten durchgeführt werden dürfen.

Das Staatliche Bauamt ist federführend bei der Neugestaltung und Neuführung der B15. Verantwortlich für den Neubau der Eisenbahnbrücke ist hingegen die Deutsche Bahn.

Vor allem an der Unterführung der Bahnstrecke aus dem Jahre 1896 schieden sich die Geister: Hier gibt es keine ausreichende Beleuchtung, keinen Fußgängersteig, keinen Radweg und es geht recht eng zu. Bei einer lichten Höhe von nur 4,30 Metern ist die Unterführung für Schwerlastfahrzeuge mitunter ein unüberwindliches Hindernis. Die gewundene Linienführung der Bundesstraße mit enger „S-Kurve“ tat ihr Übriges, um den Ort zu einer Gefahrenstelle zu machen. Auch fehlende Abbiegespuren nach Laub oder nach Mühlhof/Neuhof dienten nicht unbedingt dazu, dass der Verkehr flüssig blieb.

Insgesamt vier Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden, 25 Unfälle mit Verletzten und elf Unfälle mit Sachschaden stehen auf der Statistik zwischen 1998 und 2007. „Von Verkehrsqualität kann man hier wirklich nicht mehr sprechen“, meint Daller.

Die Mängel sind schon lange bekannt, bereits 1991 gab es erste Gespräche zwischen Bahn und Bund. Aber die Verhandlungen zogen sich und sorgten im Gemeinderat von Zeitlarn für regelmäßiges und verständnisloses Kopfschütteln. „Gut Ding will Weile haben“, sagte Bürgermeister Kröninger pragmatisch.

Umso glücklicher ist er, dass nun der Baubeginn in greifbare Nähe rückt. Mitte März wird mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Konkret gemacht wird zweierlei: Zum einen wird die Brücke völlig neu gebaut. Dabei wird das Bauwerk parallel zur Bahnlinie gebaut und dann spektakulär mit Schienen an die neue Stelle geschoben und in die Strecke eingefügt.

Zum zweiten verliert die Bundesstraße ihre gefährliche S-Kurve und erhält eine neue, nur leicht geschwungene, einen Kilometer lange Trassenführung. Die Straße führt dann an dem geplanten Gewerbegebiet vorbei und wird begleitet durch einen Radweg.

Info-Abend im Februar

Eine Bedarfs-Ampelanlage wird im Bereich der Mehrweckhalle installiert. „Damit wir die Verkehrsbelastung so gering wie nur möglich halten, haben wir insgesamt sieben Bauabschnitte vorgesehen, die sehr sensibel abgehandelt werden“, erklärt Daller. Sie hat sich mit Bauleiter Josef Koller in einer eineinhalbjährigen Vorlaufzeit viele Gedanken zum Ablauf der Baumaßnahmen gemacht. Diese Ergebnisse werden die Verantwortlichen zusammen mit Baudirektor Alexander Bonfig den Bürgern aus Zeitlarn und Regenstauf bei einer Informationsveranstaltung am 17. Februar 2016 um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle von Zeitlarn weitergeben.

Sie werden im Detail darüber informieren, was in den nächsten drei Jahren alles geschehen wird. Für 2016 sind die Basisarbeiten für den kommenden Straßen- und Brückenbau vorgesehen, so Daller. „Wir bereiten vor und schaffen die Voraussetzungen für die Baumaßnahme“, erklärt sie. Wenn alles planmäßig verläuft, könne man im Oktober 2017 mit der neuen Brücke rechnen. Anschließend erfolgt die Fertigstellung der B15.

Das Bauprojekt

  • Kosten:

    Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, eine erste Schätzung liegt unter zehn Millionen Euro.

  • Maßnahme:

    Neue Trassierung der B15, neue Unterführung, ein begleitender Radweg und Ampelanlage bei der Mehrzweckhalle, Beginn der Maßnahmen voraussichtlich Mitte März 2016, Kostenschätzungen gehen von etwa acht Millionen Euro aus. Die ersten Arbeiten werden den fließenden Verkehr nur wenig tangieren und bereiten den Brückenschlag und den Neubau der B15 auf 1,18 Kilometer Länge vor.

  • Brücke:

    Die aus dem Jahr 1896 stammende Bahnbrücke wird in unmittelbarer Nähe zum alten Standort komplett neu gebaut und auf Schienen an ihren neuen Standort verschoben.

  • Verkehrsprognosen:

    Im vorliegenden Abschnitt der B15 zwischen Zeitlarn und Regenstauf geht man bis 2025 von etwa 13 700 Fahrzeugen aus, bei einem Schwerverkehrsanteil von 800 Fahrzeugen. Aufgrund der Verbindungsfunktion wird mit einem weiter ansteigenden Verkehrsaufkommen gerechnet.

  • Information:

    Mit einer Veranstaltung am 17. Februar 2016 werden die Bauträger Bahn und Staatliches Bauamt die Bürger der Gemeinden Zeitlarn und Regenstauf über die bevorstehenden Baumaßnahmen informieren. Ort ist die Mehrzweckhalle in Zeitlarn, Beginn ist um 19 Uhr. (msr)

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