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Entwicklung

Zeitlarn will mehr Wohnraum schaffen

„Die Leute drängen nach Zeitlarn“, sagt ein Stadtplaner. Er sieht Potenzial für neue Gebiete entlang des Wenzenbaches.
Von Ralf Strasser, MZ

Wo soll die Reise hingehen? Der Gemeinderat Zeitlarn beriet über die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes für das Gemeindegebiet.
Wo soll die Reise hingehen? Der Gemeinderat Zeitlarn beriet über die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes für das Gemeindegebiet. Foto: Strasser

Zeitlarn.Wo soll die Reise hingehen? Mit dieser Zukunftsfrage beschäftigte sich der Gemeinderat. Genauer: Mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes für das Gemeindegebiet von Zeitlarn. „Es geht um Bestandserhebung“, sagte Bürgermeister Franz Kröninger.

Zuständig dafür ist der Städteplaner Bernhard Bartsch, als Lauberer ein Kenner der Gemeinde. „Wir haben uns ja bereits beim Baugebiet Mitterfeld III Gedanken gemacht, welche Wohnbauentwicklung zu erwarten ist“, sagte Kröninger: „Und die scheint nicht so gering zu sein.“ Der Entwicklungsdruck aus der Stadt Regensburg sei enorm hoch und die Niedrigzinspolitik spiele eine Rolle, sagte Bartsch. „Die Leute drängen auch nach Zeitlarn.“ Spielen auch die 118 Baulücken eine Rolle? „Die Chancen, dass wir dort etwas realisieren, ist eher gering.“ Insgesamt geht der Stadtplaner von einem Entwicklungsbedarf zwischen 30 und maximal 50 Hektar aus und hat geprüft, wo es auch Sinn macht. Die Bestandsaufnahme stellt allerdings erst den Anfang dar, wie Bartsch betonte, „als Basis für eine Klausur und im nächsten Schritt für Bürgergespräche. Das ist ein Prozess, der uns noch länger begleiten wird.“

Optionen gibt es auch in Regendorf

Wo also kann Entwicklung stattfinden? Eine schwierige Frage, denn Hochwasser- und Wasserschutzgebiete sowie ausgedehnter Wald schränken die Möglichkeiten ein. Fündig wurde man dennoch. Etwa beim Mitterfeld in der Ausdehnung nach Norden und Osten. Potenzial sieht Bartsch auch entlang des Wenzenbaches und bei einer Weiterentwicklung im Bereich Zeitlberg. Obwohl in Regendorf die Topographie die Entwicklung erschwert, gibt es dort Optionen wie im Bereich der Kapelle, ebenso in Neuhof oder Laub.

Zusammengenommen ergeben die Flächen für Wohnbebauung maximal 35 Hektar, „das würde den Bedarf knapp decken.“ Eine Gewerbeentwicklung über das geplante Gebiet an der B15 hinaus sieht Bernhard Bartsch als gering an. „Sinnvoll wäre hier eine Zusammenarbeit mit dem Markt Regenstauf.“ Gespräche laufen bereits.

Potenzial ist also vorhanden, doch Dr. Matthias Pregler (CSU) sieht zwar die Ausweisung von Flächen, befürchtet aber eine geringe Bereitschaft der Eigentümer diese auch bebauen zu lassen. Dies sei nicht das zentrale Thema eines Flächennutzungsplanes, so Bartsch. „Das ist ein fachliches Konzept über die Richtung, wohin sich die Gemeinde entwickeln möchte. Auch die Ausweisung von Naherholungsflächen oder künftige Verkehrskonzepte spielen erst später eine Rolle.

Wie geht es weiter? „Der nächste Schritt ist eine Klausurtagung, die wir zeitnah Ende Ostern ansetzen“, erklärte Bürgermeister Kröninger. Danach erfolgt die Bürgerbeteiligung. Als Zeitrahmen für den Flächennutzungsplan gab Bernhard Bartsch Mitte 2017 an.

Wasserversorgung ist machbar

Die Frage „wo stehen wir?“ wurde auch beim Gewerbegebiet „Neuhof-Mühlhof“ gestellt. „Wir stehen noch im Verfahren“, erklärte Stadtplaner Bartsch, der die Abwägungen der Fachstellen dem Gemeinderat vorstellte. Vieles sei marginal, so Bartsch, spannend werde es allerdings beim Thema Brandschutz. Hier ist die Löschversorgung im Fokus, die sicherzustellen ist. „Die Rewag sieht das als möglich an.“ Gemeinderat Thomas Klein, zugleich auch Feuerwehrchef in Laub, forderte geringere Abstände der Hydranten.

Gibt es darüber hinaus Probleme mit der Wasserschutzverordnung? Nein, sagt der Planer, es gebe zwar Einschränkungen, die aber alle erfüllt werden können. Einem Einwand wird man aber möglicherweise stattgeben: Es wurde empfohlen keinen Einzelhandel zuzulassen, um Konkurrenzsituationen zu vermeiden. Das mache Sinn, so Bartsch, „damit werden wir uns im Detail noch beschäftigen.“ Dieser Punkt wurde zurückgestellt. Mit der Abwasserableitung etwa in den Regen werde man sich ebenso später mit einer wasserrechtlichen Prüfung befassen.

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