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Politik

Gesangverein bekommt größeren Zuschuss

Als das Gasthaus „Zur Post“ schloss, verlor der Männergesangverein seine Bühne. Die Mitglieder hatten eine neue errichtet.
Von Hans Biederer, MZ

In reiner Eigenleistung planten und errichteten einige Mitglieder des Männergesangvereins die neue Bühne.
In reiner Eigenleistung planten und errichteten einige Mitglieder des Männergesangvereins die neue Bühne. Foto: lbb

Pfatter.Sehr kontrovers und lange wurde bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Pfatter diskutiert: Am Ende fiel eine Entscheidung über einen Zuschussantrag des Männergesangvereins Pfatter (MGV).

In Eigenleistung planten und errichteten die Sänger im Landgasthof Fischer-Stehr eine komplett neue große Theaterbühne (unser Medienhaus berichtete). MGV-Vorsitzender Alois Eichinger hatte diesen Antrag mit der Bitte an das Gremium gestellt, vom üblichen Bezuschussungssatz von zehn Prozent abzuweichen. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die reinen Materialkosten auf etwa 5000 bis 6000 Euro. Eichinger begründete seinen Antrag damit, dass die Bühne künftig auch von anderen Vereinen genutzt werden könne.

Gasthof „Zur Post“

  • 87 Jahre:

    Nach fast 90 Jahren schloss das Traditionsgasthaus zum 31. Dezember 2015.

  • Die Wirte:

    Artur und Inge Gierstorfer sind ein Wirtsehepaar in Pfatter mit Leib und Seele.

  • Die Gründe:

    Artur Gierstorfer war schwer erkrankt. Eine Weiterführung des Restaurants sei unmöglich, sagte seine Frau.

  • 56 Jahre:

    Artur und Inge Gierstorfer führten das Wirtshaus mehr als 50 Jahre in Pfatter.

Brigitte Böhm konnte die hohen Kosten nicht nachvollziehen. Alois Bauer und Renate Biederer betonten den hohen kulturellen Wert und den Gewinn für die Gemeinde. Auch die Tradition solle erhalten bleiben. „Diese Bühne kommt nicht nur bei den Aufführungen des Männergesangvereins zum Einsatz. Auch anderen Vereinen wie etwa dem Arbeitskreis Kultur (AKK) der Gemeinde oder bei Veranstaltungen steht die Bühne zur Verfügung, argumentierten sie.

25-Prozent-Variante siegte

Beide Gemeinderäte plädierten dafür, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Mario Schaffer erklärte, dass die Bühne so gebaut wurde, dass sie zerlegt werden und auch an anderer Stelle wieder aufgebaut werden könne. Margit Althapp, der die 50 Prozent zu hoch erschienen, regte an, den Gastwirt mit in die Pflicht zu nehmen. Thomas Werner würde die Bühne komplett bezahlen, so dass sie in den Besitz der Gemeinde übergeht. Manfred Lichtl schlug einen Zuschuss von 25 Prozent vor. Markus Hörner befürwortete die Installation eines Kulturbudgets im Haushalt, aus dem dann weitere Zuschüsse fließen könnten. Bürgermeister Jürgen Koch hielt an den im Jahr 2007 festgelegten Beschluss über die Zuweisung von zehn Prozent fest. Bei den verschiedenen Abstimmungsmodellen erhielt schließlich die 25-Prozent-Variante die meisten Stimmen.

Mit der Schließung des Traditionsgasthauses „Zur Post“ der Familie Gierstorfer hatte der (MGV) mit seiner Theatergruppe nicht nur das Vereinswirtshaus, sondern auch die Bühne im großen Saal verloren.

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