MyMz
Anzeige

Donaustauf hat einen neuen Autor

Michael Rädlinger träumte schon als Kind davon, Schriftsteller zu werden. Jetzt hat er seinen ersten Roman veröffentlicht.
Von Petra Schmid

Michael Rädlinger stellte in der Bücherei Donaustauf seinen ersten Roman vor. Foto: Petra Schmid
Michael Rädlinger stellte in der Bücherei Donaustauf seinen ersten Roman vor. Foto: Petra Schmid

Donaustauf.Der junge Mann beeindruckt durch seinen wachen, sympathischen Blick. Michael Rädlinger ist erst 21 Jahre alt und hat bereits seinen ersten Roman geschrieben. „Die Geschichte der Schützlinge“ ist eine geplante Fantasyreihe und der erste Band, den der Autor in der Donaustaufer Bücherei nun vorstellte, trägt den Titel „Der erste Wächter“.

Keine Spur von Aufregung, sondern äußerlich ruhig, hatte der junge Donaustaufer auf dem roten Sessel Platz genommen und erzählte zunächst etwas aus seinem Leben. Er sei mit seinen Geschwistern in Donaustauf aufgewachsen und arbeite nun als sogenannter Instandhalter bei Infineon in Regensburg. Und quasi nebenbei gehe er seiner Leidenschaft – dem Schreiben – nach, sagte er verschmitzt und ergänzte: Er danke allen, die dazu beigetragen hätten, dass er nun hier sitzen dürfe und sein erstes Buch vorstellen könne. Sicherlich seien nun alle neugierig, wie es dazu gekommen sei, stellte Rädlinger fest und verriet dies auch gleich.

Den Romanstoff erträumt

Begonnen hätte alles schon in seiner Kindheit, blickte der Jungautor zurück. Quasi im Schlaf, denn er habe immer wieder den gleichen Traum erlebt. Der Ablauf des Traums sei immer gleich gewesen, bis auf einen Tag, da habe ihn plötzlich eine Person im Traum gerettet, erzählte der Schriftsteller weiter. „Ich habe diese Frau so genau gesehen, wie ich jetzt Sie sehe“, sagte Rädlinger an das Publikum gerichtet.

Nach diesem Traum habe er angefangen, ein Tagträumer zu werden – er habe seine eigene kleine Welt erschaffen, in die er sich zurückziehen konnte. Im Laufe der Zeit sei es ihm gelungen, die Träume zu steuern. Später habe er dann herausgefunden, dass man dies luzides Träumen nennt. Und dass man eigentlich lange dafür brauche, um sich diese Technik anzutrainieren.

„Manchmal schreibe ich den ganzen Tag, ein anderes Mal nur eine Stunde.“

Michael Rädlinger, Autor

Das, was er in seinen Träumen „erlebte“, in ein Buch zu fassen, habe ihn schon als Jugendlicher mit 14 Jahren fasziniert. Aber ungeduldig wie man als Jugendlicher nun einmal sei und mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche kämpfend, sei er damals gescheitert, blickte Rädlinger zu seinem ersten Versuch zurück.

Die Fantasiethemen, die er in seinen Träumen quasi sah, beschäftigen ihn sicherlich weiterhin, aber der Impuls, ein Buch zu schreiben, sei vor zwei Jahren ausgelöst worden. Da habe er einen Schicksalsschlag erlitten und dadurch viel Zeit zum Nachdenken bekommen, fasste der junge Autor zusammen. Welches Ereignis dies gewesen ist, verriet er allerdings nicht.

Auf alle Fälle habe er sich hingesetzt und seine alten Notizen durchgearbeitet und gelesen, erzählte er weiter. „Ich habe mich an den PC gesetzt und einfach angefangen, zwölf bis 15 Stunden später ist mir erst bewusst geworden, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist“, sagte er verschmitzt. Da habe er zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass das mit dem Buch etwas werden könne, verriet Rädlinger. Viele, viele geschriebene Seiten später, als sein Fantasieroman fertig gewesen sei, habe die nächste Herausforderung gewartet – die Suche nach einem Verlag.

Die Rädlingers – eine kreative Familie

  • Max Rädlinger:

    Der ältere Bruder des Autors ist längst weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt für sein musikalisches Talent. Der ehemalige Donaustaufer Kirchenmusiker ist seit diesem Schuljahr bei den Domspatzen tätig.

  • Kabarett:

    Mit seinem Partner „Pille“ hat Max Rädlinger schon mehrere Musikkabarett-Programme herausgebracht. Bei der Buchvorstellung gestaltete Max den musikalischen Rahmen für seinen Bruder Michael.

Bei Recherchen im Internet habe er festgestellt, dass junge Autoren bei durchschnittlich zehn bis 15 Verlagen ihre Bücher einreichen müssten, um zum Ziel zu kommen und oft gebe es gar keine Rückmeldung. Dies habe ihn zunächst entmutigt, dann sei er auf einen Verlag gestoßen, der zusichert, jedes Manuskript innerhalb von drei Wochen durchzulesen und Rückmeldung an den Jungautor zu geben. „Schnell war mir klar, das ist der richtige Verlag für mich“, erinnerte sich Rädlinger mit einem Strahlen im Gesicht. Die Zeit, bis er vom Verlag Rückantwort erhalten habe, seien die längsten drei Wochen in seinem Leben gewesen, sagte er weiter. „Da ich jetzt vor Ihnen sitze, sehen Sie, dass es geklappt hat und der Verlag von meinem Roman überzeugt war“, sagte er vor Freude strahlend. Er arbeite jetzt bereits an einem weiteren Teil der Fantasiereihe, verriet er.

Es geht um Elfen und Dämonen

Bevor Rädlinger eine Passage aus seinem Buch vorlas, gab er zunächst einen Überblick zur Handlung. In seinem Buch geht es um Elfen und Dämonen, auch die Verwandlung des Helden in einen Drachen spielt eine Rolle. Mehr wird nicht verraten, denn die Spannung soll ja erhalten bleiben.

Unter den vielen Besuchern bei der Autorenlesung war auch die Familie von Michael Rädlinger. Seine Oma Maria Rädlinger erzählte auf Nachfrage, sie habe Michaels Buch schon fast ausgelesen. Freilich sei der Fantasieroman nicht unbedingt ihr bevorzugter Lesestoff, aber sie finde das Buch sehr gut gelungen und sie könne sich vorstellen, dass die jungen Leute sehr begeistert seien. Auch den Eltern von Michael war der Stolz auf ihren Sohn anzusehen. Dass er einmal ein Buch schreiben würde, hätten sie nicht gedacht. Er habe zwar schon als Jugendlicher davon geträumt, sei dann aber doch davon abgekommen. Umso mehr freuen sie sich, dass es nun mit dem Roman geklappt habe.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht