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Sport-Event

Neef-Staffel setzt sich durch

Von Hemau nach Matting: Fast 3000 Läufer haben es beim neunten Landkreislauf der Mittelbayerischen ins Ziel geschafft.
Von Gerd Winkler

Um 13.21 Uhr war es soweit: Profi-Triathlet Sebastian Neef (3. v.r.) kam mit seiner TeamZoom-Zoom Schindlbeck als Erster ins Ziel. Fotos: Tino Lex
Um 13.21 Uhr war es soweit: Profi-Triathlet Sebastian Neef (3. v.r.) kam mit seiner TeamZoom-Zoom Schindlbeck als Erster ins Ziel. Fotos: Tino Lex

Hemau.2977 Läufer haben es am Samstag beim neunten „Mittelbayerischen Landkreislauf“ ins Ziel geschafft. Gäbe es einen Landweg nach Argentinien und würde der Staffelstab der Reihe nach übergeben, würde man in Buenos Aires ankommen. Der Startschuss in Hemau, zu bewältigen waren 71,3 Kilometer, erfolgte um neun Uhr in der Früh – mit dem Ziel in Matting. Ab mittags um halb eins sorgte „der“ DJ in der Region, Tom Larusso, für peppige Musik im Zieleinlauf. Eine dreiviertel Stunde später positionierten sich die Cheerleader des SV Fortuna, ehe Armin Wolf mit dem Mikrofon in der Hand bei idealem Laufwetter, einem Sonnen-Wolken-Mix, für launische Stimmung unter den erwartungsfrohen Zuschauern sorgte.

Um 13.21 Uhr war es soweit: Die zehnköpfige Herren-Staffel „Zoom-Zoom Schindlbeck“, gut einhundert Meter vorher warteten die neun „Vorläufer“ auf ihren finalen Staffelträger Sebastian Neef, lief nach vier Stunden und einundzwanzig Minuten von der Kulisse angefeuert komplett über die Ziellinie.

Alle Bilder vom Landkreislauf finden Sie hier:

Bilder rund um den Mittelbayerische Landkreislauf

Gleißl und Co. verpassen Triple

Der 29-jährige Profi-Triathlet und deutscher Vize-Meister auf der Langdistanz, der den Landkreislauf „das fünfte oder sechste Mal mitgemacht“ hat, findet „es cool, dass die Strecke jedes Jahr ein bissl anders ist“. Heuer sei es ziemlich hügelig gewesen, „für mich war das bisher die anspruchsvollste Strecke“. Gut fünf Minuten später folgten die „Peppex Shorts Jungs“. Ausgepumpt haderte der Burglengenfelder Markus Gleißl: „Die letzten zweimal haben wir gewonnen, wir wollten eigentlich das Triple perfekt machen“. Die Strecke sei für jeden machbar gewesen, aber: „Wenn viele Höhenmeter drin sind, ist es schon schwierig zu laufen“.

Der vierfache Crosstriathlon-Weltmeister Thomas Kerner landete mit seiner Crew „Krones, einfach besser“ mit 5.01 Stunden auf Rang sechs. „Super, eine total abwechslungsreiche Strecke“, befand der 28-Jährige nach dem Verschnaufen. Der Burglengenfelder ist zwischen Hemau und Schönhofen gelaufen: „Landschaftlich ist das ein Traum“. Das Ziel sei „zwischen Platz fünf und zehn gewesen, wobei der Spaß im Vordergrund steht“.

MZ-Geflüster

Ein Lauf, der alle begeisterte

Ob auf der Strecke oder neben der Strecke – der Landkreislauf schreibt viele Geschichten. Eine Auswahl in unserem Geflüster

Die erste Frauen-Staffel waren die Tristar Mädels mit einer Laufzeit von 5:21 Stunden. Magdalena Gegenfurtner (29) meinte, dass „es sehr trailinglastig mit dem steinigen Weg, den vielen Wurzeln und dem schmalen Weg in meinem Abschnitt war“. Die Triathletin hatte mit ihren Mitstreiterinnen auf einen Platz auf dem Podest gehofft, „aber da geben oft Kleinigkeiten den Ausschlag“. Eineinviertel Stunden später kamen die „Laufprinzessinnen“ als Neunte ins Ziel. „Wir waren das erste Mal dabei“, berichtete Startläuferin Doris Reiser (47) mit einem Krönchen in den Haaren.

3000 Läufer gaben beim Landkreislauf alles. Video: Mittelbayerische Video

„Uns ist eine Punktlandung gelungen, wir haben den Fünfer-Schnitt geschafft“. Heißt: einen Kilometer in fünf Minuten. Die erste Mixed-Staffel, „Mädels und Jungs mit Herz für Julia“, traf nach 5.13 Stunden ein. Schlussläuferin Patricia Bock (24), die 2017 aus Gießen nach Regensburg gezogen ist, sagte begeistert: „Die letzte Etappe war richtig schön, es ist durch den Wald gegangen“. Es sei zwar bergauf gegangen, „aber am Ende ging es runter – da konnte man es laufenlassen“. Knapp zwei Minuten danach hatten die Bischofshof Running die gut 71 Kilometer hinter sich – und wurden von „ihrer“ Bierkönigin Karina herzlich empfangen.

Die Ergebnisse

  • Staffeln Herren:

    1. Zoom-Zoom Schindlbeck (Marco Bscheidl, Philipp Grötsch, Bastian Glockshuber, Fabian Kraft, Marc Braun, Dion Heindl, Pascal Thümmler, Marchelo Kunzelmann-Loza, Roman Deisenhofer, Sebastian Neef) 04:20:47.28; 2. Peppex Shorts Jungs (Richie Gottschalk, Markus Gleißl, Tim Cherif Ramdane, Hermann Schöberl, Bene Brem, Bruder Schöberl, Sebastian Gleißl, Tom Hanel, Michael Weber, Andriy Griny) 04:26:11.29; 3. Jungs mit Herz für Julia (Toni Graml, Benjamin Ziegaus, Marco Wellmann, Peter Kozlowski, Andreas Hecht, Johannes Hauser, Randy Reinheimer, Matthias Ewender, Richard Kirschner, Simon Baumann) 4:36:41

  • Staffeln Frauen:

    1. Tristar Mädels (Franziska Arnhofer, Alexandra Vogel, Sandra Sachs, Lorena Erl, Lena Gottwald, Anna Schneider, Tamara Colditz, Kristin Buser, Katharina Häckl, Magdalena Gegenfurtner) 5:21:32.48; 2. Armin Wolf Laufteam I (Susi Schmidt, Veda Erös, Kristina Schollerer, Barbara Plötz, Christina Rossmann, Elisabeth Plötz, Sabine Dollinger, Britta Wenske, Sonja Arrington, Lorena Erl) 5:22:38.82; 3. Triamädels mit Herz für Julia (Laura Lassel, Raphaela Etzold, Judith Andrassy, Heike Schwees, Sabrina Wiercinski, Romina Siebentritt, Johanna Wagner, Sabine Jahn, Margrit Elfers, Nicole Bretting) 5:27:31.90

  • Ultraläufer Männer:

    1. Wolfgang Theisinger (RC) 5:25:11.73; 2. Thomas Zipper (Immer Dienstags) 5:52:47.87; 3. Vinodkumar Shrinivas (AVL Software & Functions) 06:13:03.04

  • Ultraläufer Frauen:

    1. Birgit Wittl (Läuferin mit Herz) 7:15:18.18; 2. Holly Zimmermann (Armin Wolf Laufteam) 8:13:47; 3. Steffi Gesierich (Bischofshof Bierfreunde) 8:51:48.14

  • Staffeln Mixed:

    1. Mädels und Jungs mit Herz für Julia (Martin Weinfurter, Tim Rembold, Georg Fink, Vanessa Gabler, Julia Steimer, Patricia Bock, Eva Müller, Anita Weber, Hubert Beck, Theyab Sabea) 5:06:45.56; 2. Bischofshof Running (Jörg Weigert, Benedikt Eckl, Franjo Schmidt, Silke Fersch, Leopold Grimm, Kerstin Hagerer, Nicole Gundel, Sandra Weiß, Claudia Mai, Michael Kraus) 5:08:12.20; 3. Feuer in den Hufen (Felix Potschatka, Christina Hammerl, Florian Strobl, Evi Buchbinder, Ruppert Buchbinder, Franz Pfeilschifter, Lisa Wiesent, Nastassja Lang, Anna Einfach, Moritz Stahl) 5:13:07.08

  • Staffeln Jungen:

    1. Sommer-Biathlon-Team Grüne Au Peising (Maximilian Heim, Felix Riepl, Daniel Schöner, Simon Fautz, Johannes Zierl, Moritz Gesner, Daniel Gruber, Tobias Schöner, Christoph Limmer, Sebastian Schöner) 5:50:54.75; 2. Skiclub Großberg Pistenteufel (Felix Steinbügl, Johanna Hofmeister, Katharina Luxi, Jakob Luxi, Luca Weigert, Magnus Wagner, Tobias Hofbauer, Can Fay Uzuner, Paul Morgott, Maxim Velechshuk) 6:25:37.37; 3. Eilsbrunner Youngstars (Christoph Pirkenseer, Tom Kraus, Fabian Geiger, Sina Roggenhofer, Ferdinand Woge, Linus Neumüller, Kilian Neumüller, Tobias Doblinger, Thomas Hartmannsgruber, Moritz Lugauer) 6:42:39.57

  • Staffeln Mädchen:

    1. MRS St. Anna (Johanna Trickl, Julia Hauer, Julia Koch, Anna-Catharina Brunn, Lena Bogenberger, Katharina Weidner, Hannah Angerer, Lilian Parker, Mia Stadler, Paula Ferstl, Tanja Höcker, Hannah Schmid, Kristin Müllhofer, Lena Metzger) 8:15:04.07; 2. Marien-Runners (Luzia Schießl, Christina Grave, Fiona Langlotz, Hannah Brunner, Marlene Schock, Vanessa Ott, Lena Wolfseher, Maggy Heinrich, Lilli Braun, Franziska Heilmeier) 8:45:41.68

Bergab brennen die Beine

Bei den Ultraläufern hatte Wolfgang Theisinger (RC), links und rechts auf den letzten Metern seine Kinder an der Hand haltend, nach 5:25 Stunden die Nase vorne. Passend dazu ließ DJ Tom Larusso „So sehen Sieger aus“ aus den Boxen dröhnen. Im Duell mit Vinodkumar Shrinivas (AVL Software & Functions), der Dritter wurde, habe er sich „auf den ersten vier Etappen schon ernsthafte Sorgen gemacht, dass ich meinen Titel nicht verteidigen kann“. Das sei ein harter Kampf gewesen.

Wolfgang Theisinger ließ sich im Ziel feiern. Foto: Lex
Wolfgang Theisinger ließ sich im Ziel feiern. Foto: Lex

„Die letzten Etappen waren schon heftig, da waren brutale Steigungen drin“, bilanzierte der 36-jährige Ultraläufer: „Zum Schluss tut das voll weh“. Wehgetan hätte auch, als er vor dem letzten Viertel der Strecke auf der anderen Seite der Donau das ersehnte Ziel gesehen habe.

„Die letzten Etappen waren schon heftig, da waren brutale Steigungen drin.“

Wolfgang Theisinger, Sieger bei den Ultraläufern

Perplex war Ultraläuferin Birgit Wittl („Läuferin mit Herz“), dass sie nach 7:15 Stunden bei den Frauen gewonnen hat: „Das war mein erster Ultra hier“. Die 51-Jährige ist das Rennen „ganz blauäugig angegangen, ich habe vorher nicht extra trainiert“. Wobei die Triathletin an sich „jeden Tag läuft“. Ihr Urteil: „Bergab ist das gemeine, das geht total in die Oberschenkel. Das tut mehr weh, als wenn’s bergauf geht“. Wittl fügte an: „Ich hatte schon großen Respekt, denn mit einem Triathlon kann man einen ‚Ultra‘ nicht vergleichen“. Als Erster jubelte nach 5.50 Stunden die Jungen-Staffel „Sommer-Biathlon-Team Grüne Au“ ausgiebig. Beim Peisinger Schützenverein war der Jüngste 12 Jahre alt, der älteste 17. Bei den Mädchen war „MRS St. Anna“ mit 8:15 Stunden nicht zu besiegen.

Alles rund um den Landkreislauf 2018 finden Sie hier:

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