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Sport

Ultraläufer starten beim Landkreislauf

30 Extrem-Sportler sind beim MZ-Landkreislauf mit von der Partie. Sie genießen trotz der Strapazen die Strecke.
Von Ralf Strasser

Harald Herrmann ist so ein Ultraläufer, der sieben und mehr Stunden laufen kann. Foto: Herrmann
Harald Herrmann ist so ein Ultraläufer, der sieben und mehr Stunden laufen kann. Foto: Herrmann

Regenstauf.Der Countdown läuft. Nur noch etwas mehr als drei Wochen, dann hebt sich die Startflagge für die neunte Auflage des beliebten MZ-Landkreislaufs am 15. September. 280 Teams haben sich bereits für die Strecken von Hemau bis Matting angemeldet. Am Ende werden es 300 Mannschaften sein, die sich kollektiv den Sportdress überziehen, die Laufschuhe schnüren und den inneren Schweinehund auf die Couch verbannen. Zehn Etappen, 72 Kilometer, von entspannt bis anspruchsvoll.

Laufen über die gesamte Strecke

Auch 30 Ultraläufer haben sich angemeldet, heißt es aus dem Organisationsteam. Ultraläufer? Klare Definition: Ultra steht für Strecken jenseits der Marathonstrecke von 42 Kilometer. Nach oben (fast) keine Grenzen, beliebt sind die 100-Kilometer-Strecken. Beim MZ-Landkreislauf laufen die Ultraläufer alle Etappen alleine. Am Stück. Ohne Pause. Harald Herrmann ist so ein Ultraläufer. Einer, der sieben und mehr Stunden laufen kann. Auch wenn mancher Gelegenheitsjogger bei dem Gedanken Schnappatmung bekommt und schon mal prophylaktisch nach einem Sauerstoffzelt verlangt, für den Wenzenbacher ist das eher Entspannung. „Wer den Marathon schon gelaufen ist, der genießt dabei mehr die Landschaft und das Gefühl des Laufens.“ Dabei ist der Finanzbeamte keiner, der vom Ehrgeiz heraus auf Bestzeiten schielt und nur des Wettkampfsiegens dabei ist.

Alle Informationen zum MZ-Landkreislauf finden Sie hier!

„Chillen beim Laufen, das ist eher mein Ding“, lächelt Herrmann. Angefangen hat es mit ein paar Kilogramm mehr auf der Hüfte. „Ich war früher eigentlich kein Läufer und in meiner Bundeswehrzeit war der 3000-Meter-Lauf nur eine sehr lästige Pflichtübung.“ Erst einige Zeit später hat ihn der vorbeugende Gesundheitsgedanke auf die Strecken gebracht. Raus aus der Komfortzone, rein in die Wohlfühlstimmung, die sich während des Laufens einstellt. „Man macht beim Laufen sehr schnell Fortschritte. Das ist dann bald wie dahingleiten. Es macht einfach Spaß.“

Die Strecke des MZ-Landkreislauf 2018:

Ein Vergnügen, das bei Herrmann schließlich beim Marathon Station machte, aber dort nicht endete. „Ich bin vor vier Jahren mit dem Team „Mazda Schindlbeck“ zum ersten Mal beim Landkreislauf dabei gewesen. Auch Corinna Harrer lief bei uns im Team mit. Die Gespräche mit ihr haben mich schließlich inspiriert als Ultraläufer mitzumachen.“ Seitdem ist Herrmann fast schon ein Stammgast beim MZ-Lauf. Dreimal ist er am Start gewesen, dreimal ohne sportlichen Druck und einem Gefühl der Lässigkeit. „Zuletzt lag ich zwischen sieben und acht Stunden. Da ist natürlich noch Luft nach oben“, meint er mit einem entspannten Achselzucken. Zeiten sind ihm nicht so wichtig, Verbesserungen in der Leistung schon. „Aber kein Muss“, betont er. Begleitet wird der 41-jährige Finanzbeamte von einem Radfahrer. „Mein Nachbar fährt mit. Das ist fast schon Luxus. Ich habe dann mein eigenes Servicefahrzeug neben mir.“

Die Familie als Rückhalt

Sein „Personalcoach“ heißt Sabine, Ehefrau und Mentaltrainerin in Personalunion. „Sie hält mir für das Laufen den Rücken frei und motiviert mich stets aufs Neue“. Ohne verständnisvolle Partnerin keine zeitintensive Waldläufe, die man als Ultraläufer braucht, um auf hohen Niveau mitlaufen zu können. „Wobei sich das mit dem Niveau schon relativiert, wenn man mit den wirklichen Profis gelaufen ist.“ Etwa beim Lamer Ultratrail. Zwar nur 54 Kilometer, dafür aber 2 600 Höhenmeter. 700 Teilnehmer, überwiegend Leistungssportler. „Da trennt sich die Spreu vom Weizen“, schmunzelt Herrmann. „Ich habe da acht Stunden gebraucht, der Schnellste dagegen nur fünf Stunden.“

Doch solche Trails bleiben für Herrmann (noch) die Ausnahme. „Ich bin lieber regional unterwegs, etwa beim Bernhardswalder Sommerlauf, der seit einiger Zeit auch einen Trail anbietet. Und der ist auch schon sehr anspruchsvoll.“ Wie wird man Ultraläufer? „Konsequent bleiben und regelmäßig trainieren. Vier bis fünfmal in der Woche.“

Doch Training ist nicht das einzige Kriterium. „Vieles spielt sich im Kopf ab. Mental muss man dafür bereit sein.“ Doch jetzt Konzentration auf den Landkreislauf der Mittelbayerischen Zeitung. Harald Herrmann ist fit, seine beiden Kinder stehen als Fangruppe startbereit und Frau Sabine macht ihren Job als „Personaltrainer“.

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