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Landwirtschaft

Sorge um das Grundwasser

In Grub zeigt Otto Obermeier, welche Anbauweisen gut für das Grundwasser sind. Regenstauf kämpft mit hohen Schadstoffwerten.
Von Monika Bucher

Schonender Ackerbau in Wasserschutzgebieten kommt der Qualität des Grundwassers zugute. Archivfoto: lbi
Schonender Ackerbau in Wasserschutzgebieten kommt der Qualität des Grundwassers zugute. Archivfoto: lbi

Regenstauf.Um den Grundwasserschutz aufseiten der Landwirte ging es bei einer Veranstaltung in Grub. „Unser Wasser – unser Leben: Wasserschutz geht uns alle an“- lautete das Thema, das Landwirt Otto Obermeier auf seinem Betrieb vorbereitet hatte. Viele Verbraucher schimpften pauschal auf die Landwirtschaft, sagte Obermeier, wenn wieder einmal von der Belastung mit Nitrat oder Pestiziden des Trinkwassers die Rede ist. Gewässer-, Boden- und Klimaschutz sei seit Jahren ein Thema in der Gesellschaft.

Seit 2016 ist Obermeiers Hof, ein Ackerbaubetrieb mit Milchviehhaltung und weiblicher Nachzucht, ein Demonstrationsbetrieb für Grundwasserschutz in der Landwirtschaft. Neben Winterraps oder Mais baut er auch Zwischenfrüchte an. Sein Hof habe eine Nutzfläche von 70 Hektar, erklärte er, davon würden 32 Hektar im Wasserschutzgebiet liegen. Wasserschutz sei deshalb von jeher wichtig für ihn.

Zwischenfrüchte senken Nitrat

Laut Landwirtschaftsministerium sollen die Demonstrationsbetriebe mithelfen, Landwirte praxisnah zu informieren, wie Wasser zu schützen sei. Die Gewässer sollten dadurch einen besseren ökologischen Zustand erreichen, Grundwasser weniger mit Nitrat und Pestiziden belastet werden.

An der Besichtigung bei Otto Obermeier (links) beteiligten sich auch 3.Bürgermeister Schindler, MdB Aumer, Bezirksrat Gabler, Bezirksbäuerin Rita Blümel, Gertraud Obermeier und JU-Kreischef Hoheisel (v. re.) Foto: lmb
An der Besichtigung bei Otto Obermeier (links) beteiligten sich auch 3.Bürgermeister Schindler, MdB Aumer, Bezirksrat Gabler, Bezirksbäuerin Rita Blümel, Gertraud Obermeier und JU-Kreischef Hoheisel (v. re.) Foto: lmb

Zuhörer waren neben Regenstaufs 3. Bürgermeister Josef Schindler unter anderem Dr. Stefan Kremb von der Regierung der Oberpfalz und Wassermeister Peter Lotter vom Markt Regenstauf. Als Bezirksbäuerin des Bayerischen Bauernverbandes freute sich Rita Blümel, dass Landwirte bis aus Schwandorf zum Vortrag gekommen waren. Landwirtschaft sei immer ein wichtiges Thema, betonte sie, das Bewusstsein und die Wertschätzung für den Agrarbereich müsse geschärft werden.

„Wichtig ist, dass hier kontinuierlich gemeinsam gut und zielorientiert zusammengearbeitet wird.“

Landwirt Otto Obermeier

Bereits im Jahre 2000 habe er mit der Gemeinde einen Kooperationsvertrag geschlossen, erklärte Obermeier. In Regenstauf gebe es eine Schutzgebietsfläche von insgesamt rund 1000 Hektar. Der Landwirt veranschaulichte die Wasserschutzgebietsverordnung des Markts mit den verschiedenen Zonen. Er gab Einblicke in neue Anbaustrategien und die Notwendigkeit von Begrünung und Winterkulturen. Er stellte aber auch die Veränderungen der Winter während der vergangenen 20 Jahre vor und ging auf die Vorteile von Mulchsaat für einen besseren Wasserhaushalt ein. 3.Bürgermeister Schindler zeigte sich von den Angaben zur Auswirkung von Anbau der verschiedenen Kulturen wie Getreide, Mais und Raps auf die Nitratbelastung beeindruckt.

Der Demonstrationsbetrieb

  • Auftakt:

    im Jahr 2000 schloss Obermeier einen Kooperationsvertrag mit der Marktgemeinde Regenstauf als Wasserversorger.

  • Nutzen:

    Dabei geht es um Landbewirtschaftung, die das Grundwasser schont und auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten ist.

  • Netzwerk:

    Ein bayernweites Netzwerk von Demonstrationsbetrieben dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch.

  • Besuch:

    2003 besuchte der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber den Vorzeige-Hof von Otto Obermeier in Grub.

Obermeier erläuterte auch, wie man diese Nitratbelastung mit Zwischenfrüchten senken könne. Die Kooperation zwischen den Landwirten und dem Markt Regenstauf als Wasserversorger funktioniere gut. „Wichtig ist, dass hier kontinuierlich gemeinsam gut und zielorientiert zusammengearbeitet wird, um auch für die nächsten Generationen gutes Wasser zur Verfügung stellen zu können.“

Mehr Geld für gute Werte

Der Markt Regenstauf setzt seit mehr als 20 Jahren auf Trinkwasserschutzgebiete. Heute sind gut 1000 Hektar des Gemeindegebiets (103 Quadratkilometer) Wasserschutzgebiet. Landwirten, deren Flächen in diesen Wasserschutzgebieten liegen, zahlt der Markt jährlich insgesamt 80 000 Euro an Ausgleichszahlungen dafür, dass sie die Flächen im Schutzgebiet möglichst schonend bewirtschaften. Dazu gehört auch der Anbau von Zwischenfrüchten, die Nitrat aufnehmen und es so nicht ins Trinkwasser gelangen lassen. Auf den Flächen der betroffenen Bauern werden jährlich Bodenproben bis zu 90 Zentimeter Bodentiefe genommen. Je besser die Werte eines Landwirts dabei ausfallen, umso höher ist der Anteil an Ausgleichszahlungen, den er bekommt.

Der Erfolg des Konzepts ist bisher durchwachsen: Die leistungsstarken Brunnen Diesenbach I und II sind nach wie vor stark mit Nitrat belastet. Darum wird ihr Wasser im Hochbehälter Mühlholz mit Wasser des sehr tiefen und sauberen Doggerbrunnens Unterhub so gemischt, dass im Durchschnitt eine Nitratbelastung um die 35 Milligramm pro Liter Wasser erreicht wird. Der zulässige Grenzwert liegt bei 50 Milligramm. Deutlich besser sind die Werte der Brunnen Grub1 und Grub2, in der Nähe von Obermeiers Hof. Ihr Wasser fließt in den Hochbehälter Hohenwarth. Der dort gemessene Nitratwert liegt im Bereich von 25 Milligramm pro Liter Wasser.

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