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Bilanz

Verluste beim Maschinenring in Hemau

Der trockene Sommer und ein Personalwechsel sorgten für ein Minus von 100 000 Euro. Neue Mitarbeiter sind „ein Glücksgriff“.
Von Alfons Beil

Die Trockenheit im vergangenen Sommer führte auch beim Maschinen- und Betriebshilfsring Jura zu Verlusten. Foto: Peter Förster/dpa
Die Trockenheit im vergangenen Sommer führte auch beim Maschinen- und Betriebshilfsring Jura zu Verlusten. Foto: Peter Förster/dpa

Hemau.Zwei Aspekte prägten das Jahr 2018 beim Maschinen- und Betriebshilfsring Jura wesentlich: zum einen die extreme Trockenheit mit Auswirkungen auch auf die Tätigkeit, zum anderen die personellen Veränderungen – vor allem in der Position der Geschäftsführung. Beide Sachverhalte schlugen sich auch finanziell nieder, wie den Ausführungen von Vorsitzendem Ludwig Stiegler und der seit Juli 2018 tätigen, neuen Geschäftsführerin Heidi Engelhardt bei der Mitgliederversammlung zu entnehmen war.

Vor rund 140 Besuchern im Landgasthof Ferstl-Bruckmeier erinnerte Stiegler an die Lage im Vorjahr, als sich der damalige Geschäftsführer im Krankenstand befand und dann nicht mehr auf seinen Posten zurückkehrte. Doch mit der seit Anfang März an zwei Vormittagen tätigen Svenja Wehmhöhner und der neuen Geschäftsführerin Heidi Engelhardt habe die Geschäftsstelle zwei „Glücksgriffe“ getan. „Die beiden neuen Mitarbeiterinnen haben sich mühelos in das bestehende Team integriert“, fasste Stiegler diese Änderungen zusammen.

Trockener Sommer

  • Minuserträge:

    Der Prokurist der Bayernhof Erzeugergemeinschaften Vertriebs GmbH, Christian Rückl, beleuchtete die Auswirkungen des trockenen Sommers mit Minuserträgen bei fast allen Getreidesorten und den weltweiten Bedarf bei Getreide und Ölsaaten. Die besten Vermarktungschancen habe die Braugerste.

  • Mühle:

    Rückl bestätigte die Übernahme der Ölmühle in Mühlhausen und deren Weiterbetrieb.

Vor allem die Lohnfortzahlung und Abfindung für den bisherigen Geschäftsführer inklusive juristischer Hilfe, aber auch weniger Mäharbeiten, Ernten, Grasschnitte sowie Sparmaßnahmen beim landwirtschaftlichen Versicherungsträger und auch beim Dachverband KBM (Kuratorium Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe) sowie weitere strukturelle Änderungen im überregionalen Maschinenring-Geflecht führten zu einem Verlust von rund 100000 Euro, der aus Rücklagen beglichen werden konnte. Als einen Beitrag zu mehr Effizienz haben die Vorstandschaft und das Büroteam nun ein Abrechnungsformular mit allen wichtigen Parametern entwickelt, um Übertragungsfehler zu verhindern.

Kritik an Volksbegehren

Zu den aktuellen Themen – Feinstaubbelastung durch die Landwirtschaft bzw. das Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ – nahm Stiegler deutlich Stellung. „Das aus meiner Sicht fachlich in großen Teilen falsch formulierte Volksbegehren, das wieder aus meiner Sicht hauptsächlich unsere Bauern benachteiligt und den Rest der Bevölkerung aus der Verantwortung entlässt, sollte man nicht unterschreiben.“

Den Geschäfts- und Tätigkeitsbericht teilten sich der langjährige Assistent Franz Prock und die neue Geschäftsführerin Heidi Engelhardt. Angesichts der neuen Düngeverordnung wie auch hinsichtlich des Grundwasserschutzes seien, so Prock, die beim Maschinenring angesiedelten Güllegemeinschaften Seubersdorf/Velburg und Jura sehr wichtig. Ebenso bedeutend seien Miststreuergemeinschaft und die Wiesennachsägemeinschaft, die 2018 bei 20 Einsätzen 107 Hektar Fläche nachgesät habe. Öffentlich sichtbar seien vor allem Arbeiten wie Winterdienst und die Pflege von Gärten und öffentlichen Flächen.

Konkrete Zahlen lieferte Engelhardt. Bei einer Geschäftsstellenanalyse im November sei die Entwicklung des Abrechnungsformulars angeregt worden. Inklusive der 459 Fördermitglieder hatte der Maschinen- und Betriebshilfsring Jura Ende 2018 1737 Mitglieder (plus 36 gegenüber 2017). Die Mitgliedsfläche beträgt gut 36000 Hektar, der Gesamtverrechnungswert im Jahr 2018 3,54 Millionen Euro.

Haushaltshilfe bleibt wichtig

Den größten Teil machen Futterbau sowie Körner- und Strohernte aus. Wichtige Tätigkeitsfelder seien aber nach wie vor die Betriebs- und Haushaltshilfe und die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen (Zehn Haushaltskräfte leisteten in 1667 Einsatztagen 7447 Stunden). Trotz des hohen Minus sprach die Versammlung die Entlastung aus.

Über die aktuelle Situation, konkret die Liquidation und den Verkauf der Ölmühle bei Mühlhausen, informierte Max Stadler, Geschäftsführer der Juraps GmbH. Die im Jahr 2018 greifende Doppelbesteuerung habe, so Stadler, zum Beschluss geführt, den Betrieb einzustellen. Laut Stadler werden vor allem örtliche Waldbesitzervereinigung, Bayernhof und Raiffeisenbank die Hallen und Anlagen übernehmen.

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