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Schule

Lösung für Eltern-Taxi-Problem?

Eltern bringen Kinder mit dem Auto bis direkt vor die Schule. Das führt zu Problemen in Regenstauf und im Landkreis.
Von Petra Schmid

Für die Schulen des Schulzentrums am Schlossberg hat der Markt „Elternhaltestellen“ eingerichtet.  Fotos: Petra Schmid
Für die Schulen des Schulzentrums am Schlossberg hat der Markt „Elternhaltestellen“ eingerichtet. Fotos: Petra Schmid

Regenstauf.Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zu Schule fahren und diese am liebsten direkt vor dem Eingang aus- und wieder einsteigen lassen, haben sicherlich wohl auch nur das Wohl der Sprösslinge im Blick. Allerdings verursachen sie oft gefährliche Situationen, zumindest empfindet dies ein Teil der Eltern so, die auch Kinder an der Grundschule am Schlossberg in Regenstauf haben. Bereits im letzten Schuljahr meldeten sich besorgte Mütter (die MZ berichtete), die ihre Kinder, damals Abc-Schützen, zu Fuß zum Unterricht begleiten. Sie stellten damals fest, dass die Erstklässler, die zu Fuß unterwegs sind, relativ gefährlich leben. Morgens vor Schulanfang und mittags zu Schulende parken nämlich oft abholenden Eltern oder Großeltern auf den Gehwegen rund um die Schule.

Zu schnelle Touren

Was für die eigenen Kinder ein exklusiver Hol- und Bringdienst ist, birgt eben für andere Kinder Gefahren, denn sie müssen teilweise auf die Straße ausweichen. Dort fahren wiederum Busse und Autos, die haltende Autos und Kinder umfahren müssen. Dem Empfinden der Eltern nach, die diesen Zustand beklagen, werde zudem oft viel zu schnell gefahren.

Auf diese Problematik wurde im vergangenen Jahr bei der Regenstaufer Bürgerversammlung und auch zusätzlich bei der Marktverwaltung unter anderem von Mitgliedern des Elternbeirats aufmerksam gemacht. Dem Lehrerkollegium um Schulleiterin Heidi Nickl ist die gefährliche Situation bewusst. Um hier Abhilfe zu schaffen und die Sicherheit vor allem der Grundschüler zu erhöhen, fanden Ortstermine mit den Eltern, Bürgermeister Siegfried Böhringer, Vertretern der Gemeinde, der Polizei, des Landratsamts, der Schulen und des Zweckverbands kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZVKVS) und auch RVV-Geschäftsführer Josef Weigl statt.

Die Elternhaltestellen

  • Idee:

    Der Ansatz ist, die Situation vor Schulbeginn und nach Schulschluss zu entschärfen. Man richtet deshalb die Elternhaltestellen ein. Diese liegen im direkten Umfeld der Schulen und sind so gewählt, dass ein sicherer Schulweg garantiert ist.

  • Nebeneffekt:

    Die Kinder kommen an die frische Luft und haben etwas Bewegung,bevor sie im Klassenzimmer still sitzen müssen. Außerdem wird der Zusammenhalt und der Spaß gestärkt, wenn sie den Weg gemeinsam gehen können.

  • Verhalten:

    Die Elternhaltestellen sind dafür gedacht, dass dort maximal zwei Minuten gehalten wird, damit andere Eltern diese auch nutzen können. Bei Haltestellen, die an einer Straße liegen: die Kinder auf der Gehwegseite einsteigen lassen.

  • Übung:

    Bevor die Kinder alleine von der Elternhaltestelle alleine zur Schule gehen, sei es sinnvoll, den Schulweg ein paar Mal gemeinsam mit ihnen abzugehen.

Mit vermehrten Kontrollen im Bereich der Schule reagierte der Markt als quasi Erstmaßnahme, dennoch waren alle Beteiligten bemüht weitere Lösungen zur Verbesserung zu finden. Einig ist man sich schon von Anfang, es gebe eben immer mehr Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten. Denen müsse man sagen, wo sie problemlos halten könnten. Bei dem Ortstermin hatte Alois Amann, Rektor der Mittelschule angemahnt, dass beim Bringen und Holen der Eltern mit dem Auto in den Seitenstraßen geparkt werden solle. Er gehe davon aus, dass wenn Eltern 100 Meter gehen müssten, dies wohl machbar sein müsse, meinte er damals.

Diesen Vorschlag griffen der Markt Regenstauf und der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz auf und richteten vier sogenannte Elternhaltestellen ein. Gewagte Wendemanöver, Stehen im Halteverbot und zugeparkte Gehwege sollten wohl bald der Vergangenheit angehören, hoffen der Rathauschef, die Verwaltung des Markts, Schulleiterin Heidi Nickl und die Vertreter des Zweckverbands. Mit der Einführung der „Hop on/Hop off“-Zonen setzen die Verantwortlichen auf die Vernunft der Eltern. Diese wurden bei einem Elternabend am gestrigen Dienstag über die Elternhaltestellen informiert.

Ein neues System

Ab sofort können die Eltern ihre Kinder an der Hauzensteinerstraße ab der Einmündung Auweg bis Hausnummer 42, an der Friedensstraße zwischen Hausnummer 20 und 26, am Parkplatz am Sport-Center in der Böhmerwaldstraße und am Parkplatz bei der Sportanlage an der Pestalozzistraße entspannt ein- und aussteigen lassen, wirbt Bürgermeister Böhringer für das neue System.

Mit den vier Arealen seien perfekte Elternhaltestellen im direkten Umfeld der verschiedenen Schule – denn neben der Grundschule ist auch noch das Förderzentrum dort untergebracht – gefunden worden. Durch einen kurzen Fußmarsch gehe es dann für die Schüler gefahrlos in das jeweilige Schulgebäude, erklärte Bürgermeister Böhringer und fügte an, er hoffe, dass die Eltern die gut annehmen und somit ein rücksichtsvolles Miteinander auf den Straßen fördern würden.

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