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Mit Humor ins 71. Ehejahr

Franziska und Leonhard Stark sind seit 70 Jahren verheiratet. Am Weg in die Arbeit warf er ein Auge auf das hübsche Mädchen.
Von Josef Eder

Tanja Schweiger (l.) und Barbara Wilhelm gratulieren Franziska und Leonhard Stark. Foto: Eder
Tanja Schweiger (l.) und Barbara Wilhelm gratulieren Franziska und Leonhard Stark. Foto: Eder

Pentling.Ihre Gnadenhochzeit feierten die beiden Graßlfinger Franziska (90), geb. Brantl und Leonhard Stark (91). Seit 70 Jahren teilen sie gemeinsam Freud und Leid. Am 13. November 1948 heiratete der gelernte Schreiner aus dem benachbarten Oberndorf die Graßlfinger Landwirtstochter Franziska. Getraut wurden sie in der Dorfkirche St. Nikolaus. Zum Ehejubiläum kamen Landrätin Tanja Schweiger und die erste Bürgermeisterin von Pentling, Barbara Wilhelm, für sie war es als Graßlfingerin ein Heimspiel.

Die Arbeit hält sie jung

Die beiden Jubilare sind trotz ihres hohen Alters frisch im Geist. „Naja, ein Hörgerät brauche ich schon. Aber man muss ja nicht alles hören“, meint Leonhard, den Schelm im Nacken. Was beide so jung halte, will Schweiger wissen. Die Arbeit. Manchmal gehe es jetzt langsamer. Schreinern, Hausreparaturen sowie die Gartenarbeit gingen aber immer.

Franziska und Leonhard Stark bei ihrer Hochzeit 13. November 1948 Foto: privat/Repro: Eder
Franziska und Leonhard Stark bei ihrer Hochzeit 13. November 1948 Foto: privat/Repro: Eder

Leonhard freute sich darüber, dass er im Januar Ehrenkommandant der Feuerwehr wurde. „Einundzwanzig Jahre war ich alt, als Leonhard meine Eltern Jakob und Franziska, geb. Zirngibl, fragte, ob er mich, ihre 20-jährige Tochter, heiraten darf. Damals musste der Vater zustimmen, denn ich war ja noch nicht volljährig“, erinnert sich Franziska. „Jeden Tag wenn ich vom nahen Oberndorf zum Sägewerk von Hans Bauer nach Großberg ging, musste ich am Anwesen der Brantls vorbei. Da fiel mir das junge hübsche Mädchen, das des Öfteren aus dem Fenster sah oder über den Hof ging, natürlich gleich auf“, sagte lachend Leonhard. „Die wäre was für dich“, dachte der junge Schreinergeselle. Eines Tages fasste er sich ein Herz, sprach die Siebzehnjährige an und lud sie zum Tanzen in die Abbacher Wirtschaft von Alois Blenk ein.

Drei Jahre sind sie miteinander gegangen. Zwei Jahre hat die fünfzehnjährige Franziska zuvor auf dem Gut Triftlfing als Haushaltshilfe gearbeitet. Und dann bis zur Hochzeit drei Jahre als Wurstbraterin in der historischen Regensburger Wurstkuchl. Sie brachte die Buben Rudolf und Willi zur Welt.

In Graßlfing war sie als „Tagwerkerin“, so hießen damals die landwirtschaftlichen Hilfskräfte, z. B. beim Dreschen, bei der Kartoffel-, Zuckerrüben- und Gurkenernte, tätig. Später arbeitete sie fünfzehn Jahre bei Luise Händl-maier in der Senfherstellung in der Gesandtenstraße. „Unterschreiben mussten wir, damit das Senfrezept ein Geheimnis bleibt.“ Es folgten zehn Jahre beim BRK in Bad Abbach, dem Rheuma wie es im Volksmund hieß, als Stationshilfe.

Landwirtschaft und Schreiner

Lange Jahre betrieben beide mit den Schwiegereltern die kleine Landwirtschaft mit Milchvieh am oberen Ende des Ortes. Mit dem Schwiegervater, ebenfalls ein Schreiner, stellte Leonhard die Heuleitern für die Bauernwagen her. In der dörflichen St. Nikolauskirche hat er bei Renovierungsarbeiten viel erneuert oder restauriert. Im neuen Heim der Eichenlaubschützen setze er die Türen und Fensterbänke.

Leonhard Stark führte von 1962 bis 1972 die Graßlfinger Gemeindekasse. Pentling verlieh ihm 2008 die Bürgermedaille. Seit 61 Jahren steht er als Sodale der Marianischen Männerkongregation (MMC) treu zur Muttergottes. Er ist seit 70 Jahren Mitglied der Feuerwehr, führte die Wehr acht Jahre lang als Erster und als zweiter Kommandant (1950 bis 1965). Gleichzeitig war er stellvertretender Kreisbrandmeister (1950 bis 1980). Auch um das Gerätehaus machte er sich verdient.

Das Ehepaar Stark

  • Hochzeit:

    13. November 1948 in Graßlfing

  • Familie:

    Zwei Kinder, vier Enkel und zwei Urenkel: Franziska und Lukas

  • Rezept für eine lange Ehe:

    Die Arbeit. Manchmal geht es jetzt langsamer. Schreinern, Hausreparaturen sowie die Gartenarbeit gehen immer. Beim ehrenamtlichen Engagement von Leonhard hielt ihm Franziska den Rücken frei.

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