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Engagement

Nächste Runde im Kampf gegen SüdOstLink

Die BI östlicher Landkreis Regensburg kämpft weiter. Grundstückseigentümer wollen sich gegen die Kartierung wehren.
von Resi Beiderbeck

Die BI will wie seit Monaten weiter kämpfen und den Unsinn des SüdOstLinks logisch, rechtlich und wissenschaftlich aufbereiten.  Foto: Beiderbeck
Die BI will wie seit Monaten weiter kämpfen und den Unsinn des SüdOstLinks logisch, rechtlich und wissenschaftlich aufbereiten. Foto: Beiderbeck

Brennberg.Strom wird ab Januar deutlich teurer, teilte die Rewag dieser Tage mit. Das ist noch gar nichts, sagen die Trassengegner. Richtig teuer würde Strom dann, wenn der SüdOstLink tatsächlich gebaut würde. Investitionskosten von 95 Milliarden Euro veranschlagt die Bundesnetzagentur schon jetzt – Tendenz stark steigend. „Der Verbraucher würde das über den Strompreis zahlen müssen“, sagt BI-Sprecher Franz Löffl. „Auf Kosten der Bürger bekämen die Stromkonzerne eine Mega-Leitung, um Strom handeln zu können“. Soweit soll es aber nicht kommen. „Ich kann nicht anders, als dagegen zu kämpfen“, sagt Brennbergs Bürgermeisterin Irmgard Sauerer. „Wir müssen den Unsinn dieses Vorhabens logisch, rechtlich und wissenschaftlich aufbereiten“, beschrieb sie am Mittwoch beim BI-Treffen die Strategie. 20 000 Euro hat die Biodiversitätsgemeinde bereits ausgegeben, um wertvolle Kulturlandschaft, Feld, Wald, Wiese, Bauernhöfe und Siedlungsgebiete vor der Stromtrasse zu bewahren.

Brennberg kämpft einstimmig

Das einstimmige Votum des Gemeinderates, Geld für juristischen Beistand auszugeben, verschafft Rückenwind bei dem Ziel, die 140 Tonnen schweren Baumaschinen aufzuhalten. Nicht nur aus Brennberg, auch aus Wiesent, Bernhardswald, Altenthann, Pfatter, sogar aus dem angrenzenden Niederbayern waren Bürger zum Treffen gekommen, um sich darüber zu informieren, welche Bedeutung den von Netzbetreiber Tennet angekündigten Kartierungen beizumessen ist.

Rat für Eigentümer

  • Begründung: So lange die Bundesnetzagentur keinen endgültigen Korridor festgelegt hat, sind diese Maßnahmen unangemessen. (lbi)

Die schriftliche Bewertung von Rechtsanwalt Baumann dazu ist eindeutig: Eine gesetzliche Grundlage, um die angekündigten Kartierungen und ein Betreten der privaten Grundstücke zu ermöglichen, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht festgestellt werden. „Erst wenn im Rahmen der Bundesfachplanungsentscheidung ein Trassenkorridor rechtsverbindlich festgelegt ist, sind solche Kartierungen angezeigt“, so der Anwalt.

Mit Fakten arbeiten, das ist auch das Ziel eines Gutachtens, das Professor Dr. Lorenz Jarass derzeit erarbeitet. Dessen Schwerpunkt ist der fehlende Bedarfsnachweis für die Stromtrasse. Anders als die Bundesnetzagentur sieht der Professor einen Netzausbau von 18 000 Kilometern als falschen Weg an. „Der SüdOstLink dient ganz überwiegend dem Stromexport“, so seine Expertise.

Eine bessere Lösung

Bei Dunkelflaute brauche man nämlich keine Stromtrassen, sondern Reservekraftwerke, sagt Jarass und empfiehlt zur Vermeidung von kostenintensiven Fehlinvestitionen dringend eine Neubewertung des Netzentwicklungsplanes. „Keine Stromautobahnen, sondern Gaskraftwerke zu bauen, das würde die Kosten um drei Viertel reduzieren und die Bauzeit gewaltig minimieren“, sagt auch BI-Sprecher Dr. Helmut Stadler und fordert, das total veraltete Gesetz zu ändern. Froh ist man um Mitstreiter: „Im Kampf gegen den SüdOstLink haben wir schon seit drei Jahren einen sehr kompetenten Partner und das ist der Bund Naturschutz. Wer dort Mitglied wird, unterstützt automatisch den Widerstand gegen die Stromautobahn“, sagt Bürgermeisterin Sauerer.

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