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Kultur

Neutraubling hat eine Hymne

Beim Event „Heimatblosn“ wurde erstmals der „Neutraublinger Marsch“ präsentiert. Dr. Hansbernd Kuhr hat ihn arrangiert.
Von Petra Schmid

Die Blaskapelle Viehhausen spielte zur Eröffnung auf. Foto: Schmid
Die Blaskapelle Viehhausen spielte zur Eröffnung auf. Foto: Schmid

Neutraubling.Weißblauer Himmel, strahlender Sonnenschein und den ganzen Tag über Blasmusik. Polkas, Märsche und konzertante Stücke waren vom Vormittag bis zum Abend auf den vier Bühnen in Neutraubling zu hören. Die Organisatoren, der Landkreis Regensburg und die Stadt Neutraubling, hatten gemeinsam mit den Musikern eine pfiffige Idee: An den beiden Standorten, wo musiziert wurde, gab es jeweils zwei Bühnen. So wurden am Rathausplatz und am Neutraublinger See jeweils zwei Bühnenflächen installiert und eine Blasmusikgruppe unterhielt die Gäste, während die anderen in aller Ruhe Instrumente, Notenständer und Co. aufbauen konnten.

Ein Konzert ohne Leerlauf

„Das ist eine tolle Sache, wenn so viele Musikkapellen zusammenkommen“, fand Besucherin Heidi Dörr. Foto: Schmid
„Das ist eine tolle Sache, wenn so viele Musikkapellen zusammenkommen“, fand Besucherin Heidi Dörr. Foto: Schmid

Dies sei ein absoluter Gewinn für die Besucher, es habe keinen Leerlauf gegeben, schwärmte Neutraublings Kulturbeauftragte Angelika Achter. Es freue sie, dass so viele Leute gekommen seien und das Wetter so gut mitspiele. Die Stimmung sei eine ganz besondere, es lasse sich nur schwer in Worte fassen. Die Musiker würden nicht nur eine hervorragende Unterhaltung bieten, sondern seien mit ihren Trachten auch herrlich anzusehen, sagte sie.

Wer beim Gemeinschaftskonzert am Nachmittag dabei war, erlebte eine Premiere. Erstmals wurde der „Neutraublinger Marsch“, der bisher nur als Chorstück mit Klavierbegleitung aufgeführt wurde, als Arrangement für Blaskapelle präsentiert. Dr. Hansbernd Kuhr, der seit vielen Jahren die Blaskapelle Viehhausen leitet, hat den Marsch arrangiert. Auf die Idee sei er gekommen, als er durch einen Bericht der MZ über ein Chorjubiläum in Neutraubling gestoßen sei. Hier sei erwähnt gewesen, dass es einen Neutraublinger Marsch gebe. Nach Recherchen habe er sich daran gesetzt und ergänzt mit Marschelementen den Notensatz für Blaskapelle verfasst, erzählte er begeistert. Quasi habe die MZ zur Geburtsstunde beigetragen, sagte er augenzwinkernd.

Ein stolzer Bürgermeister

„Als Nachbarbürgermeister ist es für mich eine angenehme Pflicht, bei so einer Veranstaltung dabei zu sein, auch wenn eigene Musikgruppen nicht dabei sind“, sagte Rudi Graß. Foto: Schmid
„Als Nachbarbürgermeister ist es für mich eine angenehme Pflicht, bei so einer Veranstaltung dabei zu sein, auch wenn eigene Musikgruppen nicht dabei sind“, sagte Rudi Graß. Foto: Schmid

Ein wenig stolz ist Neutraublings Bürgermeister Heinz Kiechle schon, dass die Uraufführung in Neutraubling stattfand. Der „Neutraublinger Marsch“ sei nun die „Nationalhymne“ der Stadt meinte er. Der Rathauschef eröffnete den Blasmusikevent. Er habe eine große Rede vorbereitet, aber er spare sich dies zum Gemeinschaftskonzert am Nachmittag auf, denn er wolle schließlich alle Musiker und dies seien mehr als 350 aus insgesamt 16 Gruppen, quälen, scherzte er. Seine Hauptaufgabe sei es, zu schauen, dass das Wetter passt und dies habe er hervorragend gelöst, meinte Kiechle lachend und blickte zum strahlenden Himmel. Unter den Gästen war auch der Bürgermeister der Nachbargemeinde Obertraubling. Rudi Graß, in der Krachledernen, sagte begeistert: Eine Veranstaltung, die Heimatblosn heiße, die fordere geradezu dazu auf, Nachbarschaft bei traditioneller Musik zu pflegen.

Berührende Gottesdienste

Für Franz Schober vermittelt Blasmusik ein Stück Heimat. Foto: Schmid
Für Franz Schober vermittelt Blasmusik ein Stück Heimat. Foto: Schmid

Freilich fehlten bei der Eröffnung auch nicht Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent des Landkreises, und Kreismusik-Heimatpfleger Tobias Lehner. Vizebürgermeisterin Gisela Kokotek war nicht nur von der zünftigen Atmosphäre angetan, sondern empfand die Gottesdienste, die als Auftakt in der evangelischen und katholischen Kirche stattfanden, als berührend. Kokotek verriet auch: Neutraublings katholischer Pfarrer Josef Weindl, der zuvor lange Zeit in Viehhausen tätig war, habe gesagt, lange habe er gedacht „Neutraubling sei blasmusikfreie Zone“ und nun werde er eines besseren belehrt. Sicherlich wird er besonders der Blaskapelle Viehhausen gelauscht haben, die viele Jahre unter anderem seine Gottesdienste bereichert hatte.

Das Treffen der Blaskapellen war Teil der kulturellen Veranstaltungsreihe des Landkreises Regensburg, die unter dem Titel „Kultur.Erbe“ läuft. Mehr als 50 Veranstaltungen an 31 Orten laden seit Mitte April bis Ende November dazu ein. Kulturreferent Dr. Feuerer erklärte, dass die Veranstaltung, seit ihrem Amtsantritt, ein Herzenswunsch der Landrätin gewesen sei. Tanja Schweiger habe früher ja selbst beim Musikverein Pettendorf Saxophon gespielt und sich schon immer ein großes Musikantentreffen gewünscht.

Weitere Bilder von der Veranstaltung zeigt unsere Bildergalerie:

"Heimatblosn" in Neutraubling

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