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Gesundheit

Pentlinger müssen Wasser abkochen

In Teilen des Versorgungsnetzes ist der Grenzwert für die Keimbelastung überschritten. Seit Freitag wird chloriert.
Von Josef Eder, MZ

Auch der Pentlinger Wasserturm wird geprüft. Foto: Eder
Auch der Pentlinger Wasserturm wird geprüft. Foto: Eder

Pentling.Es gibt Probleme mit der Trinkwasserversorgung in den Ortsteilen Pentling, Großberg, Hölkering, Kohlenschacht, Weichselmühle und Fohlenhof. Derzeit werden im Trinkwasser Teile der in der Trinkwasserverordnung festgelegten mikrobiologischen Parameter (coliforme Keime) überschritten. Nicht betroffen sind die Ortsteile Matting, Graßlfing, Nieder- und Hohengebraching, Neudorf, Seedorf, Poign, Nußhof, Hänghof, Unter- und Oberirading. Sie werden vom Zweckverband zur Wasserversorgung Landkreis Regensburg Süd versorgt.

Dauer der Chlorierung ist offen

„Das Trinkwasser muss bis auf Weiteres abgekocht werden. Zur Wiederherstellung der gewohnten Trinkwasserqualität werden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Regensburg verschiedene Maßnahmen durchgeführt“, sagt Pentlings Bürgermeisterin Barbara Wilhelm. Um eine Erhöhung der Messwerte auszuschließen, wird seit dem Wochenende dem Trinkwasser über eine mobile Desinfektionsanlage Chlor beigesetzt. Wie lange dies geschehen wird, ist noch offen. Die Chlorkonzentration wird sich innerhalb der in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte bewegen. „Aufgrund der Chlorungsmaßnahme wird das Trinkwasser einen eigenen, anderen Geruch als gewohnt aufweisen. Ebenso kann eine Veränderung der Trinkwasserqualität gegeben sein“, so Wilhelm.

Auch Wasserturm wird geprüft

„Wir führen engmaschig und regelmäßig Routinekontrollen an wechselnden Messpunkten durch. Unser Labor hat nur bei einigen der Proben eine erhöhte Keimzahl festgestellt. Die weiteren waren keimfrei“, erklärt Bauamtsleiter Thomas Kohlmeier. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt seien die nötigen Maßnahmen sofort in die Wege geleitet. Eine Spezialfirma habe am Freitag, wenige Stunden nach Bekanntwerden der Belastung, mit der Chlorbeigabe begonnen. Die betroffenen Bürger seien umgehend mit Handzetteln und auf der Homepage der Kommune informiert worden.

Chlor im Trinkwasser

  • Gesundheit:

    Gechlortes Trinkwasser ist bei fachgerechter Aufbereitung entsprechend der Trinkwasserverordnung nicht gesundheitsschädlich. Lediglich für Aquarien und Fischteiche oder beim Betrieb von biologischen Kleinkläranlagen kann es zu Problemen kommen.

  • Abkochen:

    Das Gesundheitsamt empfiehlt zusätzlich bis zum Erreichen der notwendigen Chlorkonzentration, das für den Verzehr genutzte Trinkwasser abzukochen. Die notwendige Chlorkonzentration wird flächendeckend vermutlich bald erreicht sein.

  • Wasserversorgung:

    Für die Ortsteile Pentling, Hölkering und Großberg. Leitungsnetz 30 Kilometer. Zentraler Punkt ist der Wasserturm.

  • Wasserturm:

    Fassungsvermögen der beiden Wassertassen 100 und 150 Kubikmeter. Turmhöhe: 29,8 Meter, Durchmesser: 11,20 Meter, Baujahr 1963.

Kohlmeier und Wilhelm betonen, dass nach ihren Informationen der Vorfall durch keine technische Störung oder aufgrund einer Baustelle im weitläufigen über 30 Kilometer umfassenden Rohrleitungsnetz verursacht worden sei. Mit Hochdruck wird derzeit nach der Ursache gesucht. Auch der Wasserturm werde einbezogen. Ausdrücklich weisen beide daraufhin, dass zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung bestanden habe.

Bis das Chlor im gesamten Netz angekommen ist, gilt, dass das Trinkwasser bis auf Weiteres abgekocht werden muss. Wie lange die gesamte Maßnahme dauere, könne nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Es könne mehrere Wochen dauern. Sobald das Trinkwasser uneingeschränkt verwendet werden kann, werden die Bürger informiert.

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