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Tradition

Pflanze mit „rassigem“ Nachgeschmack

Vor einigen Jahren rettete der Landwirt Karl Ebner die Pfatterer Rübe vor dem Aussterben. Der Arbeitskreis Kultur veranstaltet ein „Roumessen“.
Von Antonie Biederer, MZ

  • Christoph Ebner und Isabella Binder vom Arbeitskreis Kultur und Günter Bäumel von der Gärtnerei Schaffer-Schwimmbeck bei der Aussaat der Pfatterer Rüben Foto: AKK-Roumessen
  • Karl Ebner, der Wiederentdecker der Rübe, hat das sorgsam gehütete Saatgut auf seinem abgeernteten Getreideacker ausgebraucht. Foto: Biederer

Pfatter.Karl Ebner ist es zu verdanken, dass das Wahrzeichen von Pfatter, die drei Rüben im Wappen der Gemeinde, nicht ausgestorben, sondern vielmehr zu neuem Leben erweckt worden sind. „Im Pfatterer Wappen sind ja die drei Rüben abgebildet. Die meisten denken, es wären Zuckerrüben oder ein Radi. Aber das sind die echten Pfatterer Rüben und sie stammen von den Bayerischen Rüben ab“, klärt der Landwirt auf.

Durch den speziellen Pfatterer Boden habe sich diese Art, die früher viele Bauern angebaut haben, nach dem Krieg aber vergessen wurde, herausgebildet. „Unsere Familie war die letzte, die die Pflanze angebaut hat. Irgendwann sind mir diese Rüben wieder eingefallen. Ich hab mich Gott sei Dank noch erinnert, wo meine Mutter damals den Samen verstaut hatte. Also hab’ ich vor ein paar Jahren die allerletzten paar Samen dieser kostbaren Sorte einzeln mit einem Pinsel aus den Ritzen der Schublade herausgekehrt, etwa einen Fingerhut voll. Von diesem feinen Samen sind mir dann genau drei Rüben aufgegangen“, beschreibt er die Rettungsaktion der kulinarischen, aber seltenen Art. „Sogar das Bayerische Fernsehen wurde aufmerksam und hat zweimal einen Bericht über Pfatter und die Rüben gemacht“, erzählt der Sammler und Bewahrer von Traditionen nicht ohne Stolz.

Die Rübe im Mittelpunkt

Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, beweist Sohn Christoph, der sich als Sprecher des Arbeitskreises Kultur (AKK) ebenso für den Erhalt und die Weitergabe der heimischen Tradition stark macht. Deshalb beschloss er zusammen mit seinem Team, die fast vergessene Rübe bei einer Veranstaltung im Kulturwirtshaus Pfatta Morgana am 8. November in den Mittelpunkt zu stellen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Bairisch gredt, gsunga, gspuilt und gessn“. Dieser Abend soll die beinahe ausgestorbene „Pfadara Roum“ auf vielerlei Art und Weise wieder bekannt machen.

Gemäß dem Leitspruch „Wer ernten will, muss säen“ trafen sich Christoph Ebner und Isabella Binder vom AKK kürzlich zum Rübensäen. Günter Bäumel von der Gärtnerei Schaffer-Schwimmbeck stellte auf seinem Gartenareal ein sauber gefrästes Beet für die „Pfadara Roum“ und die Wasserrübe zur Verfügung. Er wird auch für die Bewässerung und Unkrautbekämpfung sorgen, sodass bei geeigneter Witterung einer guten Ernte im Herbst nichts mehr entgegen steht.

Das Rübengemüse wird, um es für den verwöhnten Gaumen der heutigen Generation schmackhaft zu machen, aus den beiden genannten Sorten zubereitet. Denn die Pfadara Roum alleine hat einen zu „rassigen“ Nachgeschmack, um für sich allein zu bestehen. Bereits 2006 und 2007 erwies sich das Pfatterer „Roumessen“ als Besuchermagnet.

Sprüche und musikalisches Kabarett

Aber nicht nur Rübengemüse, natürlich begleitet von Schweinebraten und Knödel, steht auf dem Programm, auch die Unterhaltung soll an dem Abend nicht zu kurz kommen. Die jungen Musiker „Mia san de Andern“ aus Rettenbach spielen zünftig auf, der bekannte „Sprücheklopfer“ Josef Fendl nimmt in bewährter Art die Unzulänglichkeiten des Alltags aufs Korn, ein musikalisches Kabarett bietet Sigi Weinberger und eine weitere Überraschung ist geplant.

Die Veranstaltung findet am 8. November um 20 Uhr im Saal des Kulturgasthauses „Pfatta Morgana“ statt, der Eintritt beträgt fünf Euro.

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