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Hochwasserschutz

Flutpolder-Aus: Geld neu investieren

Der CSU-Kreisverband Regensburg-Land will freigewordene Mittel für den Ausbau des Hochwasserschutzes in der Region verwenden.

Das bayerische Umweltministerium müsse zügig ein alternatives Hochwasserschutzkonzept erarbeiten, fordern die CSU-Politiker. Foto: Jens Wolf/dpa
Das bayerische Umweltministerium müsse zügig ein alternatives Hochwasserschutzkonzept erarbeiten, fordern die CSU-Politiker. Foto: Jens Wolf/dpa

Regensburg.Der CSU-Kreisverband Regensburg-Land fordert laut einer Pressemitteilung, dass die durch den Wegfall der Flutpolder freigewordenen Mittel zum Ausbau des Hochwasserschutzes in den betroffenen Regionen verwendet werden. „Wir freuen uns, dass die Planungen für die Flutpolder in Wörthhof und Eltheim gestoppt wurden und unser jahrelanger gemeinsamer Einsatz zusammen mit der IG Flutpolder und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden erfolgreich war“, betont die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer.

Die Landkreis-CSU fordert in ihrer Kreisvorstandssitzung, dass die dafür eingeplanten finanziellen Mittel in den dringend notwendigen Ausbau der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Donau gehen. Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Peter Aumer stellt klar: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die durch die Entscheidung freigewordenen Mittel für einen schnellen Ausbau des Hochwasserschutzes bereitgestellt werden.“

Hochwasserschutz

Polder-Aus: Es bleiben Zweifel

Die Gegner jubeln. Einige halten eine Wiederbelebung der Planungen in Regensburg aber nicht für völlig ausgeschlossen.

Der Bürgermeister von Barbing und stellvertretende Vorsitzende der IG Polder Hans Thiel fordert: „Mit dem Donauausbau im niederbayerischen Raum muss ein Flut-/Fließpolder in unmittelbarer Nähe der zu schützenden Städte errichtet werden. Diese Maßnahme muss dringend umgesetzt werden.“ Thiel sieht dies als einen weiteren wichtigen Schritt zu einem wirkungsvollen Hochwasserschutz an der Donau. „Das bayerische Umweltministerium muss zügig ein alternatives Hochwasserschutzkonzept erarbeiten“, fordert der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Bürgermeister Christian Kiendl.

„Auch die Problematik der hohen Grundwasserstände darf durch die gestoppten Polder nicht in Vergessenheit geraten.“

Elisabeth Kerscher, Bürgermeisterin Wiesent

„Auch die Problematik der hohen Grundwasserstände darf durch die gestoppten Polder nicht in Vergessenheit geraten“, forderte die Bürgermeisterin der Gemeinde Wiesent, Elisabeth Kerscher. Sie regt an zu prüfen, ob Erkenntnisse aus dem Grundwassermodell, das für den Bau der Flutpolder erstellt wurde, weiterverwendet werden können. Daraus sollen Konzepte entwickelt werden, die besonders im Falle von Starkregenereignissen den betroffenen Anliegern Schutz bieten können.

„Mit dem Stopp der Polder haben wir ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Zufrieden können wir aber erst sein, wenn entlang der gesamten Donau bis Passau ein angemessener Hochwasserschutz erreicht wurde. Dafür werden wir uns in den kommenden Jahren auf allen politischen Ebenen einsetzen“, versicherten die Politiker gemeinsam.

Freie Wähler: 200 Millionen Euro gespart

Auch Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt (Freie Wähler) reagierte auf die Debatte um Flutpolder und dezentralen Hochwasserschutz in der Region. „Fakt ist: Wer die Polder nicht baut, spart über 200 Millionen Euro im Haushalt des Freistaats – ein echter Gewinn für den dezentralen Hochwasserschutz entlang der Donau und aller Zuläufe, den wir Freie Wähler immer in einem Atemzug mit unserer klaren, sachlichen Absage an den hiesigen Polder verbunden haben. [...] Sollte die Kreis-CSU bereit sein, auf allen politischen Ebenen dem Kurs der Freien Wähler zu folgen, begrüße ich das ausdrücklich. In der Koalition haben wir die Chance, diesen neuen Weg gemeinsam mit den zuständigen Kommunalpolitikern entlang der Donau so entschlossen wie geschlossen zu gehen.“

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