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Musik

Rädlinger dirigiert die Domspatzen

Der ehemalige Domspatz übernimmt ab dem neuen Schuljahr die Leitung des Nachwuchschors. Sein Musikkabarett geht weiter.
Von Petra Schmid

Max Rädlinger hat sich nicht nur der Kirchenmusik verschrieben, er ist mit seinem Partner „Pille“ auch als Musik-Kabarettist unterwegs. Fotos: Archiv Schmid
Max Rädlinger hat sich nicht nur der Kirchenmusik verschrieben, er ist mit seinem Partner „Pille“ auch als Musik-Kabarettist unterwegs. Fotos: Archiv Schmid

Donaustauf.Ein spitzbübisches Glitzern in den Augen, eine freche Frisur und ein offenes Lächeln zeichnen Max Rädlinger aus. Der junge Mann ist längst über die Ortsgrenzen seiner Heimatgemeinde hinaus bekannt und ein wahrer Tausendsassa, was Musik betrifft. Gesang, Klavier, Orgel und überhaupt alles, was mit Musik zu tun hat, ist die große Leidenschaft und der rote Faden in seinem Leben.

Dort, wo er seine Karriere als Sänger und Musiker im zarten Kindergartenalter startete – bei den Domspatzen – dorthin zieht es ihn nun beruflich zurück. Rädlinger übernimmt ab September den Nachwuchschor der Domspatzen. Er wird die Nachfolge von Karl-Heinz Liebl antreten. Wie er zu seiner Aufgabe kam? „Ganz einfach, ich wurde gefragt, ob ich das übernehmen möchte und jetzt freue ich mich sehr darauf“, sagt Rädlinger.

Die Wurzel, wo alles begann

Sein offizieller Arbeitsbeginn sei der Schuljahresstart, aber jetzt schon habe er vertretungsweise den Nachwuchschor von Kathrin Giehl unter seine Fittiche genommen, erzählt er. Für ihn heißt es quasi zurück zu der Wurzel, wo alles begann. Man habe ihn mit der Milchflasche „musikalisch“ großgezogen, sagt er augenzwinkernd. Er sei seinen Eltern dankbar, dass sie bereits ab dem Kindergartenalter seine Liebe zur Musik und Gesang erkannten und förderten. Nach der musikalischen Früherziehung der Domspatzen habe er vom Singen immer noch nicht genug und er habe dann das Gymnasium dort besucht.

Man möchte es kaum glauben, dass er dort im Alter von zehn Jahren schon seine große Liebe fand. Die Frau, die nun eine große Rolle in Max Rädlingers Leben spielt, braucht jedoch nicht eifersüchtig sein, denn diese Liebe ist das Klavier. Da Rädlinger wohl die eine Klaviatur jedoch nicht mehr ausreichte, lernte er zusätzlich beim Domorganisten Prof. Franz Josef Stoiber Orgel spielen. Freilich sei es einzigartig, dass er in Laufe seiner Domspatzenzeit eine umfassende Gesangsausbildung habe genießen und viel Chor- und Konzerterfahrungen habe sammeln können, schwärmt der leidenschaftliche Sänger und Musiker

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Max spielt Klavier und leitet gleichzeitig den Chor. Foto: Theresia Luft
Max spielt Klavier und leitet gleichzeitig den Chor. Foto: Theresia Luft

Rädlinger ist übrigens nicht nur Sänger, Pianist und Kirchenmusiker, sondern die Liste, was er musikalisch leistet, muss noch um einige Positionen erweitert werden: Chorleiter, Musik-Kabarettist, Komponist, Klavier-, Orgel- und Gesangslehrer, alles dies betreibt er mit Leidenschaft und Freude. Seine Komponistenlaufbahn habe er bereits früh gestartet und mit 14 Jahren kleine Instrumentalstücke geschrieben und Unterricht beim Komponisten Otmar Faulstich erhalten. Einige seiner Kompositionen sind im Sonat-Verlag erschienen.

Nach seinem Abitur begann Rädlinger mit dem Bachelorstudium Kirchenmusik an der Kirchenmusikhochschule Regensburg. Vor zwei Jahren schloss er dieses in den Fächern Gesang, Orgelliteratur, Chorleitung, Orchesterleitung und Kinderchorleitung als Jahrgangsbester ab. Seit Oktober 2016 vertieft er seine Ausbildung der Stimme und studiert zusätzlich Gesangspädagogik an der Kirchenmusikhochschule bei seiner Gesangslehrerin Dorothée Rabsch. Unter anderem besuchte er Kurse bei renommierten Dozenten und er nahm Gesangsunterricht bei Professor Berthold Schmid in Leipzig und hospitierte im Rahmen seiner Abschlussarbeit sowohl bei dem Dresdner Kreuzchor als auch bei dem Leipziger Thomanerchor und dem Windsbacher Knabenchor.

Freude auf die neue Aufgabe

Er freue sich sehr auf seine neue Aufgabe, aber er werde seine bisherige Aufgabe als Kirchenmusiker und Chorleiter in seiner Heimatpfarrei vermissen, betonte Rädlinger. Alles lasse sich leider nicht unter einen Hut bringen, bedauert er. Neben dem Kirchenchor rief er 2012 einen Jugendchor ins Leben und gründete 2016 noch einen Kinderchor in Donaustauf. Man könnte fast meinen, der Tag hat für Rädlinger mehr als 24 Stunden, er findet nämlich auch noch Zeit, vertretungsweise Orgel im Regensburger Dom St. Peter zu spielen und ist dort Kantor.

Max Rädlinger live erleben

  • Pfarrei:

    Am Freitag, 27. Juli, ist um 19 Uhr unter dem Motto „Das Beste aus sechs Jahren“ eine große kirchenmusikalische Andacht in der Pfarrkirche mit Kirchenchor, Jugendchor und Kinderchor.

  • Burgsommer:

    Am 29. Juli ab 18.30 Uhr findet heuer wieder die Veranstaltung „Ein Sommerabend auf der Burg Donaustauf“ statt. Dieses Jahr ist auch Max Rädlinger auf der Burgruine zu Gast.

  • Kabarett:

    Freitag, 7. September, ab 20 Uhr, laden „Max und Pille“ zum Konzert mit ihrem neuen Programm „durchBlick.“ ins Restaurant „Die Kupferpfanne“ ein - bei schönem Wetter Open Air.

Für Ausgleich sorgt wohl sein nächstes „Steckenpferd“, denn neben der ernsten, klassischen Musik schlage sein Herz für Jazz und Klavierkabarett, versichert er. Zusammen mit seinem Kabarett-Bühnenkollegen „Pille“ Artmann, ebenfalls ein ehemaliger Domspatz, ist das Duo „Max und Pille“ seit Februar 2013 mit seinen Musikkabarettprogrammen quer durch ganz Deutschland unterwegs und erfreut sich immer größerer Bekanntheit und Beliebtheit. Die jungen Musik-Kabarettisten produzierten bereits zwei CDs von ihren Programmen.

Als Sänger ist Max Rädlinger sehr erfolgreich. Im Februar dieses Jahres wurde er ebenso wie Klara Rücker beim Chorleitungswettbewerb „Spitzenklänge“ in Rottenburg am Neckar mit einem zweiten Preis ausgezeichnet. Ein erster Preis wurde in dem Wettbewerb nicht vergeben.

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