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Hilfe

Retter stellen ihren Wunschzettel auf

Die Ausrüstung der Feuerwehr ist das A und O. Ein Bedarfsplan für Regenstauf soll bis 2024 für Sicherheit sorgen.
Von Sabine Norgall

Auf die schnelle Hilfe der Feuerwehr hofft im Ernstfall jeder. Die Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplanes soll helfen, dass die Helfer im Ernstfall dafür die notwendige Ausstattung haben. Foto: Lukas Rausch/dpa
Auf die schnelle Hilfe der Feuerwehr hofft im Ernstfall jeder. Die Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplanes soll helfen, dass die Helfer im Ernstfall dafür die notwendige Ausstattung haben. Foto: Lukas Rausch/dpa

Regenstauf.Bei Feuer oder Gefahr die Nummer 112 wählen. Das lernen viele Kinder schon im Kindergarten. Wer einen Notruf absetzt, verlässt sich darauf, dass er schnelle Hilfe bekommt. Laut bayerischem Feuerwehrgesetz sollen höchstens zehn Minuten vergehen, bis die Helfer den Einsatzort erreichen. Die notwendige Ausrüstung dafür muss die Gemeinde, in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, bereitstellen.

Um dafür Planungssicherheit zu haben, verabschiedete der Regenstaufer Marktrat erstmals einen Feuerwehrbedarfsplan, der bis 2024 gilt. Dabei wird der Ist-Zustand festgestellt und für die Zukunft vorausgeplant. Bereits im Juli hatte Christiane Zaus, zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus, einen ersten Entwurf des Bedarfsplans vorgestellt. Im September folgte ein Workshop, an dem die Kommandanten aller 13 Ortsfeuerwehren, Kreisbrandinspektor Thomas Diez, Vertreter der Verwaltung und der Fraktionen im Rathaus sowie das Ingenieurbüro für Brandschutz und Gefahrenabwehr (IBG), das den Feuerwehrbedarfsplan erstellte, teilnahmen.

„Die Wünsche sind alle realistisch. Da ist nichts Unvernünftiges dabei.“

Kreisbrandinspektor Thomas Diez

Umgangssprachlich gilt der Feuerwehrbedarfsplan schon mal als „Wünsch dir was der Feuerwehren“. Kreisbrandinspektor Diez sieht das für Regenstauf so: „Die Wünsche sind alle realistisch. Da ist nichts Unvernünftiges dabei.“ Diez geht davon aus, dass alle Ortsfeuerwehren mit der verabschiedeten Fassung zufrieden sind.

Hilfsfrist wird größtenteils eingehalten

Bürgermeister Siegfried Böhringer ist eine Feststellung im Bedarfsplan wichtig: „Die planmäßige Einleitung der Gefahrenabwehr innerhalb der Hilfsfrist kann von den Feuerwehren des Markts für den größten Teil des Gemeindegebiets sichergestellt werden.

Ziel des Feuerwehrbedarfsplans ist die Definition einer effektiven und wirtschaftlichen Gefahrenorganisation, die alle Feuerwehren des Markts durch eine aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit und Ausstattung gemeinsam sicherstellen.

Das neue Feuerwehrhaus ist bald einsatzbereit. Es ist als Investition im neuen Feuerwehrbedarfsplan enthalten. Foto: Sabine Norgall
Das neue Feuerwehrhaus ist bald einsatzbereit. Es ist als Investition im neuen Feuerwehrbedarfsplan enthalten. Foto: Sabine Norgall

Betrachtet wurden Feuerwehrhäuser, Fahrzeuge, die technische Ausstattung und der künftige Bedarf. Aber auch die Zahl der aktiven Feuerwehrfrauen und Männer ist entscheidend. So unterschreitet etwa die Feuerwehr Regenstauf mit 50 Aktiven die Zahl der geforderten Einsatzkräfte um vier.

338 aktive Helfer

  • Feuerwehren:

    In der Großgemeinde Regenstauf gibt es 13 Feuerwehren. Die Notwendigkeit jedes einzelnen Standortes wurde im aktuellen Feuerwehrbedarfsplan bestätigt.

  • Aktive:

    338 Personen engagieren sich ehrenamtlich und rücken zu den Einsätzen aus.

  • Nachwuchs:

    Laut Kreisbrandmeister Martin Ühlin haben alle 13 Feuerwehren der Marktgemeinde Regenstauf eine Jugendfeuerwehr (ab 12 Jahre) gemeldet. Bei den Feuerwehren in Regenstauf, Ramspau und Heilinghausen setzt man bereits mit der Kinderfeuerwehr (ab sechs Jahre) auf die Nachwuchspflege.

Ingenieur Felix Schanzmann von IGB erläuterte den Markträten, dass die Feuerwehr Regenstauf mit einer durchschnittlichen Ausrückzeit von vier Minuten sowohl am Tag als in der Nacht „eine richtig gute Zeit“ erreicht. Ähnliche Werte gelten für die Feuerwehren Diesenbach und Steinsberg. Die Feuerwehr Ramspau ist nur nachts mit einer Zeit von 4.15 Minuten alarmsicher. Bei den anderen Ortsfeuerwehren wird vor allem tagsüber die Hilfsfrist überschritten, da nicht genügend Aktive vor Ort sind.

„Man fährt immer, notfalls eben mit weniger Leuten.“

Fred Wiegand

Dies wird dadurch kompensiert, dass im Notfall die Feuerwehren Regenstauf, Diesenbach oder Steinsberg mitalarmiert werden. SPD- Fraktionssprecher und selbst aktiver Feuerwehrler Fred Wiegand wies darauf hin, dass die Überschreitung der Ausrückzeit nicht bedeute, dass die jeweilige Feuerwehr nicht ausrücke: „Man fährt immer, notfalls eben mit weniger Leuten.“

Ein Plan mit viel Theorie

Generell sieht der Kreisbrandinspektor den Bedarfsplan skeptisch: „ Das ist viel Theorie. Eine Feuerwehr kann man auf dem Papier nicht planen.“ Es lasse sich zwar festlegen, wann man ein neues Feuerwehrhaus plane, oder ein neues Auto anschaffe, allerdings könne er nicht von Haus zu Haus gehen, um Bürger zu überzeugen, sich bei der Feuerwehr aktiv zu engagieren. Der jetzt verabschiedete Bedarfsplan, sagte Böhringer, dürfe keinesfalls etwas sein, dass man für die kommenden fünf Jahre in den Schrank stelle. Neben der finanziellen Ausstattung ist der Markt auch organisatorisch gefordert. Zum einen soll es ein Gutachten darüber geben, ob überall im Gemeindegebiet Löschwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Zum anderen wird es auch eine Begutachtung der mehrgeschossigen Häuser geben, bei denen der zweite Rettungsweg fraglich ist. Dabei soll geklärt werden, ob eventuell von einem Feuer eingeschlossenen Menschen mit Schiebeleitern gerettet werden können oder ob es einer Drehleiter bedarf. Zuallererst, sagt Diez, seien jedoch die Hausbesitzer für den notwendigen Feuerschutz verantwortlich.

Der Feuerwehrbedarfsplan wurde vom Marktrat mit drei Gegenstimmen von Albert Bauer und Jürgen Bleier (beide CSU) sowie von Stefan Potschaski (FDP) verabschiedet. Sie protestierten mit ihrem Stimmverhalten dagegen, dass der Feuerwehrbedarfsplan vor der Abstimmung nur den Fraktionssprechern ausgehändigt wurde. Man könne nicht über etwas abstimmen, was man nie gesehen habe, betonten sie.

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