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Schießsport

Der „Herr der Ringe“ wird 80 Jahre alt

Manfred Wimber hat den 12 000 Schützen in 160 Vereinen neue Perspektiven eröffnet. Das Leistungszentrum ist sein Lebenswerk.
Von Dietmar Krenz, MZ

Neben seiner Tätigkeit als Gauschützenmeister ist Manfred Wimber auch ein äußerst erfolgreicher Schießsportler.
Neben seiner Tätigkeit als Gauschützenmeister ist Manfred Wimber auch ein äußerst erfolgreicher Schießsportler. Fotos: Krenz

Regensburg.Der Baumeister des „Hauses der Jugend“, wie Gauschützenmeister Manfred Wimber das Schieß-Leistungszentrum Höhenhof liebevoll bezeichnet, feiert am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag. „Es gibt viel zu tun, packen wir es an“, war und ist das Motto des Schützenfunktionärs aus Leidenschaft.

Mit großem Weitblick, viel Einsatzfreude und einer großen Portion Beharrlichkeit ausgestattet, steht er seit 1993 an der Spitze der rund 12 000 Schützen des Kreisschützenverbands Oberpfalz und Donaugau. Ohne diese Eigenschaften hätten Wimber und sein Team es wohl nie geschafft, das Schützenleistungszentrum zu errichten und den Schießsport in der Region weiter nach vorne zu bringen.

Den Dank für die große Unterstützung bei Bau dokumentiert ein Bild im Leistungszentrum, auf dem all die freiwilligen Helfer festgehalten sind, die besonders viele Arbeitsstunden geleistet haben.
Den Dank für die große Unterstützung bei Bau dokumentiert ein Bild im Leistungszentrum, auf dem all die freiwilligen Helfer festgehalten sind, die besonders viele Arbeitsstunden geleistet haben.

Beispiel gefällig? Das Jahr 2016 war das erfolgreichste in der 95-jährigen Geschichte des Donaugaus. Besonders durch den Gewinn der Medaillen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bescherten die Schießsportler dem Gauverband positive Schlagzeilen und betrieben zielsicher Eigenwerbung. Viele Siege und Platzierungen bei den Europameisterschaften, beim Weltcup sowie Erfolge bei Meisterschaften zeugen von der guten Arbeit, die im Höhenhof geleistet wird.

Fast wäre er Profikicker geworden

Das moderne Leistungszentrum bildet die Grundlage für diese Erfolge. „Und ohne den Manne würde dieses Werk heute nicht stehen“, sind sich Schießsportler und Funktionäre einig. Dabei hätte alles ganz anders kommen können, wenn Manfred Wimber 1959 das Angebot aus dem Saarland angenommen hätte, und Fußball-Halbprofi geworden wäre.

Der Schreinermeister, der zehn Jahren bei der Regensburger Turnerschaft und drei Jahre als Stürmer beim SSV Jahn spielte, blieb in Regensburg, absolvierte zahlreiche Fort- und Weiterbildungskurse und verdiente sich bis zu seiner Pensionierung seine Brötchen als Fertigungsleiter der Paulin Möbelwerkstätten.

Barbara Engleder (34), Olympiasiegerin in Rio: „Es ist bravourös, was der Mane für die Schützen auf die Beine gestellt hat. Das Leistungszentrum ist eine mustergültige Anlage. Solche Männer braucht das Land.“Foto: Weiss-Fudisch/Eibner
Barbara Engleder (34), Olympiasiegerin in Rio: „Es ist bravourös, was der Mane für die Schützen auf die Beine gestellt hat. Das Leistungszentrum ist eine mustergültige Anlage. Solche Männer braucht das Land.“Foto: Weiss-Fudisch/Eibner

Zum Schießsport kam er eher zufällig. Nach einer Verletzung war plötzlich Schluss mit Fußball und Wimber spielte fortan Skat. Gar nicht so einfach, denn gezockt wurde im Vereinslokal der Schützengesellschaft „Zu den Linden 1851“. Dort durften erst ab 22 Uhr die Karten ausgeteilt werden. „Bis dahin wird geschossen“, lautete die Anordnung des damaligen Schützenmeisters. Also griff auch „der Manne“ zum Luftgewehr.

Der Erfolg stellte sich schnell ein. Eine Vielzahl von Titeln auf Vereins-, Sektions-, Gau und Bezirksebene folgten. Im Laufe seiner schießsportlichen Karriere hat er 75 Mal an den „Bayerischen“ sowie zwölfmal an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Wimbers Paradedisziplin ist der Zimmerstutzen. Im seinem Verein holte er sich ein Dutzend Mal den Titel des Schützenkönigs und engagierte sich ehrenamtlich als Funktionär, bis er 1983 sogar zum Gauschützenmeister gewählt wurde.

Olympiateilnehmer Daniel Brodmeier (29): „Mit dem Leistungszentrum ist es richtig vorwärts gegangen. Wimber hat beigetragen, dass der Schießsport einen anderen Stellenwert bekommen hat.“ Foto: Weiss-Fudisch/Eibner
Olympiateilnehmer Daniel Brodmeier (29): „Mit dem Leistungszentrum ist es richtig vorwärts gegangen. Wimber hat beigetragen, dass der Schießsport einen anderen Stellenwert bekommen hat.“ Foto: Weiss-Fudisch/Eibner

Seitdem ist er tagtäglich für seine Kinder – so nennt Manfred Wimber seine 160 Vereine – im Einsatz. „Von Ruhestand keine Spur. Sein Taschenkalender ist prall gefüllt. Denn jeden Termin trägt der Schützenfunktionär handschriftlich ein. Jedes Jahr verspricht er seiner Frau Gundeline, weniger als 340 (!) Termine wahrzunehmen. Der Jubilar wird es auch heuer wieder nicht schaffen – 343 sind es auch 2016 wieder geworden.

Sprichwörtliche Zuverlässigkeit

Manfred Wimber ist ein Mann des Ausgleichs und der Toleranz, dem besonders die Schützenjugend am Herzen liegt. Sein fundiertes Fachwissen, als Schütze, Funktionär und Handwerker, gepaart mit hundertprozentigem Einsatz und der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit, zeichnen den stets freundlichen und agilen Chef des Kreisschützenverbands aus.

Gewählt ist er noch bis zum Januar 2018. Müssen sich die Schützen dann einen Chef suchen? Wimber lacht: „Was ich noch im Kopf hätte, reicht für weitere 30 Jahre.“ Bei der heutigen Geburtstagsfeier beim Schützenwirt im Höhenhof machen 130 Gäste dem „Herrn der Ringe“ ihre Aufwartung. Auch die MZ wünscht alles Gute!

Das Zentrum des Schießsports

  • Notarvertrag:

    Langer Gespräche bedurfte es, bis Manfred Wimber am 5. Dezember 1997 den Notarvertrag über das 27 088 Quadratmeter große Areal am Höhenhof unterschrieb.

  • Arbeiten:

    Am 12. August 2001 war Grundsteinlegung. Während der zweijährigen Bauzeit leisteten die 423 Helfer und Unterstützer insgesamt mehr als 28 200 freiwillige Arbeitsstunden.

  • Eröffnung:

    Im August 2003 ging das Leistungszentrum in der Region offiziell in Betrieb. Pfarrer Franz Ferstl erteilte dem „Haus der Jugend“ den kirchlichen Segen. Fotos: Krenz/MZ-Archiv

  • Erinnerung:

    Den Dank für die große Unterstützung bei Bau dokumentiert ein Bild, auf dem all die freiwilligen Helfer festgehalten sind, die besonders viele Arbeitsstunden geleistet haben.

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