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Ausblick

Sinzing betont Zusammenhalt

Beim Neujahrsempfang unterstreicht der Bürgermeister das Potenzial der Gemeinde. Dazu zähle das Engagement der Bürger.
Von Gertraud Pilz

  • Bürgermeister Patrick Grossmann begrüßt Ehrenbürger Rupert Dorner mit Ehefrau, dessen Heimatverse und satirischen Anmerkungen die Neujahrsansprache des Bürgermeisters bereicherten. Foto: Gertraud Pilz
  • Stellv. Bürgermeister Josef Espach freute sich über die Ehrung von Bürgermeister Patrick Grsossmenn zu seinem Erfolg im Rudersport.. Foto: Gertraud Pilz

Sinzing.Zentrales Thema beim Neujahrsempfang war „Heimat – im Einklang mit der Gemeindeentwicklung“. Mit Versen und Satire auch zu den „Sinzinger Plagen“ – Autobahnlärm und Staus – verfasst von Ehrenbürger Rupert Dorner, beschrieb Bürgermeister Patrick Grossmann das „Leben in der Drei-Flüsse-Gemeinde Sinzing“. Grossmann verwies auch auf positive Entwicklungen, beispielsweise in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch den Anstieg der Bahnpendler auf das Sechsfache, was auch der Verbesserung der Taktung auf 30 Minuten zu verdanken sei.

Die „Never-Ending-Story“ Nahverkehrsbrücke bleibe deshalb heuer in der Rede außen vor, sagte Grossmann und erwähnte erfreut die bevorstehende Verwirklichung der Radwegbrücke nach Regensburg. Ein Lärmschutz im Zusammenhang mit dem Ausbau der Autobahn A3 und der Autobahnbrücke in zehn bis 15 Jahren sei jedoch das längerfristige Ziel, das unbedingt anstehe.

Einzigartige Kulturlandschaft

Im Fokus der Neujahrsansprache standen besonders die Ortsteile Viehhausen und Eilsbrunn, die die Gemeinde auch kulturell besonders lebenswert machen. Das sogenannte „Viehhausener Lied“ („Mir ham a Schloss mir ham an Turm“) und das „bayerischen Gstanzl vom „Röhrl-Bräu“ in Eilsbrunn verfasst von Rupert Dorner und musikalisch interpretiert von der Blaskapelle Viehhausen würden die Geschichte, Tradition und bayerische Lebensart in einer einzigartigen Kulturlandschaft unterstreichen, sagte der Bürgermeister. Besonders Eilsbrunn am Alpinen Steig besteche mit dem einzigartig erneuerten Ortskern von Kirche, Wirts- und Sudhaus und komplettiere die positive Visitenkarte Sinzings.

Dr. Hans-Bernd Kuhr freut sich über die Ehrung durch Bürgermeister Grossmann im Bereich Blasmusik d.h. 60 Jahre aktive Blasmusikertätigkeit  Foto: Gertraud Pilz
Dr. Hans-Bernd Kuhr freut sich über die Ehrung durch Bürgermeister Grossmann im Bereich Blasmusik d.h. 60 Jahre aktive Blasmusikertätigkeit Foto: Gertraud Pilz

Das politische Thema „Begrenzung des Flächenverbrauchs“ werde mit Rücksichtnahme auf die Landschaftssituation vor Ort bereits praktiziert, so Grossmann. Die Gemeinde Sinzing, mit ihren 44 Quadratkilometern Fläche – davon sind 50 Prozent Wald – liefere sogar Frischluft bis nach Regensburg, lautete seine Anspielung in Richtung Stadt. In Sachen Klima sei Sinzing mit E-Mobilität, Nutzung des ÖPNV, Photovoltaikanlagen etc. gut unterwegs. In Bezug auf den Stillstand in Sachen Windkraft durch die Blockade des Vereins Landschaftspflege und Artenschutz mit überschaubarem Risiko für einzelne Vogelarten, kämen ihm nicht nur rechtliche Zweifel, sondern auch Zweifel hinsichtlich der Ernsthaftigkeit in Sachen Energieumstieg, kritisierte Grossmann.

Digitalisierung als zentrale Aufgabe der Zukunft

Für die Zukunft erwähnte der Bürgermeister als zentrale Aufgaben die Digitialisierung mit einer Optimierung der Breitbandversorgung und die die Seniorenarbeit. Die gute Versorgung der auf Hilfe angewiesenen älteren Generation durch ein Seniorenheim und durch die Sozialstation sei wegen des prognostizierten starken Anstiegs des Hilfebedarfs auszubauen und bedeute eine große Herausforderung für die Gemeinde.

Hier helfe wie in den meisten anderen Bereichen auch das großartige ehrenamtliche Engagement der Sinzinger Bürger, das die Lebendigkeit der Gemeinde ausmache und das Leben in vielen gesellschaftlichen Bereichen reicher mache. Das Engagement der Bürger in mehr als 80 Arbeitskreisen und Vereinen würde dies garantieren, wie beispielsweise der Einsatz des Arbeitskreises Asyl und des Seniorenbeirates zeige.

Gemeindebücherei bereichert Kultur vor Ort

Im Förderverein Europäische Kontakte würden viele Ehrenamtliche unter Leitung von Regina Fischer Sinzing erfolgreich in die Mitte Europas rücken und erfolgreiche Aufbauarbeit sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendbereich leisten. Die Kultur vor Ort bereichere auch die neue Gemeindebücherei in der Ortsmitte unter Leitung von Monika Baderschneider, in der sich viele weitere ehrenamtliche Helfer engagieren würden. Die Großinvestition Schule, so der Bürgermeister in seiner Ansprache, sei im Hinblick auf den 2025 kommenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz berechtigt und notwendig.

Schienenverkehr ausbauen

Landrätin Tanja Schweiger sagte, Sinzing sei eine von 41 Landkreisgemeinden, die das Selbstbewusstsein für das attraktive Leben im Landkreis stärke. Aufgabe sei es weiterhin, beispielsweise durch optimale Schienenverbindungen wie in Sinzing und generell durch den Neubau von Schienennetzen für vernünftige Anbindungen an die Großstädte zu sorgen.

Landkreisübergreifend bestehe hier unter den Kommunalpolitikern große Solidarität, sagte Schweiger. Es gelte, abseits von der „Münchner Obrigkeit“ das Leben im Landkreis und in den Gemeinden selbstbewusst und bedürfnisorientiert zu gestalten. Hier sei Sinzing gut dabei.

Schweiger dankte den vielen Ehrenamtlichen vor Ort, die viel dazu beitragen würden, dass es sich im Landkreis gut leben lasse. Als ein übergeordnetes Energie- und Klimaprojekt erwähnte Schweiger die Aufgabe, den Stromverbrauch zu reduzieren. Abschließend wünschte sich Bürgermeister Grossmann – augenzwinkernd an Rupert Dorner gerichtet – für das 1100-jährige Gemeindejubiläum im nächsten Jahr einen „Sinzing Song“.

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