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Finanzen

Städtebauförderung für Beratzhausen

Nach acht Jahren will der Markt wieder in die Förderung einsteigen. Die Gelder sollen helfen, den Ort attraktiv zu gestalten.
Von Ingrid Kroboth

Der „Gottfried-Kölwel-Platz“ steht auf der Prioritätenliste zur Ortsverschönerung ganz weit oben Foto: Ingrid Kroboth
Der „Gottfried-Kölwel-Platz“ steht auf der Prioritätenliste zur Ortsverschönerung ganz weit oben Foto: Ingrid Kroboth

Beratzhausen.Die Marktgemeinde hat’s geschafft: Sie ist wieder in der Städtebauförderung – und damit auf dem besten Weg, das Ortsbild zu verschönern. Mit staatlichen Zuschüssen können Plätze und Straßenzüge umgestaltet, Gebäude saniert, Schandflecke entfernt werden.

Wie Geschäftsleiter Dieter Kurberski den Markträten in der jüngsten Sitzung erläuterte, sei der Wiedereinstieg nach acht Jahren mit der Regierung der Oberpfalz vorbesprochen worden. Jetzt müssten die nächsten Schritte überlegt werden. Die Vorlage dazu lieferte den Räten Städteplanerin Monika Seywald vom Architekturbüro Dömges und Partner aus Regensburg. Die Diplomingenieurin erinnerte das Gremium an seinen Grundsatzbeschluss vom 7. Februar des Jahres, bei dem auch schon der Umgriff des Sanierungsgebietes besprochen worden sei.

Dieter Kuberski, Geschäftsleiter der Marktverwaltung Foto: Ingrid Kroboth
Dieter Kuberski, Geschäftsleiter der Marktverwaltung Foto: Ingrid Kroboth

Demnach soll der Geltungsbereich entsprechend der Grenzen, die schon bis zum Ausstieg aus dem Förderprogramm gegolten hatten, nun noch ergänzt werden: Die Treppe zum Bahnhof soll aufgenommen werden und der Umgriff Brennofenweg. Auf Anregung von Matthias Beer (CSU) sollen auch Schlosshof, Zehentstadel-Vorplatz und der Skulpturenpark zum Fördergebiet gehören.

Fördergelder abschöpfen

Laut Seywald sei es wichtig, nun zügig die nötigen Bausteine für die Antragstellung abzuarbeiten, denn „die Regierung will Fördergelder loswerden“. Zunächst sei eine Prioritätenliste zu erstellen. Parallel dazu soll eine neue Gestaltungsfibel entstehen –die alte stammt aus dem Jahr 1997. Außerdem brauche es eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung und gestalterischen Aufwertung des Marktes.

Noch heuer, „wenn es noch zu schaffen ist“, regte Seywald eine Informations-Veranstaltung an, um so die Bevölkerung über das neu aufgelegte kommunale Förderprogramm zu unterrichten. Künftigen Bauherren solle der Weg zur Förderung aufgezeigt werden, eine „schlanke Bürgerbroschüre“ mit vielen Fotos soll es geben. An den Bürgern dürfe nicht vorbeigeplant werden, mahnte die Architektin und erinnerte an den Johann-Ehrl-Platz – „wie doof das da gelaufen ist“.

Anlass und Ziel der Städtebauförderung sei die Aufwertung der Straßenzüge im Ortszentrum, so Seywald – „weil sie in ihrem jetzigen Zustand der ‚Perle des Labertals‘ nicht mehr entsprechen“. Wichtige Aspekte seien heute auch Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit, konkret in der Bischof-Weig-Straße auch der Hochwasserschutz. Auf der Prioritätenliste ganz oben stehe der Gottfried-Kölwel-Platz.

Auch Schlosshof und der Vorplatz zum historischen Zehentstadel sollen ins Fördergebiet  Foto: Ingrid Kroboth
Auch Schlosshof und der Vorplatz zum historischen Zehentstadel sollen ins Fördergebiet Foto: Ingrid Kroboth

Zur Ideensammlung schlug Seywald den Räten eine Exkursion etwa nach Painten, Essing und Pförring vor. Danach sollte eine Bürgerversammlung stattfinden. Eine „Bürgerwerkstatt“ würde Sinn machen – und Einzelgespräche mit betroffenen Bürgern. Gemeinsam könne dann ein Leitbild entwickelt werden, Varianten, Skizzen, Materiealien und schließlich ein Kostenrahmen. Und das gesamte Förderprogramm müsse laufend mit Marktrat, Geldgebern und beteiligten Behörden abgestimmt werden.

Viele Baustellen offen

Andreas Niebler (CSU) erkundigte sich nach weiteren Fördermöglichkeiten in den Nebenflächen der Marktstraße, die ja schon mal bezuschusst worden seien. Kein Problem für Seywald – „das ist ja schon über 30 Jahre her“. Robert Achhammer (CWV) wies auf die vielen Baustellen im Markt hin, die alle wichtiger seien, als die „wunderschöne Marktstraße.“ Dieser Einschätzung wollte die Städteplanerin aber nicht zustimmen: „Ich sehe die Qualität der Marktstraße anders“. Sie riet dringend, die Ortsdurchfahrt in das Förderprogramm miteinzubeziehen, allerdings müsse sie auf der Prioritätenliste nicht an erster Stelle stehen. Wichtiger seien Bischof-Weig-Straße, Gottfried-Kölwel-Platz und Färbergasse.

Weitere Sitzungs-Themen

  • Obdachlosen-Unterkunft:

    Christian Kraus (UB) erkundigte sich nach der aktuellen Nutzung der Hausmeister-Wohnung in der Gottfried-Kölwel-Schule: „Stimmt es, dass dort Obdachlose untergebracht sind?“ Ja, das stimme, bestätigte der Geschäftsleiter der Marktverwaltung, Dieter Kuberski. Eine andere Bleibe sei derzeit im Ort nicht zu finden. Vielleicht könnten künftig leerstehende Asylwohnungen angemietet werden, stellte der Geschäftsleiter in Aussicht. Von der Hausmeister-Wohnung seien jedenfalls alle Zugänge ins Schulgebäude verschlossen.

  • Sitzverteilung:

    Das Gremium sprach sich gegen eine Reduzierung der Verbandsräte beim Zweckverband Laber-Naab aus. Für Beratzhausen würde eine Sitzverteilung, gemessen am Wasserverbrauch, den Verlust einer Stimme bedeuten – also nur noch drei statt derzeit vier.

  • Laber-Stege:

    Noch innerhalb der nächsten Wochen werden die beiden derzeit gesperrten Stege über die Schwarze Laber nahe Hammermühle und Gleislmühle repariert, versprach Kuberski. Damit sind die dann wieder passierbar.

Als Josef Weigert jun. (SPD) nach dem konkreten Zeitablauf im Verfahren fragte, machte Dieter Kuberski klar, dass er zur Bürgerbeteiligung lieber im Frühjahr 2020 einladen würde: „Da ist der Mensch bereiter, in etwas Neues zu gehen.“ Für Weigert zu spät, weil im Frühjahr der Wahlkampf laufe. Indes müsse man den Bürgern zeigen, dass etwas vorangehe. Einstimmig fassten die Markträte den Grundsatzbeschluss zur Städtebauförderung – der zeitliche Ablauf blieb offen.

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