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Betreuung

Waldkindergarten nimmt Formen an

Albert Allkofer stellt dem Verein ein Grundstück zur Verfügung. Die Einrichtung in Alteglofsheim soll in einem halben Jahr in Betrieb sein.
Von Stefan Schwarz, MZ

In der Gemeinde Alteglofsheim soll ein Waldkindergarten entstehen. Foto: MZ-Archiv/krp

Alteglofsheim.In der Gemeinde soll sich die Kindergarten-Landschaft verändern. Wie seit längerem bekannt, plant der „Waldeglofsheimer Wald- und Naturpädagogik e.V.“ mit einem Waldkindergarten ein alternatives Erziehungsangebot. Bei einem Informationsabend im Lokal „Schwamm“ wurden dazu jüngst die konkreten Ideen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zur Freude der Ersten Vorsitzenden des Vereins, Stefanie Weiß, ist nun auch die Standortfrage geklärt. Gemeinderat Albert Allkofer stellt dem Verein dazu ein Waldgrundstück zur Verfügung, wie Weiß der MZ gegenüber bestätigt. Bei schlechtem Wetter sollen die Kinder in einem Bauwagen Platz finden. Mit dessen Beschaffung sei der Verein gerade beschäftigt, erklärt Weiß.

Geplant ist eine Gruppe von rund 15 Kindern, die von pädagogischem Fachpersonal betreut wird. Für diese Stellen liegen sogar schon erste Bewerbungen vor. Entsprechend konkret sind auch schon die Zeitplanungen des Vereins. Können alle für einen Kindergarten erforderlichen Auflagen zeitnah erledigt werden, könnte der Waldkindergarten bereits im März 2015 starten, sagt Weiß der MZ, dies sei der Wunschtermin.

Lernen mit allen fünf Sinnen

Bereits heute hat sich die Dipl. Sozialpädagogin mit ihrem Team viele Gedanken gemacht, was die Kinder den ganzen Tag im Wald unternehmen. Zwischen 8 und 13.30 Uhr verbringen die Kinder normalerweise bis zu sechs Stunden täglich im Wald. Dafür gibt es feste Tagesrituale wie gemeinsamen Liederkreis oder Freispielzeiten alleine oder in Gruppen.

Auch mit den Gefahren im Wald wie Zecken, Astbruch und giftigen Pflanzen will der Umgang gelernt sein. Hier helfe es, die Kinder schon früh zu sensibilisieren. Wichtig ist Stefanie Weiß dennoch insbesondere die gezielte Naturerfahrung, die die Kinder im Wald mit allen fünf Sinnen erleben könnten: „Der Spaß an der Natur steht immer im Vordergrund“, sagt sie.

Die Gemeinde steht dahinter

Grundsätzlich stehe die Gemeinde Alteglofsheim hinter dem Projekt Waldkindergarten, erklärt Zweiter Bürgermeister Reinhard Lichtenegger der MZ. Im Gemeinderat, so sein Eindruck bisher, werde die Idee des Vereins mehrheitlich positiv aufgenommen, sagt Lichtenegger: „Warum sollen wir es blockieren, wenn Eltern die Notwendigkeit einer Erziehung in der Natur sehen?“

Gleichzeitig verweist er aber auch darauf, dass einige Fragen noch geklärt werden müssten. Dazu plant Bürgermeister Herbert Heidingsfelder, wie sein Stellvertreter erklärt, Vereinsvertreter zu einer Anhörung in den Gemeinderat einzuladen. Als Termin ist nach MZ-Informationen derzeit die November-Sitzung im Gespräch.

Eine kostengünstige Lösung

Auch über die Finanzierung soll dann noch gesprochen werden. Ein Waldkindergarten, sagt die Vereinsvorsitzende Stefanie Weiß zur Mittelbayerischen Zeitung aber bereits vorab, sei die günstigste Alternative, um Betreuungsplätze zu schaffen. Sie rechnet mit einer Anschubfinanzierung im niedrigen fünfstelligen Bereich, weitaus weniger, als für einen Neubau oder den Ausbau eines bestehenden Kindergartens nötig wäre.

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