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Brauchtum

Zwei Trachtenfeste gemeinsam gefeiert

Die Nittendorfer Burschen und Madln feiern Kirta. In diesem Jahr sind die Jubiläums-Trachtler aus Etterzhausen mit dabei.
Von Paul Neuhoff

Johann Ibler, Anton Zahn, Sepp Dollhofer, Rudolf Reicherseder und Mierzl Reicherseder (von links) beim Almauftrieb in der Gründerzeit des Volks- und Gebirgstrachtenverein D’Naabtaler. Die Veranstaltung zog fast 1000 Besucher an. Fotos: Archiv Neuhoff
Johann Ibler, Anton Zahn, Sepp Dollhofer, Rudolf Reicherseder und Mierzl Reicherseder (von links) beim Almauftrieb in der Gründerzeit des Volks- und Gebirgstrachtenverein D’Naabtaler. Die Veranstaltung zog fast 1000 Besucher an. Fotos: Archiv Neuhoff

Nittendorf.Der vier Tage dauernde Burschenkirta in Nittendorf ist seit Jahrzehnten Ende August ein festes Ereignis im Kalender des Burschenvereins und auch ein von der Bevölkerung gern besuchtes Fest. Kirtabaum aufstellen, Kirtamadln einholen, Tanz um den Baum und viel Musik im Festzelt sind die Markenzeichen der Brauchtumsveranstaltung.

Heuer kommt ein weiterer Höhepunkt dazu. Der Volks- und Gebirgstrachtenverein D’Naabtaler aus dem Nachbarort Etterzhausen begeht sein 70. Gründungsjubiläum und ist einen Abend zu Gast im Burschenzelt. Herbert Kroha, Vorsitzender der Trachtler, hat der Mittelbayerischen anlässlich des runden Geburtstags einen Blick in die Vereinschronik gewährt.

Gründung vier Jahre nach Weltkriegsende

Es ist ein interessanter Blick in die Vergangenheit. Nach dem Krieg war die Sehnsucht nach Fröhlichkeit, nach gemeinsamem Feiern groß. Dies hat auch der damalige erste Schriftführer Josef Seitz in der Niederschrift zur Gründungsversammlung am 28. August 1949 ausgedrückt. „Es haben sich Männer zusammengefunden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in den schweren Stunden zusammenzuhalten, sich gegenseitig wieder verstehen zu lernen, die Menschen durch schöne alte Lieder zu erfreuen und Hass und Falschheit auszuschalten“, so der Chronist.

Heuer ziehen die Kirtapaare mit den Trachtlern aus Etterzhausen in das Festzelt ein. Foto: Paul Neuhoff
Heuer ziehen die Kirtapaare mit den Trachtlern aus Etterzhausen in das Festzelt ein. Foto: Paul Neuhoff

Umgesetzt wurde dies in den Jahren danach etwa in Heimatabenden, in denen nach der Absicht der Gründungsväter bodenständige Musik gespielt und Jodler und Heimatlieder gesungen wurden. Ebenso sollten die alten Bräuche gepflegt und die Volkstracht bewahrt werden. Mitglied konnte werden, wer 17 Jahre alt war. Lippenstift und Nagellack waren laut Satzung verpönt. Wer innerhalb des Vereins „stänkerte“ hatte keinen Platz in der Gemeinschaft.

Initiatoren trafen 1949 Nerv der Zeit

Die Initiatoren trafen damals offensichtlich den Nerv der Zeit. Jedenfalls strömten die Besucher in Scharen zu den Veranstaltungen wie etwa zum Almauftrieb. Dabei wurden geschmückte und mit Glocken versehene Kühe aus verschiedenen Ställen des Dorfes auf die „Alm“, auf die Höhen über dem Naabtal, getrieben. Knapp 1000 Besucher begleiteten das Spektakel. Die gut besuchten Festbälle der Gemeinschaft sind inzwischen Vergangenheit. Die Zeit ist aber auch für den Trachtenverein nicht stehengeblieben. Die Satzung wurde angepasst, Schminke ist kein Problem mehr und nicht zu „stänkern“ ist Ehrensache.

Stolz ist Kroha, dass aus dem Verein auch eine Blaskapelle hervorgegangen ist. Am Volkstrauertag 1958 trat die „Trachtenkapelle Etterzhausen“ das erste Mal auf. Die Musiker unter ihrem langjährigen Kapellmeister Heiner Möller begleiteten später auch die Volkstanz- und Plattler-Gruppen des Vereins.

Zusammenhalt ist wichtig

Wie Kroha betont, zählen heute der Zusammenhalt und das gemeinsame Feiern im kleineren Rahmen, wie etwa beim jährlichen Heimattag am 15. August im Vereinsheim, dem „Hoamatl“. Statt einer Plattlertruppe gibt es jetzt sogar mehrere Musikanten- und Sängergruppen, die das Vereins- und Dorfleben stark mitprägen. Wichtig ist dem Vorsitzenden auch, dass der Kontakt zu den Trachtlern der Partnergemeinde Langenwang in der Steiermark gepflegt wird. So fährt jährlich eine Abordnung aus Etterzhausen zu den Kameraden.

Der Trachtenverein begeht sein Jubiläum am Freitag ab 17 Uhr im Festzelt des Burschenvereins mit einem Festakt, der von der Gautrachtenkapelle Beratzhausen musikalisch begleitet wird. Der Abend steht unter dem Motto „Tanz-Tracht-Tradition“. Ab 20 Uhr feiern die knapp zwanzig Kirtapaare auch mit. Gäste sind willkommen.

Das Festprogramm

  • Auftakt:

    Der Trachtenverein D’Naabtaler aus Etterzhausen beginnt seine Feier zum 70-jährigen Bestehen am Freitag um 16 Uhr mit einem Gottesdienst. Nach der Messe zieht der Jubelverein mit weiteren Trachtengruppen aus Nachbarorten in das Festzelt der Kirtaburschen ein. Auch die Trachtler der Partnergemeinde Langenwang werden mit dabei sein.

  • Festkapelle:

    Die Gautrachtenkapelle Beratzhausen begleitet die Feierlichkeiten am Freitag den ganzen Abend musikalisch. Die Nittendorfer Kirtapaare feiern am Freitag mit den Trachtengruppen mit.

  • Baumaufstellen:

    Der Kirtabaum wird am Samstag ab 14 Uhr mit musikalischer Begleitung der Gruppe Bleechfeez aufgestellt.

  • Kirtatanz:

    Am Samstag ab 20 Uhr großer Kirtatanz mit der Partyband Notausstieg. Einlass ab 19 Uhr.

  • Tanz um den Baum:

    Am Sonntag 10 Uhr Messe, dann ab 11 Uhr Frühschoppen mit der Deigner Musi. Ab 15 Uhr bieten die Paare Figurentänze am Baum. Danach Festbetrieb mit der Blaskapelle Viehhausen. Am Montag endet der Burschenkirta mit dem „Kiachlbetteln“.

Für die Burschen und Madln geht es am Samstag weiter. Der Kirtabaum wird mit musikalischer Begleitung aufgestellt und am Abend mit der Partyband Notausstieg das Zelt gerockt. Am Sonntag ist nach dem musikalischen Frühschoppen der Höhepunkt der Tanz um den Baum. Knapp 20 fesch gekleidete Kirtapaare ziehen unter der Führung des ersten Kirtaburschen Andreas Hofmeister um 15 Uhr am Festplatz beim Feuerwehrhaus ein und präsentieren Figurentänze, die sie in vielen Proben einstudiert haben. Danach geht’s mit Blasmusik gemütlich weiter. Am Montag endet der Burschenkirta mit dem „Kiachlbetteln“.

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