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Kurioses

11 Risiken beim Umzug nach Regensburg

Regensburg gilt als Stadt mit hoher Lebensqualität. Trotzdem birgt sie einige Risiken und Nebenwirkungen für „Zuagroaste“.
Von Ramona Rangott, MZ

  • Sie wollen nach Regensburg ziehen oder wohnen als „Zuagroaster“ schon seit einiger Zeit hier? Dann sollten Sie unsere 11 Risiken und Nebenwirkungen der Domstadt nicht verpassen. Foto: Armin Weigel/dpa
  • Waschechte Regensburger wissen: Kein Sommer ohne einen Ausflug auf die Jahninsel. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Spätestens seit dem hitverdächtigen „Rengschbuarg“-Song wissen wir: „Rengschbuarg du bist mei Heimat. Rengschbuarg du bist mei Stod.“ Selbst Vollblut-“Preissn“ und eingefleischte Norddeutsche überkommt irgendwann das Regensburg-Fieber und entdecken die Domstadt als liebenswerte Heimat. Doch nicht nur der „Zuagroaste“ verändert seine Haltung zu Regensburg, auch Regensburg verändert den „Zuagroasten“. Über Risiken und Nebenwirkungen eines Umzugs nach Regensburg klären wir jetzt auf.

1. Sie beginnen zu „bellen“

Auch wenn die Regensburger selbst hartnäckig behaupten, eine mittelbairische Insel in der Oberpfalz zu sein – ein bellender „ö“-Laut findet sich trotzdem bei den meisten dialektsprechenden Regensburgern. Der beste Tipp, um „echte“ Regensburger zu erkennen: Wenn Sie jemandem erzählen, es gäbe Freibier und darauf ein aufgeregtes „Wou, Wou, Wou!“ ernten – dann haben Sie einen Ur-Regensburger gefunden.

2. Sie beginnen „Kommissarin Lucas“ zu schauen

Seit dem Jahr 2003 ermittelt Ulrike Kriener alias „Kommissarin Lucas“ in der Domstadt. Auch renitente Krimi-Vergweigerer schalten dann ein, um Dinge sagen zu können wie „Oh, das Haus kenne ich“ oder „Ah, da hab ich gestern auf den Bus gewartet!“. Wer der Mörder war, ist bei einer so tollen Filmkulisse wie Regensburg ja eher nebensächlich.

Regensburg ist auch Filmkulisse. Ellen Lucas (Ulrike Kriener, Mitte) ermittelt seit 2003 regelmäßig in der Domstadt. Foto: Bernd Schuller/ZDF/dpa
Regensburg ist auch Filmkulisse. Ellen Lucas (Ulrike Kriener, Mitte) ermittelt seit 2003 regelmäßig in der Domstadt. Foto: Bernd Schuller/ZDF/dpa

3. Ihre Biervorlieben beschränken sich auf regionale Sorten

Früher haben Sie auch mal mit einer Flasche Discounter-Bier Vorlieb genommen – jetzt wäre dies Ihrem empfindlichen Gaumen nicht mehr zuzumuten. Seit Sie in Regensburg wohnen, haben Sie regionale Braukunst erst so richtig schätzen gelernt und sich zu einem wahren Bier-Sommelier entwickelt: Von Bischofshof bis Eichhofener – durchgetestet wird alles, was die heimischen Sudkessel hergeben.

4. Sie beneiden Menschen, die in der Innenstadt wohnen

Eigentlich haben Sie sich über Ihre Wohnung etwas weiter abseits vom Zentrum gefreut: Bezahlbar und groß – doch jetzt könnten Sie jedem, der Ihnen erzählt, er wohne in der Innenstadt, schlicht an die Gurgel gehen. Während Sie nach dem Weggehen für 14 Euro ein Taxi bezahlen müssen, fällt der glückliche Innenstädter quasi von der Clubtüre aus direkt ins Bett.

Was Bier angeht, kommen Ihnen nur noch drei Sorten ins Haus. Sie dürfen raten, welche. Foto: Armin Weigel dpa/lby
Was Bier angeht, kommen Ihnen nur noch drei Sorten ins Haus. Sie dürfen raten, welche. Foto: Armin Weigel dpa/lby

5. Sie werden zum Hobby-Grantler

Regensburger granteln gerne, oft und über so ziemlich alles: Seien es die „lästigen“ Raucher vor dem Eingangsportal des Bahnhofs, die Mietpreise und begrenzten Parkplätze oder aber auch die „Landkinder“, die es am Wochende wagen, das stilvolle Feiern in den städtischen Diskotheken zu stören. Auch Nebel und Schlechtwetter werden gerne beklagt, sowie architektonische Vorhaben, wie das Museum der Bayerischen Geschichte.

6. Sie üben sich in mediterraner Gelassenheit

Nicht umsonst gilt Regensburg als die nördlichste Stadt Italiens. Während Sie die ersten paar Male vielleicht noch mit erhitztem Kopf im Auto sitzen, unruhig in den ersten Gang schalten und den Motor aufheulen lassen, nur um kurz danach wieder vor einer roten Ampel stehenzubleiben, hocken Sie nach ein paar Wochen im staugeplagten Regensburg entspannt wie ein Südländer am Steuer. Doch nicht nur auf der Straße gilt: Gut Ding muss Weile haben – sondern auch was Baustellen wie an der Steinernen Brücke oder dem Dom betrifft.

7. Sie werden zum Sicherheitsexperten für Fahrräder

2014 war Regensburg bayernweit Fahrradklau-Hochburg. Wenn Sie also ihr „Radl“ nicht zufällig mit abmontierten Vorder- und Hinterreifen irgendwo neben den Bahngleisen finden wollen, investieren Sie gleich zu Beginn Ihrer Zeit in Regensburg in ein gutes Fahrradschloss.

Wenn Sie in Regensburg wohnen, sollten Sie sich ein gutes Fahrradschloss besorgen. Foto: Friso Gentsch/dpa
Wenn Sie in Regensburg wohnen, sollten Sie sich ein gutes Fahrradschloss besorgen. Foto: Friso Gentsch/dpa

8. Sie kaufen in der Bahnhofs-Norma ein

Es ist Sonntag und die Eltern haben sich spontan zum Essen angekündigt? Als echter Regensburger wissen Sie es zu schätzen, dass die Bahnhofs-Norma auch sonntags von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet hat. Vor allem an Feiertagen sollten Sie die langen Kassenschlangen allerdings mit einer Portion mediterraner Gelassenheit nehmen – die konnten Sie sich ja bereits in diversen Stausituationen aneignen.

9. Sie werden zum Dult-Fanatiker

Beim Anblick einer Tracht, fühlen sich viele „Zuagroaste“ erstmal wie ins kalte Wasser geschmissen. Einige lernen die Tradition dann aber doch noch lieben – wenn auch nur als zweiten Fasching. Archiv-Foto: Eder
Beim Anblick einer Tracht, fühlen sich viele „Zuagroaste“ erstmal wie ins kalte Wasser geschmissen. Einige lernen die Tradition dann aber doch noch lieben – wenn auch nur als zweiten Fasching. Archiv-Foto: Eder

„Dult is‘!““, lautet spätestens nach ein paar Monaten in Regensburg bei vielen das Lieblingswort. Nicht nur, dass auf der Dult zünftige bayerische Musi spielt, bei der Sie früher nicht mal kurz vor der 2,5-Promille-Grenze mitgeschunkelt hätten, Sie können natürlich auch endlich ihre neue Tracht ausführen – natürlich nachdem Sie sich noch mal vergewissert haben, auf welcher Seite denn eigentlich die Dirndl-Schleife gebunden wird.

10. Sie entwickeln sich zum Feinschmecker

Regensburg gilt nicht nicht nur als Stadt mit der höchsten Kneipendichte – sie hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Von gutbürgerlich-bayerischen Gaststätten bis hin zur Pizzeria mit mediterranem Flair findet jeder Gaumen, das für sich schmackhafteste. Wer sich vom vielfältigen Angebot an Restaurants anfangs etwas erschlagen fühlt, dem ist leicht Abhilfe zu schaffen: Die Regensburger sind hilfsbereite Gourmets, die ihre Erfahrungen über die Restaurant-Kritik-Facebookseite gerne teilen.

11. Sie reden davon, sich an die Donau zu setzen

Und nein, damit meinen Sie nicht aus Naturschutzgründen einen Sitzstreik zu veranstalten. Mittlerweile sind Sie eingefleischter Regensburger und kennen natürlich alle wichtigen Hot-Spots der Stadt. Und so schwingen Sie sich auf Ihr Rad und strampeln in Richtung Jahninsel. Mit dem ersten Schluck aus Ihrer Bierflasche ereilt Sie gleichsam die Erkenntnis, ganz happy sein zu können, dass Sie nun in Regensburg wohnen.

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