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Fussball

4500 verfolgten Public Viewing bei OTH

Das Aus der DFB-Elf trübte nicht bei allen Fans die Laune. Nach Abpfiff ging die Party auf dem Regensburger Campus weiter.
Von Daniel Steffen

4500 Zuschauer kamen zum Public Viewing auf den Regensburger Campus Foto: Steffen
4500 Zuschauer kamen zum Public Viewing auf den Regensburger Campus Foto: Steffen

Regensburg.„Das Spiel ist schwer in Worte zu fassen“, sagte Krankenpfleger Christian Ratsch kurz vor Abpfiff der Partie. Wie die anderen rund 4500 Zuschauer beim Public Viewing auf dem Regensburger Campus haderte er mit der Leistung der deutschen Nationalmannschaft, die in dieser Weltmeisterschaft nichts von ihrer früheren Form erkennen ließ. Spätestens, als Südkorea in der Nachspielzeit den 2:0-Endstand markierte, stapften viele Besucher rasch davon. Sie warteten erst gar nicht auf den Abpfiff.

„Fast schon lächerlich“ sei der Auftritt der Truppe von Jögi Löw, legte Ratsch nach – und niemand schien ihm widersprechen zu wollen. Trotzdem: So viele Zuschauer hat es bei einem Public Viewing auf dem Campus noch nie gegeben. Jeder Quadratzentimeter der Wiese war am Mittwochnachmittag belegt, viele Besucher fanden sich schon eine Stunde vor Anpfiff ein. Auch auf den Wegen drumherum standen viele Hundert Zuschauer. Für die erste WM-Fete stimmte zumindest die Kulisse, wollte man meinen.

Enttäuschung über verpassten Achtelfinal-Einzug

4500 Zuschauer kamen zum Public Viewing auf den Regensburger Campus Foto: Steffen
4500 Zuschauer kamen zum Public Viewing auf den Regensburger Campus Foto: Steffen

Doch statt die Hände vor Jubel in die Höhe zu reißen, fassten sich viele Deutschland-Fans an den Kopf. Immer wieder flog das Leder am Tor vorbei – und auf der Gegenseite leiteten die Südkoreaner brandgefährliche Konter ein. Auch Mia, Studentin der Erziehungswissenschaften, ließ kein gutes Haar am Spiel der deutschen Elf: „Sie verlässt sich auf vergangene Erfolge“, urteilte sie, auf die drei jüngsten deutschen WM-Auftritte zurückblickend. Letztendlich sei es schade, dass es die Mannschaft nicht einmal bis ins Achtelfinale geschafft habe.

Gut verfolgen konnten die Zuschauer das Spiel allemal. Mit fast 50 Quadratmetern Fläche war der Bildschirm gut zweimal so groß wie ein Studenten-Apartment – und selbst aus 60 oder 70 Metern Entfernung hatte man noch eine prima Sicht. Arrangiert hatten das Public Viewing die Fachschaft Maschinenbau von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), die Unabhängigen Studentenorganisation USO sowie der Fachschaft Elektro- und Informationstechnik. Die zündende Idee war Philipp Brunnthaler von der Fachschaft Maschinenbau beim Bürgerfest 2017 gekommen.

„Es wäre doch toll, als Titelverteidiger ein Public Viewing auszutragen“, dachte er sich damals und sprach das Thema in der Fachschaft an. Klar wurde schon bald, dass so eine große Aktion nicht allein zu stemmen ist – und schnell waren die Kooperationspartner mit im Boot. An die 100 Helfer sorgten am Mittwoch für das Gelingen. Dank mehrerer Sponsoren konnte das Public Viewing kostenfrei angeboten werden. Der Zuspruch, so urteilte Brunnthaler, war enorm: „Mehr geht nicht“, sagte er angesichts der vollen Reihen weit und breit.

Lesen Sie hier einen Kommentar von MZ-Sportredakteur Felix Kronawitter zum deutschen WM-Aus:

Auf Facebook und Instagram geworben

Beim Public Viewing auf den Regensburger Campus Foto: Steffen
Beim Public Viewing auf den Regensburger Campus Foto: Steffen

Werbung für das Public Viewing machten die Veranstalter primär an der OTH und an der Universität. Dort lagen unter anderem in den Mensen Flyer aus, ferner wurden vielfach Plakate aufgehängt. Vor rund eineinhalb Monaten warben die Organisatoren auch auf Facebook – und später auf Instagram für die Aktion.

So reagiert das Netz auf #KORGER: Die deutsche Nationalmannschaft erlebt in Russland eine historische Pleite. Wir sammeln Stimmen aus den Sozialen Medien.

Das deutsche Ausscheiden trübte die Laune der Gastgeber nicht, wie Maximilian Hausmann, der zweite Veranstaltungsleiter, betonte. „Es ist doch toll, so etwas organisiert zu haben und zu sehen, wie sich die Leute dafür interessieren.“

Viele Besucher verweilten nach dem Spiel weiter auf der Wiese, um den DJ-Klängen zu lauschen – und am Abend war mit der Partie Schweiz gegen Costa-Rica das zweite Public Viewing an der Reihe. In der Nacht feierten die Studenten dann im „Heart“-Club in der Altstadt weiter.

Auf unserer Übersichtskarte finden Sie alle Locations, die Public Viewing anbieten. Sollten auch Sie ein Public Viewing veranstalten, aber nicht auf dieser Karte sein, können Sie uns gerne unter regensburg@mittelbayerische.de schreiben.

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