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Regensburg
Samstag, 23. Juni 2018 18° 3

Tradition

750 000 Besucher auf der Maidult

Festwirte, Marktkaufleute und Schausteller ziehen eine positive Bilanz. Das Miteinander aller ist einer der Erfolgsgaranten.
Von Wolfgang Ziegler

Zwei Dult-Klassiker: Riesenrad und Kettenkarussell sind heute noch genauso gefragt wie früher. Fotos: Daniel Steffen
Zwei Dult-Klassiker: Riesenrad und Kettenkarussell sind heute noch genauso gefragt wie früher. Fotos: Daniel Steffen

Regensburg.Bei blauem Himmel und Sonnenschein ist am Sonntag die Regensburger Maidult zu Ende gegangen, die heuer einer ersten Schätzung zufolge eine dreiviertel Million Besucher aus Regensburg und der Region anzog. Sowohl Marktkaufleute und Schausteller als auch die beiden Festwirte Alfred Glöckl und Michael Hahn zeigten sich im Gespräch mit unserem Medienhaus rundum zufrieden mit dem Ergebnis. Und der Regensburger „Dult-Bürgermeister“, der städtische Chef-Jurist Dr. Wolfgang Schörnig, freute sich über die Wertschätzung des variablen Dult-Angebots durch das Publikum. Für ihn selbst war es die letzte Maidult in seiner Funktion, Dr. Schörnig geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand.

Nach den Worten von Walter Metzger, Vorsitzender der Marktkaufleute und Schausteller in Regensburg, sei die Maidult 2018 „sehr, sehr gut verlaufen“. Metzger führte dies zum einen auf den zusätzlichen Dulttag zurück – heuer begann das Volksfest bereits am Donnerstag, dem Feiertag Christi Himmelfahrt, zugleich Vatertag. Zum anderen sei das Wetter perfekt gewesen – und die Leute hätten sich regelrecht auf das erste große Volksfest in der Region gefreut. Das habe man spüren können.

„Die Dult ist unsere Welt“

Die Dult sei mit ihren vielen attraktiven Geschäften aber auch gut aufgestellt gewesen. Zum Erfolgsrezept gehörte zudem das Miteinander von Stadt und Beschickern. Alle hätten das Ziel gehabt, eine schöne, friedliche Dult für alle zu gewährleisten, so Metzger.

Von einem Miteinander sprach auch Festwirt Alfred Glöckl gegenüber der Mittelbayerischen. „Unter Schaustellern, Marktkaufleuten und Festwirten herrscht trotz aller Konkurrenz ein Wir-Gefühl“, sagte er im Interview. Und deshalb funktioniere die Dult so gut. Er selbst war mit seinem „Ergebnis auf Vorjahresniveau“ zufrieden: „Ich bin immer zufrieden, egal wie es wird. Ich bin zufrieden, dass wir hier sein dürfen, weil die Dult unsere Welt ist.“ Die Highlights für ihn persönlich in seinem Festzelt, waren für Glöckl die Auftritte der Gipfelstürmer, des Froschhaxn Express und am letzten Dult-Samstag das 50-jährige Bühnenjubiläum der Topsis. „Die spielen schon seit 40 Jahren bei uns – da war ich noch ein Bub“, so der Festwirt.

Auch sein Pendant Michael Hahn lobte im Gespräch mit unserer Zeitung den fairen und kollegialen Umgang, der sogar so weit gehe, dass die beiden Festwirte gegenseitig keine Band des jeweils anderen abwerben. Positiv bewertete Hahn die Entwicklung der Regensburger Maidulten in den vergangenen fünf Jahren. Der Besuch habe sich permanent gesteigert, heuer werde man an das Spitzenjahr 2017 anknüpfen können, meinte er. Schon der Auftakt sei nach den Worten des Festwirts „fulminant“ gewesen mit Festzug, Vatertag und langem Wochenende.

Hahn, der im Herbst sein 25-jähriges Jubiläum auf der Dult feiert, freute sich, dass sein Programm Anklang gefunden habe und gut angenommen worden sei. Mit der Malecke in seinem Zelt, der neuen Möglichkeit, Kindergeburtstage auf der Dult zu feiern und dem kostenlosen Kinderprogramm zweimal pro Woche habe man viel Wert auf Familienfreundlichkeit gelegt. Wichtig ist ihm daneben auch unverfälschte Tradition. Deshalb gebe es – wie übrigens auch im Glöckl-Zelt – jeden Tag bis 18 Uhr Blasmusik ohne Verstärker. Hahns persönliche musikalische Favoriten waren De Verkeadn und die Band Münchner G’schichten. Die hätten aus dem ohnehin guten Musikangebot herausgestochen.

Unser Video zeigt Impressionen von der Maidult 2018:

Das war die Regensburger Maidult 2018

Die Mischung kam gut an

Der Regensburger Rechts- und Regionalreferent Dr. Wolfgang Schörnig, in dessen Aufgabenbereich die Dulten fallen, unterstrich den guten Besuch bei allen Veranstaltungen. Ob Kindergeburtstage im Hahn-Zelt, der Dult-Gottesdienst, bei dem das Zelt voll gewesen sei oder der Mädels-Abend – alles sei ein voller Erfolg gewesen. „Es war faszinierend, mit anzuschauen wie gut die Mischung beim Publikum angekommen ist.“

Er selbst sei mit seinen Enkelkindern (7 und 11) auf der Dult Kettenkarussell und „Magic“ gefahren, in der Geisterbahn gewesen und in der Wasser-Bahn „Rio Rapido“ nass geworden. „Es war ein phantastisches Erlebnis. Ich bin wieder jung geworden, weil ich das alles auch schon mit meinen Kindern gemacht hatte“, so Schörnig.

Wichtig ist für ihn als letztlich Verantwortlichen, dass auf der Dult jedes Mal etwas Neues präsentiert werde. Ein Restaurant in der Altstadt könne sich auf Schweinebraten und Weißwürste zurückziehen, die Dult aber stehe in Konkurrenz zu allen möglichen Festen – und sie lebe nicht von Touristen, sondern von der Region. So habe es heuer im Hahn-Zelt etwa glutenfreies Brot gegeben.

Alles rund um die Dult lesen Sie in unserem MZ-Spezial.

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