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Samstag, 22. September 2018 19° 4

Verkehr

A3-Ausbau: Stadt ruft Bahn zur Hilfe

Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wünscht sich einen Ausbau des Angebots im Schienennahverkehr.
Von Julia Ried

Die Nahverkehrszüge sind im Berufsverkehr jetzt schon gut ausgelastet. Die Bürgermeisterin wünscht sich, dass die Zuständigen bei der Bahn die Kapazitäten erweitern – damit gerade während des A3-Ausbaus mehr Pendler auf den Zug umsteigen. Foto: Lex
Die Nahverkehrszüge sind im Berufsverkehr jetzt schon gut ausgelastet. Die Bürgermeisterin wünscht sich, dass die Zuständigen bei der Bahn die Kapazitäten erweitern – damit gerade während des A3-Ausbaus mehr Pendler auf den Zug umsteigen. Foto: Lex

Regensburg.Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer verfolgt das Ziel, mit entscheidenden Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für eine Entlastung der Straßen in Stadt und Umland zu sorgen. „Wenn wir von Verkehr reden, müssen wir auch von öffentlichem Personennahverkehr reden. Das ist die einzige Chance überhaupt, nicht im Verkehr zu ersticken“, sagte sie im Interview mit der Mittelbayerischen zu ihren Plänen für 2018. Das gelte auch im Hinblick auf den A3-Ausbau: „Wir werden es bestimmt nicht schaffen, dass das ohne große Beeinträchtigungen geht.“ Allerdings „könnte man schon schauen, wie man mehr Leute auf die Schiene bringt“. Langfristig könne die Stadtbahn die Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt und Umland entscheidend verbessern.

Der Ausbau der Autobahn 3 zwischen dem Kreuz Regensburg und Rosenhof beginnt im Frühjahr. Foto: Lex
Der Ausbau der Autobahn 3 zwischen dem Kreuz Regensburg und Rosenhof beginnt im Frühjahr. Foto: Lex

Zum Thema A3-Ausbau hätten Stadt und Landkreis mit der Autobahndirektion, der Regierung der Oberpfalz, der obersten Baubehörde und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) einen Runden Tisch ins Leben gerufen; ein erstes Gespräch habe schon stattgefunden. Gerade Menschen aus dem westlichen Landkreis könnten den Schienennahverkehr gut nutzen, sagte Maltz-Schwarzfischer. „Da wären gute Zusteigemöglichkeiten.“ Allerdings seien die Züge zu Stoßzeiten jetzt schon „rappelvoll“, so gibt sie die Rückmeldung der BEG wieder. Mehr Fahrzeuge einzusetzen, lasse der Fahrplan nicht zu. Möglich sei eventuell deren Verlängerung durch zusätzliche Waggons. BEG-Chef Dr. Johann Niggl beantwortete die Frage der Mittelbayerischen, was die Bahn zur Entlastung der A3 während des Ausbaus beitragen könne, nicht konkret. Er bestätigte: In der morgendlichen Hauptverkehrszeit seien im engeren Einzugsbereich der Stadt einzelne Züge, besonders solche mit Ankunft bis gegen 7.30 Uhr in Regensburg, „sehr gut ausgelastet“. „Da um diese Zeit auch die meisten Autofahrer unterwegs sind, bedarf es besonderer Anstrengungen aller Beteiligten, neue Kapazitäten zu schaffen.“ Nötig sei ein Gesamtkonzept unter Einbeziehung der Gesellschaften, die den Busverkehr organisieren. „Die BEG steht für Abstimmungen mit der Region gerne zur Verfügung.“

Die Regensburger Bürgermeisterin war vergangenes Jahr auch bei der MZ-Gala „Menschen, die bewegen“.

Die Bürgermeisterin bei der MZ-Gala „Menschen, die bewegen“. Video: MZ

Maltz-Schwarzfischer kündigte auch an: „Wovon der Landkreis wirklich etwas haben wird, sind die Planungen zum neuen Zentralen Omnibusbahnhof und natürlich auch von der Stadtbahn – auch wenn sie zunächst einmal nicht in den Landkreis gebaut wird.“ Dem Wunsch des Landkreises nachzukommen, eine Tram schon jetzt in den Landkreis zu planen, sei allerdings „schwierig“. Denn entscheidend für eine Förderung und damit für eine Realisierung des Projekts sei die Kosten-Nutzen-Berechnung. Nur wenn absehbar ist, dass das neue Angebot gut angenommen wird – der Auslastungsrichtwert liegt in der Stadtbahn-Untersuchung bei 65 Prozent – lohnt sich eine Tram aus Sicht der Gutachter.

Tram aufs Land schwer planbar

„Und wenn man das jetzt schon in den Landkreis plant, komme ich in dieser Berechnung nicht auf ein Kosten-Nutzen-Verhältnis, das eine Förderung erlauben würde, weil im Landkreis zu wenige Menschen an dieser Strecke wohnen.“ Selbst die Stadt habe es „gerade so geschafft“, auf der Nord-Süd-Strecke genügend voraussichtliche Nachfrage nachzuweisen. Für eine Strecke bis Prüfening dagegen sei ein für eine Förderung ausreichender Nutzen noch nicht erwiesen. „Wenn man die Förderung des ÖPNV auf andere Beine stellt, kann man vielleicht ganz anders denken“, sagte sie, und formulierte damit eine Forderung an den Bund.

Viel Potenzial auf der Schiene

Allerdings beschäftige sich die Stadt bereits jetzt mit Anknüpfungspunkten einer Stadtbahn in den Landkreis. Die Regionalbuslinien müssten dann zum Teil anders geführt werden: zu den Umsteigemöglichkeiten in die Tram im Stadtnorden und -süden. „Das kann große Vorteile bringen, wenn man mit dem Regionalbus überhaupt nicht bis zur Albertstraße oder bis zum ZOB fahren muss, sondern eben schon beim Alex-Center umsteigt und dann ruckzuck an der Uni ist.“ Auch der Schienennahverkehr müsse mittel- und langfristig ausgebaut werden. „Da ist noch viel Potenzial drin in dem Regensburger Stern.“ Das lasse sich etwa durch weitere Haltepunkte besser nutzen. Welche Veränderungen möglich sind, werde in einem Gutachten ermittelt. 2019 sei mit Ergebnissen zu rechnen.

Maltz-Schwarzfischer will auch die für die Verkehrsplanung zuständige Abteilung im Rathaus aufstocken, um Straßenbauprojekte und die Entwicklung des ÖPNV schneller voranzubringen. Ihr schwebe eine Einheit vor, „die sich um das Thema höherwertiger Personennahverkehr kümmert, sprich die Stadtbahn“.

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