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Regensburg
Montag, 20. August 2018 30° 1

Sport

Actionreiche Stunts beim Parkourfest

Der Verein Parkour-Regensburg öffnete am Wochenende seine Halle. Dabei war auch ein Profi-Freerunner aus Griechenland.
Von Hannah Mages

  • Nasser Asefi beim Salto, Alex Siemens ist ihm dicht auf den Fersen

Regensburg.„Parkour ist Bewegungskunst, Problemlösestrategie und Gefahrentraining zugleich“, erklärt Max Rieder, Vorsitzender des Parkourvereins in Regensburg. Seit 13 Jahren ist er selbst schon in der Sportart aktiv, seit 2012 leitet er den Verein und betreut Kinder und Jugendliche beim Training in der Halle. Aktuell freut man sich über 332 aktive Mitglieder, die täglich in der Parkour-Halle trainieren können. „Unsere Halle ist etwas besonderes, denn sie ist die erste, und bis jetzt auch einzige TÜV-geprüfte Parkour-Halle in Deutschland“, schwärmt er. Beim Parkour werden Routen mit verschiedenen Hindernissen abgelaufen, jeder Sportler entscheidet dabei frei, wie er die einzelnen Hindernisse überwindet.

Gesunde Selbsteinschätzung

„Das allerwichtigste ist eine gesunde Selbsteinschätzung, man muss wissen, wo die eigenen Grenzen liegen“, beschreibt Max Rieder das Prinzip hinter Parkour. Zuerst ist es daher wichtig die Basics zu lernen Eine gute Körperbeherrschung und Gleichgewichtssinn gehören ebenso wie eine Fallschule zum Training dazu.

Sehen Sie hier ein Video mit vielen Eindrücken aus der Parkour-Halle:

Coole Sprünge in der Regensburger Parkour-Halle

In der Halle oder im Freien werden dann auch konkrete Techniken geübt, mit deren Hilfe sich die Sportler noch eleganter und effizienter über die Hindernisse bewegen können. Auf die Frage, ob der Sport nicht gefährlich sei, weiß Rieder schnell eine Antwort: „Jeder der Parkour aktiv und umsichtig betreibt lebt gesünder als der, der es nicht tut.“ Die Kinder im Training dürfen sich daher auch frei an den Hindernissen ausprobieren. „Sie sollen selbst Lernerfahrungen sammeln, in einem sicheren Umfeld.“ Am Samstag freute sich der Verein über ganz besonderen Besuch aus Griechenland, der für viel Wirbel in der Halle sorgte. Dimitris Kyrsanidis („DK“) ist Profi-Freerunner und seit 2014 auch Redbull-Athlet. Seit 11 Jahren trainiert er Parkour-Techniken, meist im Freien. „In Griechenland gibt es keine Parkour-Hallen, man legt einfach draußen los. Leider gilt dass dann auch für Regenwetter oder Kälte im Winter, was natürlich nicht ganz ungefährlich ist“, erklärt der Profisportler. Seit vier Jahren wird er von Redbull gesponsert und ist seitdem zu einer Berühmtheit in der Parkourszene geworden. „Nach meiner Sponsoringzusage wurde es richtig verrückt, ich war nur noch von Interview zu Interview unterwegs und hatte kaum noch Zeit zu trainieren. Mittlerweile ist das aber besser geworden“, erzählt er lachend.

Noch mehr Bilder sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Parkourfest 2018

Tipps vom Profi

Den vielen Parkourfans in Regensburg möchte er vor allem eins mit auf den Weg geben: „Seid nicht ungeduldig, vergesst nicht die Basics zu trainieren. Steigert euch Schritt für Schritt und setzt euch Ziele!“ Das sei vor allem wichtig um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden. Wer regelmäßig trainiert kann mit Parkour aber auch zu einem ganz neuen Körperbewusstsein gelangen. Dass weiß auch Steven Rindle, der schon seit seiner Kindheit im Parkour aktiv ist. „Parkour hat mir von allen Sportarten am meisten gebracht, auch mental. Man kämpft immer gegen sich selbst, weil man teilweise von seiner Angst vor einem Sprung blockiert wird. Durch Parkour lernt man sich selbst zu vertrauen“, erzählt der junge Athlet. Gerade als ihn ein schwerer Autounfall zurückwarf hat ihm seine langjährige Erfahrung mit Parkour dabei geholfen wieder auf die Beine zu kommen. „Ich wollte unbedingt wieder fit und gesund werden, um zu trainieren.“ Heute wisse er, dass der Satz, „ich schaff es nicht“, falsch ist, es gebe lediglich ein „ich schaffe es noch nicht“. Parkour ist demnach nicht nur Sport, es vermittelt ein Lebensgefühl und bringt die Sportler auch im Alltag weiter.

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Der Parkour-Verein

  • Training: Die Sportler trainieren täglich in der Parkourhalle in der Lilienthalstraße. Neben dem Vereinstraining für Mitglieder (ab 8 Jahren) gibt es auch die Möglichkeit zum freien Training, Montag bis Freitag von 18 bis 21 Uhr.

  • Erwachsene und GirlsGroup:Wer lieber unter Anleitung in den Sport hineinschnuppern möchte, kann zum Schnuppertraining kommen, das jeden Samstag stattfindet. Mittwochs trainieren Erwachsene unter sich in einer U18-Gruppe, von 20.30 Uhr bis 22 Uhr. Seit zwei Wochen gibt es außerdem eine reine GirlsGroup, die jeden Sonntag trainiert.

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