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Regensburg
Sonntag, 23. September 2018 24° 6

Baukunst

Architektouren gewährt seltene Einblicke

Die Führung ging durch verschiedene Gebäude Regensburgs. Sie offenbarte Historisches, Neues, Funktionelles und Liebenswertes.
Von Gabi Hueber-Lutz

Das Salettl in Kumpfmühl war ein Besuchermagnet. Fotos: Hueber-Lutz
Das Salettl in Kumpfmühl war ein Besuchermagnet. Fotos: Hueber-Lutz

Regensburg.Sehen, was man sonst nicht sehen kann – diese Gelegenheit bot sich am Wochenende den Besuchern der „Architektouren“. Sie konnten nicht nur einen Blick in Gebäude werfen, die sonst nicht allgemein zugänglich sind, sie bekamen auch noch fachkundige Erklärungen dazu, denn die Architekten der jeweiligen Gebäude standen Rede und Antwort. Ein Anziehungspunkt war das Salettl in Kumpfmühl. Eine ganze Besuchertraube lauschte den Ausführungen von Architekt Andreas Schubert und Landschaftsarchitektin Susanne Wamsler.

Urteil zum Salettl: „Richtig liab“

Speziell das Salettl habe sie dieses Jahr bei den Architektouren interessiert, erzählte Monika Nurtsch. So viel sei über das Gebäude in der Presse gestanden, da wollte sie es einmal selbst sehen. „Richtig liab“, urteilte sie über den Bau, der so verwunschen im Karl-Bauer-Park liegt. Bewusst habe man hier auch Kleinigkeiten wie eigentlich nicht mehr verwendete Türangeln erhalten, erklärte Schubert. Ihm sei wichtig gewesen, dass man an dem Gebäude auch dessen Geschichte ablesen kann. Maria Maier hat einen sehr persönlichen Bezug zum Salettl. In einem der Nachbargärten sei sie quasi aufgewachsen, das verfallene Häuschen immer im Blick. Auch die Regensburgerin Renate Schanzer interessierte sich für das sanierte alte Gartenhaus, weil eine Freundin von ihr gerade selber mit einer Sanierung beschäftigt ist. Am Sonntag stand deshalb noch die ehemalige Kapelle, die zum Hotel David umgebaut wurde, auf ihrer Besichtigungsliste. Auch in Privathäuser gewährten die Besitzer Einblick. Zum Beispiel die Häuser in der Greflingerstraße 3 und 3a. Nummer 3 ist ein denkmalgeschützter Altbau aus der Jahrhundertwende, 3a der Neubau. Aus drei großen Gewerbeeinheiten im älteren Haus hat Architekt Peter Thammer elf Wohneinheiten geschaffen. Der dahinterliegende Neubau beherbergt sieben Wohneinheiten. Und darunter liegt die Tiefgarage. Zwischen beiden Häusern ist eine kleine Freifläche entstanden mit Sandkästen, Sitzbank und Abstellplatz für die vielen Räder der Bewohner. Ein Platz, der sehr gerne als Treffpunkt genutzt wird, weiß Bauherr Hans Homeier, der direkt in der Nachbarschaft wohnt.

Ein weiteres Objekt bei den Architektouren war die Schule am Napoleonstein. Zwei Jahre lang wurde sie generalsaniert. Ihr Gesicht wurde dabei grundlegend verändert. Architekt Joachim Gutthann zeigte Fotos des alten Schulgebäudes und sehr schnell war einer der Grundzüge der Sanierung sichtbar: Aus Dunkel mach Hell. Das ursprüngliche Gebäude war schon von der Außenansicht her sehr dunkel, im Inneren setzte sich das fort. Das sei halt immer Ansichtssache des Architekten, meinte eine Besucherin und bewunderte nun das helle Holz, das aussieht, als wäre es Bambus.

Hier sehen Sie weitere Bilder von ausgewählten Bauprojekten im Landkreis Regensburg:

Architektouren 2018 im Landkreis Regensburg

Eine „völlig neue“ Schule

„Das haben Sie schön gestaltet“, lobte sie. Tatsächlich handelt es sich um geschichtetes Fichtenholz, das die Optik prägt und gleichzeitig unempfindlich ist. Eine Schule muss schließlich einiges aushalten können. Auch Klara (18) nutzte die Gelegenheit, einen Blick in ihre alte Grundschule zu werfen und erkannte sie kaum noch wieder. „Das ist eine völlig neue Schule“, stellte sie fest. Die Aula wurde zurückgebaut, damit mehr Licht hereinkommt, beschrieb Gutthann. Außerdem machen sich die veränderten Anforderungen an Schule natürlich auch räumlich bemerkbar: Eine Mensa wurde geschaffen und Platz für die Ganztagsbetreuung. Sowohl im Innern als auch außen.

Altstadtfeuerwehr

  • Bau:

    Feuerwehrhaus in der Kirchmeierstraße

  • Vorarbeit:

    Architekt Michael Ballerstaller berichtete von dem schwierigen Gelände. Um die Ein- und Ausfahrt der Löschfahrzeuge reibungslos zu gewährleisten, musste ein Brückenkopf zur Kirchmeierstraße errichtet werden. Die Halle für die Fahrzeuge steht außerdem auf einer sechs Meter hohen Stützwand, die bis in zehn Meter Tiefe verankert werden musste. „Es war ein riesen Aufwand, bis wir mit dem Bau beginnen konnten“, sagte Ballerstaller.

  • Resonanz:

    Löschzugführer Michael Rewitzer ist sehr zufrieden mit dem Gebäude. Weil es neu ist und durch seine markante Außenhaut auffällt, hat es der Feuerwehr schon neue Mitglieder beschert. (lhl)

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