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Regensburg
Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Musik

Ausgelassenes Feiern in Lederhose

Von Blasmusik bis Indie-Rock: Beim Heimatliebe-Festival Regensburg mit über 4000 Besuchern war für jeden etwas dabei.
Von Daniel Steffen

Die „Keller Steff Big Band“ in Aktion: Sie war beim 2. Heimatliebe-Festival auf Schloss Pürkelgut am Freitagabend ein echtes Highlight. Foto: altrofoto.de
Die „Keller Steff Big Band“ in Aktion: Sie war beim 2. Heimatliebe-Festival auf Schloss Pürkelgut am Freitagabend ein echtes Highlight. Foto: altrofoto.de

Regensburg.„Seid’s freindlich“: Jürgen Buchner und seine Kultband „Haindling“ gaben die Richtung vor. Das Zitat aus der bekannten Hymne „Bayern, des samma mia“ war gewissermaßen eine Aufforderung für die Zuschauer auf dem Pürkelgut. Sie sollten sich von der positiven Stimmung tragen – und alle Sorgen des Lebens mal beiseitelassen. Mit Traurigkeit komme man schließlich nicht weiter, signalisierten die Musiker.

Auf dem Heimatliebe-Festival war diese Mission gelungen: Die Besucher wippten im Takt mit, klatschten begeistert Beifall und legten zur Blasmusik auch mal ein Tänzchen ein. Von der traditionellen Polka bis hin zu Indie-Rock war am Wochenende auf dem Pürkelgut so ziemlich alles geboten, was Bayern an Musik zu bieten hat.

Das 2. Heimatliebe-Festival

Gemeinsamer Nenner der Musiker war, dass sie ihre Stücke in Mundart vortrugen. Der eine oder andere englischsprachige Song zwischendurch machte den Zuschauern nicht das Geringste aus, sonst aber hatte die bayerische Sprache klar die Oberhand. „Heimat ist eben ein Gefühl“, sagten sich die Zuschauer und kosteten dieses Gefühl am Wochenende voll aus.

Demnach hatte die Lederhose nur eine kurze „Ausruhphase“ im Kleiderschrank. Nach der abgeklungenen Maidult gab es für das begehrte Kleidungsstück mit dem Festival wieder einen besonderen Anlass, angezogen zu werden. Andere zogen eine gemütliche Jeans vor oder streiften sich ein T-Shirt mit einem kessen Spruch in bayerischer Mundart über. Sogar König Ludwig II. höchstpersönlich kam als Motiv vor.

Die Lieblinge auf der Bühne

Die Besucher ließen es sich gut gehen. Foto: altrofoto.de
Die Besucher ließen es sich gut gehen. Foto: altrofoto.de

Eine Mädchen-Clique aus Neumarkt hatte am Festival ebenfalls ihren Spaß. Für die jungen Frauen waren es die Bands DeSchoWieda und Keller Steff, auf die sie sich besonders gefreut haben. Am Freitagabend standen ihre Lieblinge auf der Bühne und rockten, was das Zeug hält. Mit jeder Minute, so schien es, kochte die Stimmung ein wenig mehr. Vor allem das junge Publikum war es, das zur späten Stunde feierte. Wer sich lieber entspannen wollte, für den lohnte sich ein Besuch im Biergarten, wo die Bayernkapelle Toni Schmid unermüdlich aufspielte. Platz nehmen konnte man dort sowohl an den Bierzeltgarnituren, auf Relaxsesseln oder auf der Picknickdecke mitten im Grün. Im Hintergrund erbot sich mit dem Schloss Pürkelgut eine historische Kulisse.

D’Raith-Schwestern jodeln

D’Raith-Schwestern & da Blaimer rockten die Bühne.  Foto: altrofoto.de
D’Raith-Schwestern & da Blaimer rockten die Bühne. Foto: altrofoto.de

Der Samstag war vor allem den gestandenen bayerischen Musik-Größen gewidmet. Neben „Haindling“ ließen es auch „D’Raith-Schwestern & da Blaimer“ auf der Bühne krachen. Zunächst haderten die Musiker ein wenig mit der Technik, dann aber fuhren sie zu ihrer vollen Größe auf. Dass sie auch das Jodeln beherrschen, stellten D’Raith-Schwestern in Perfektion unter Beweis. Der Festival-Ausklang gebührte den oberbayerischen Indie-Rockern Da Rocka & da Waitler: Seit 2012 mischt die Band das Publikum mit einem wohl einzigartigen Stil der neuen bayerischen Volksmusik auf.

Das Publikum machte zur Freude der Musiker begeistert mit. Foto: altrofoto.de
Das Publikum machte zur Freude der Musiker begeistert mit. Foto: altrofoto.de

Traditionelle Akkordeonklänge mischen sich bei ihren Songs mit Elementen von Punk, Pop und Rock. Das Publikum animierten die Musiker gleich mehrfach zum Mitmachen: Mal war ein Partnertanz angesagt, mal steigerten die Zuschauer beim „Sirtaki“ das Tanztempo. Über zahlreiche Stilgrenzen hinweg war es den Festbesuchern ein großes Vergnügen, sich aktiv in das Geschehen einzubringen.

Zwei-Tage-Format soll bleiben

Veranstalter Peter Kittel war auch mit der zweiten Ausgabe des Heimatliebe-Festivals zufrieden. Für ihn war es eine „entspannte, friedliche und entschleunigte Veranstaltung über alle Generationen hinweg“ beziehungsweise „ein „großes bayerisches Familienfest“. Wie er sagte, war die Besucherzahl mit über 4000 etwa gleich hoch wie im vergangenen Jahr, als die Veranstaltung über drei Tage lief. Das zweitägige Format wolle Kittel nun beibehalten – und noch ein wenig an den Details feilen.

„Vielleicht fangen wir am Freitag etwas später an, da ja viele Leute am Nachmittag noch in der Arbeit sind“, überlegt er. Ansonsten solle der Freitag auch bei der nächsten Festival-Ausgabe mehr der modernen bayerischen Volksmusik gewidmet sein, während der Samstag im Zeichen der regionalen Musik-Größen stehen soll. Grundsätzlich sei seine Vision, dass auch in der Stadt wieder mehr über Generationen hinweg gefeiert werde, wie es auf dem Land üblich ist. Auf den Wunsch einer Zuschauerin mit Gehbeschwerden hatte der Veranstalter schnell reagiert. So bat diese am Samstag auf der Facebook-Seite des Festivals darum, auch in Bühnennähe Sitzbänke aufzustellen, damit die Konzerte für „Fußkranke“ gut zu verfolgen seien. Am zweiten Festival-Tag standen dann die gewünschten Bänke bereit.

Lesen Sie auch: Bei einer „Guerilla-Aktion“ am Eisernen Steg gab die Band Stereowatschn eine Kostprobe auf das Regensburger Festival.

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