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Regensburg
Donnerstag, 19. April 2018 26° 1

Kommentar

Ausweglos

Ein Kommentar von Wolfgang Ziegler

Wer sich nur zehn Minuten auf die Ruhebank beim Kriegerdenkmal auf dem Brandlberg setzt, die – im Wortsinn – ausweglose Situation betrachtet und sie zu Ende denkt, kann nur zu einem Schluss kommen: Die Glashüttenstraße ist ein verkehrstechnisches Nadelöhr und wird noch mehr zu einem solchen werden, wenn erst 1400 Einwohner in dem Neubaugebiet leben werden und ein Großteil davon morgens den Berufsverkehr potenziert. Insofern kann man die 400 Alt-Brandl- berger verstehen, die diesen Zustand beklagen und eine zweite Zufahrt zu ihrem Stadtteil fordern.

Verstehen muss man aber auch die Stadt Regensburg. Deren Pflicht ist es, Wohnraum zu schaffen. Der Bedarf ist riesig. Dies dort zu tun, wo geeignete Flächen zur Verfügung stehen, macht Sinn. Und – wie am Brandlberg geschehen – statt ausschließlich Einfamilienhäuser entstehen zu lassen, auch den Geschoßwohnungsbau anzuschieben, ist ebenfalls nicht verkehrt. Das Neubaugebiet ist dafür prädestiniert.

Dennoch: Neben der Anpassung der verkehrlichen Infrastruktur hat man offenbar auch die Interessen der bisherigen Einwohner vergessen. Anfangs erzählte man ihnen etwas von 275 Wohneinheiten, die man zudem in einen „Obstgarten“ pflanzen wollte. Später erhöhte man diese Zahl auf 400. Jetzt wird mehr als das Dreifache aus dem Boden gestampft.

Und ungeachtet dieser gravierenden Veränderung flossen die Informationen über mögliche Folgen dieser Entwicklung nur zögerlich, spärlich und vage. Man hat die Alt-Brandlberger einfach nicht mitgenommen, wie es Kommunikationstrainer sagen würden. Das rächt sich jetzt – genauso wie die unzureichende Verkehrsplanung.

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