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Integration

Barrieren in der Arbeitswelt abbauen

Die Integrationsfachdienste feiern 20. Geburtstag. Staatsministerin Kerstin Schreyer betont Bedeutung für die Gesellschaft.
Von Aaron Grassl

Günther Lange, Johannes Magin, Staatsministerin Kerstin Schreyer und Dr. Norbert Kollmer setzen sich gemeinsam für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben ein. Foto: Grassl
Günther Lange, Johannes Magin, Staatsministerin Kerstin Schreyer und Dr. Norbert Kollmer setzen sich gemeinsam für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben ein. Foto: Grassl

Regensburg.„Menschen mit und ohne Behinderung leben, arbeiten und verbringen ihre Freizeit ganz selbstverständlich miteinander.“ So stellt sich Staatsministerin Kerstin Schreyer eine inklusive Gesellschaft vor. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Integrationsfachdienste in Bayern, welche schwerbehinderten Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen.

Geld verdienen, um den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können, stellt ein fundamentales Bedürfnis dar. Für Menschen mit Handicap ist es jedoch oftmals schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden.

14 600 Klienten pro Jahr

Dennoch, so die gute Nachricht, sinkt die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung, wie jüngste Arbeitsmarktdaten zeigen. Dies ist nicht zuletzt dem Einsatz vieler Fachkräfte zu verdanken, die mittlerweile etwa 14 600 Klienten pro Jahr arbeitsbegleitend betreuen.

Vor 20 Jahren wurde die Landesarbeitsgemeinschaft der Integrationsfachdienste (LAG IFD) durch sieben Gründungsmitglieder ins Leben gerufen. Heute beraten, unterstützen und vermitteln 327 IFD-Mitarbeiter in elf Diensten mit 39 Standorten in Bayern Menschen mit Behinderungen und stehen deren Arbeitgebern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Vorurteile und Fakten

  • Kündigung:

    Entgegen einer weitläufigen Meinung sind Menschen mit schwerer Behinderung nicht unkündbar. Allerdings gibt es einen besonderen gesetzlichen Schutz, der den Arbeitgeber bei einer bevorstehenden Kündigung verpflichtet, das Inklusionsamt zu informieren.

  • Pflicht:

    Alle Betriebe, die im Jahresmittel monatlich über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, müssen auf wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen beschäftigen oder eine Ausgleichsabgabe zahlen.

  • Förderung:

    Die Bayerische Staatsregierung hat 2017 Arbeitnehmer mit Behinderung und deren Arbeitgeber mit insgesamt 86 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe gefördert.

„Ein Teil der arbeitssuchenden Menschen mit Behinderung hat auch bei Ausschöpfung bestehender Fördermöglichkeiten nur dann eine Chance auf Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt, wenn besondere arbeits- und berufsbegleitende Fachdienste zur Verfügung stehen“, betont die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales die besondere Bedeutung des IFD für die Gesellschaft. Diese seien eine wichtige Säule, wenn es um die Verwirklichung der beruflichen Inklusion geht. Doch zusätzlich bedürfe es auch der Bereitschaft von Unternehmen, Arbeitssuchenden mit Handicap eine Chance zu geben.

Das Ziel: Barrieren abbauen

„Viele Arbeitgeber schrecken davor zurück, Menschen mit Behinderung einzustellen“, muss Dr. Norbert Kollmer, Präsident der Landesbehörde Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), feststellen. Barrieren aus dem Weg zu räumen, steht daher ganz oben auf der Agenda der Integrationsfachdienste. Neben der Vermittlung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und der Unterstützung von schwerbehinderten Schulabgängern bei deren Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, hat sich der IFD eine dauerhafte Sicherung des Arbeitsplatzes seiner Klienten zum Ziel gesetzt. Hierbei stehen die Fachkräfte bei Problemen und Schwierigkeiten den Arbeitgebern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Gerhard Krude, der Geschäftsführer von MA Lighting Technology, hat selbst positive Erfahrungen mit Angestellten, die von Behinderungen betroffen sind, gemacht. Er appelliert an andere Unternehmer, den Faktor Mensch ausreichend zu berücksichtigen. Jeder Mitarbeiter könne so eingesetzt werden, dass seine Stärken besonders zur Geltung kommen und seine Schwächen unwichtig sind.

Dies ist auch Staatsministerin Kerstin Schreyer ein besonderes Anliegen: „Wir sollten in erster Linie den Menschen sehen.“ Daher lege sie auch Wert darauf, von Menschen mit Behinderung, anstatt von Behinderten zu sprechen.

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