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Soziales

Bartelt ehrt stille Helden

Der Regierungspräsident überreichte die Pflegemedaille an sieben Oberpfälzer. Ein Geehrter stammt aus Zeitlarn.
Von Kerstin Hafner

Regierungspräsident Axel Bartelt (von links) sprach Robert Österreicher seinen Respekt aus. Auch die Landtagsabgeordnete Margit Wild, Zeitlarns Bürgermeister Franz Kröninger und Bundestagsabgeordneter Stefan Schmidt schlossen sich dem an. Foto: Hafner
Regierungspräsident Axel Bartelt (von links) sprach Robert Österreicher seinen Respekt aus. Auch die Landtagsabgeordnete Margit Wild, Zeitlarns Bürgermeister Franz Kröninger und Bundestagsabgeordneter Stefan Schmidt schlossen sich dem an. Foto: Hafner

Regensburg.Anlässlich der Auszeichnung von sieben Personen aus vier Oberpfälzer Landkreisen mit der Pflegemedaille des Bayerischen Sozialministeriums fand Regierungspräsident Axel Bartelt am Freitag lobende Worte im Spiegelsaal der Regierung: „Meine Damen und Herren, Sie alle leisten ganz im Stillen und ohne viel Aufhebens Herausragendes im Sinne der Menschlichkeit. Sie pflegen seit vielen Jahren Ihre schwerkranken Kinder, Eltern, Geschwister oder Ehepartner und ermöglichen ihnen damit, im gewohnten Umfeld zu bleiben.“

Eine solche Aufopferungsbereitschaft, der Verzicht auf Selbstverwirklichung, ja sogar bisweilen die Aufgabe persönlicher Lebensziele sei in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich und verdiene höchsten Respekt. „Sie alle sind Vorbilder für kommende Generationen, sich uneigennützig zu engagieren“, lobte Bartelt, der zudem erklärte, sein eigenes Patenkind leide seit dem zweiten Lebensjahr an einer schwerwiegenden Muskelerkrankung und er bewundere auch dessen Eltern für ihr Durchhaltevermögen, dem Sohn zur Seite zu stehen. „Da bekomme ich aus nächster Nähe regelmäßig mit, was es bedeutet, pflegender Angehöriger zu sein. Es kommt auf psychologisches Einfühlungsvermögen, grenzenloses Verständnis und menschliches Miteinander an.“

Im Anschluss verlieh der Regierungspräsident die Medaillen und verlas die von der früheren Sozialministerin Emilia Müller unterzeichneten Urkunden. Neben Robert Österreicher aus Zeitlarn wurden Christa und Martin Biegerl aus Oberviechtach, Ludowina Hallermeier aus Zell sowie Luise Hiltl, Max Weigert und Gertraud Wagner aus Hohenfels geehrt.

Pflege kennt keinen Feierabend

Robert Österreicher betreut seit dem Tod seiner Mutter im Jahr 1994 seinen schwerkranken Bruder. Er kümmerte sich bis zu dessen Tod 2006 auch um seinen pflegebedürftigen Vater. „Sie versuchten dabei immer, Abwechslung zu bieten, und besuchten beispielsweise Fußballspiele gemeinsam. Die Pflege eines Angehörigen kennt nun mal keinen Feierabend“, so Bartelt. Zeitlarns Bürgermeister Franz Kröninger, Landtagsabgeordnete Margit Wild und MdB Stefan Schmidt nahmen an der Feierstunde teil.

Das Ehepaar Biegerl betreut seit vielen Jahren mit größter Hingabe seinen Sohn Bernhard. Sieben Jahre lang besuchten sie ihn täglich im Krankenhaus, 2013 konnten sie ihn nach Hause holen. Zur Verleihung der Pflegemedaille kam auch Oberviechtachs Bürgermeister Heinz Weigl und dankte den Geehrten herzlich für ihr Engagement. „Sie praktizieren mit Ihrem täglichen Dienst die Grundwerte unserer Gesellschaft in der eigenen Familie“, betonte Bartelt. Ludowina Hallermeiers Tochter Andrea verstarb am 25. Oktober 2016. Über 40 Jahre lang war ihre Mutter täglich für sie da, Andrea war auf ständige Hilfe und Fürsorge angewiesen. „Durch Ihre Pflegeleistung haben Sie Ihrem Kind den Verbleib in der gewohnten Umgebung ermöglicht“, lobte Bartelt. Zells Bürgermeister Thomas Schwarzfischer schloss sich dem Dank und der Gratulation an.

Ein Beispiel für Nächstenliebe

Auch Luise Hiltl und Max Weigert meisterten eine schwere Lebensprüfung durch Zusammenhalt. Seit 1985 betreuen sie ihren Sohn Markus, der aufgrund eines Verkehrsunfalls schwerbehindert ist. „Mit Ihrem selbstlosen Einsatz sind Sie ein großes Beispiel für gelebte Nächstenliebe“, erklärte der Regierungspräsident.

Gertraud Wagner kümmert sich um ihren 1992 schwer erkrankten und im Rollstuhl sitzenden Ehemann. „Sie stellen sich dieser Aufgabe vorbehaltlos, haben sich der Erziehung ihrer vier gemeinsamen Kinder gewidmet und sind zudem noch berufstätig. Das verdient höchsten Respekt“, betonte Bartelt. Dem schlossen sich Hohenfels‘ Bürgermeister Bernhard Graf und Neumarkts Landrat Willibald Gailler an.

Die Medaille

  • Einführung:

    Im Jahr 1993 hat das damalige Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit die Pflegemedaille mit Dankurkunden geschaffen.

  • Zweck:

    Mit der Medaille sollen jene Personen im Freistaat geehrt werden, die sich besondere Verdienste in der Pflege behinderter und alter Menschen erworben haben.

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