mz_logo

Regensburg
Donnerstag, 16. August 2018 30° 1

Literatur

Bestseller-Autor kommt nach Regensburg

Beim Festival „Regensburg liest“ mit Alex Capus blicken Experten Lesern in die Seele oder zeigen, wie man Kunst fälscht.
Von Micha Matthes

Alex Capus steht am Tresen seiner „Bar Galicia“ in Olten. Der Bestseller-Autor freut sich schon auf seinen Besuch in Regensburg. Rund vier Wochen lang wird sein Buch „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ im Mittelpunkt der Aktion Regensburg liest stehen. Fotos: Thomas Burmeister/dpa
Alex Capus steht am Tresen seiner „Bar Galicia“ in Olten. Der Bestseller-Autor freut sich schon auf seinen Besuch in Regensburg. Rund vier Wochen lang wird sein Buch „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ im Mittelpunkt der Aktion Regensburg liest stehen. Fotos: Thomas Burmeister/dpa

Regensburg.Ein Fälscher, eine Spionin und ein Bombenbauer: Drei ungewöhnliche Biografien, drei Schicksale in unruhigen Zeiten, drei Helden, von denen sich die Regensburger viel abschauen können. Davon sind jedenfalls die Organisatoren von Regensburg liest überzeugt. Am Montag fällt um 19.30 Uhr der Startschuss für die zweite Runde des größten Lesefestivals der Stadt. Termine wie die offizielle Kick-Off-Veranstaltung im MZ-Verlagsgebäude mit Alex Capus oder die Lesung mit dem Schweitzer Bestseller-Autor im Thon-Dittmer-Palais am Dienstagabend sind bereits ausgebucht. Für den unmittelbar zuvor stattfindenden Capus-Nachmittag, an dem der Schauspieler Michael Heuberger im Theater Regensburg aus dem Roman liest, gibt es aktuell Karten.

In diesem Jahr steht bei der Aktion Regensburg liest das Buch „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ von Alex Capus im Mittelpunkt. Foto: mt
In diesem Jahr steht bei der Aktion Regensburg liest das Buch „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ von Alex Capus im Mittelpunkt. Foto: mt

Alex Capus freut sich schon sehr auf sein Gastspiel in Regensburg. „Ich empfinde es natürlich als große Ehre, dass so viele Leute das Buch lesen und sich dafür interessieren“, bekannte der Autor bereits vorab in einem kurzen Interview. „Das ist ja auch etwas sehr Schönes, wenn Dinge, die man gemacht hat, nicht in Vergessenheit geraten.“ Tatsächlich wirkt Capus Buch vor dem Hintergrund der Weltgeschehnisse aktueller denn je. „Von Fake-News bis hin zu atomarer Bedrohung, Spionage, Original und Fälschung – das sind alles Themen, die uns heute auch beschäftigen“, sagt Karin Martin, die Mit-Initiatorin der Aktion ist.

Besondere Lesung im Alex-Zug

Generell können die Regensburger den Autor, seinen Roman und die Themen, die er behandelt, in den Wochen zwischen 23. April und 18. Mai bei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen kennenlernen. Das Buch wird gelesen, vertont, bespielt und diskutiert, in Buchhandlungen und Büchereien, Theatern, Schulen, Kneipen, Kinos, auf Bühnen, bei Vorträgen und Events.

Eine besondere Lesung findet in einem Alex-Zug auf der Strecke nach München statt. Symbolfoto: Länderbahn GmbH DLB, flohagena.com
Eine besondere Lesung findet in einem Alex-Zug auf der Strecke nach München statt. Symbolfoto: Länderbahn GmbH DLB, flohagena.com

Jeder ist eingeladen, dabei zu sein und mitzureden und jeder darf auch selbst – unter dem Stichwort „Lesepunkte“ – zu sich nach Hause bzw. an einen besonderen Ort einladen. Als Dankeschön erhalten die spontanen Veranstalter ein Exemplar des Romans. Eine ganze Reihe solcher ungewöhnlicher Lesepunkte steht bereits fest. Unter anderem wird im Tageszentrum „Café Insel“ der Diakonie oder auf einer Zugfahrt im „Alex“ Richtung München vorgelesen. Der Literatur-Waggon verbindet die Aktionen „Regensburg liest ein Buch“ und „ein Buch für Moosach“. Lese-Gruppen beider Städte treffen sich in Freising. „Ziel ist es, über die verschiedenen Veranstaltungsformate und Aktionen möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen zu begeistern“, sagt Carola Kupfer, Vorsitzende des Vereins Regensburg liest.

Unser Medienhaus druckt in der Woche nach der Auftaktveranstaltung drei Auszüge aus dem Roman ab, in denen die Protagonisten eingeführt werden: Der Zeichner Emile Gilliéron (1885-1939), der unfreiwillig zum Meisterfälscher wird, Laura d’Oriano (1911-1943), Sängerin und Spionin für den französischen Widerstand, und Felix Bloch (1905-1983), Physikgenie, Pazifist und Mitentwickler der Atombombe.

Natürlich taucht das Buch in das Seelenleben der Hauptfiguren ein. Es soll aber auch als Spiegel für die Seele der Regensburger Leser dienen. Und dabei hilft eine Expertin: Die Psychotherapeutin Dr. Sepideh-Maria Ravahi bietet in Zusammenhang mit dem Festival eine bibliotherapeutische Sprechstunde an, bei der Leser anhand des Romans mehr über sich selbst erfahren können.

Im Interview erklärt Dr. Sepideh-Maria Ravahi wie das Lesen von Büchern als Form der Therapie dienen kann.

Neben ihrem eigenen Seelenleben können die Regensburger bei den Regensburg-liest-Veranstaltungen aber noch einiges mehr entdecken. Zum Beispiel wie man eine Bombe baut. Die Filmvorführung „Top Secret – So bauten wir die Atombombe“ am 30. April in der Stadtbücherei gibt hier spannende Einblicke. Und unter dem Titel „Was dem Bombenbauer wichtig war“ hält Dr. Jörg Mertins am 2. Mai in der Staatlichen Bibliothek einen Vortrag über die Entdeckung der Kernspintomographie durch Felix Bloch.

Wie man Kunst fälscht

Wer sich mehr für Kunst interessiert, ist bei „Kunstfälschen zum Zuschauen“ am 5. Mai mit Katharina Dobner gut aufgehoben. Die Bühnen-, Masken- und Kostümbildnerin greift das Thema auf, indem sie berühmte Kunstwerke nachempfindet. Die so entstandenen „Fälschungen“ können dann käuflich erworben werden.

Elisabeth Mair-Gummermann, Johanna Röhrl, Carola Kupfer, Christine Lehner, Karin Martin und Susanne Borst freuen sich bereits auf Regensburg liest ein Buch. Foto: Graßl
Elisabeth Mair-Gummermann, Johanna Röhrl, Carola Kupfer, Christine Lehner, Karin Martin und Susanne Borst freuen sich bereits auf Regensburg liest ein Buch. Foto: Graßl

Der dritten Protagonistin, der Spionin Laura d’Oriano, geben Sprecherin Magdalena Damjantschitsch und Gitarrist Jochen Ritter eine Stimme, begleitet vom Blues und Jazz der 30er-Jahre. Unter dem Titel „Die Eleganz der Niederlage“ treten sie am 3. Mai im Musikcafé Lokschuppen mit dieser literarisch-musikalischen Lesung auf.

Carola Kupfer ist stolz auf das Angebot. „Wir haben ein tolles – und in diesem Jahr auch sehr überregionales – Programm“, sagt sie. Alle Details zu dem Festival sind unter regensburg-liest-ein-buch.de zu finden, Programme liegen in Buchhandlungen, der Stadtbücherei und in Geschäften aus.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht