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Projekt

Brauerei-Bienen arbeiten schon fleißig

Bischofshof ist unter die Imker gegangen. Ziel ist es, einen Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu leisten.
Von Tino Lex

Laila Schmidt, Frank Weiss und Hermann Goß schleuderten den Honig aus den Bienenwaben – frischer und gesünder geht es wohl kaum. Foto: Lex
Laila Schmidt, Frank Weiss und Hermann Goß schleuderten den Honig aus den Bienenwaben – frischer und gesünder geht es wohl kaum. Foto: Lex

Regensburg.Die Brauerei Bischofshof siedelt drei Bienenvölker an. Am Dienstag stellten Brauereidirektor Hermann Goß und der Gründer der Bieneninitiative „Beefuture“, Frank Weiss, 60 000 Bienen vor, die ein Zeichen für aktiven Umweltschutz und gegen das weltweite Bienensterben sein sollen.

„Ich freue mich über die 60 000 Bienen, die unsere aktuellen 85 Bischofshoferer sicher perfekt ergänzen werden. Bald werden es 150 000 Bienen sein“, so der Brauereidirektor. Damit sei Bischofshof dann wohl der größte Arbeitgeber in der Region, schickte Goß augenzwinkernd hinterher. Bischofshof als kirchliche Brauerei sehe sich seit jeher in besonderer Verpflichtung, sorgsam und schonend mit der Schöpfung der Umwelt und Ressourcen umzugehen. Seit 2001 verfolgt die Regensburger Stiftungs-Brauerei ein Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept, das jetzt um die drei Bienenvölker reicher wurde.

Die drei Völker haben Namen

Die Bienen arbeiten schon fleißig. Foto: Lex
Die Bienen arbeiten schon fleißig. Foto: Lex

Fünf Wochen nach dem Startschuss für die Energiezentrale von Rewag und Bischofshof am Brauereigrundstück setzt die Bischofshof ein Zeichen für Umweltschutz und geht einen Schritt weiter in Richtung klimaneutralen Betrieb. „Als mittelständische Brauerei dürfte das bayernweit, wenn nicht sogar bundesweit einmalig sein“, so Goß. Verantwortlich zeichnet neben den Beefuture-Gründer Frank Weiss vor allem die Zertifizierungsbeauftragte der Brauerei Bischofshof, Laila Schmidt, verantwortlich.

„Bischofshof ist bisher für beste Biere bekannt und für Engagement in Sport, Kultur und Sozialem. Und genau nach diesen drei Säulen der Unternehmensphilosophie wurden die drei Bienenvölker getauft: Sportbienen, Bruckmandl-Kulturbienen sowie soziale Bienen“, sagte Schmidt.

Frank Weiss, Gründer der Bieneninitiative, begleitete die Brauerei bei dem Projekt: „Wir betreiben nachhaltigen Natur- und Umweltschutz mithilfe von Unternehmen und deren Investitionen in Bienenvölker. Denn die biologische Artenvielfalt soll auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben“, so Weiss. Ziel sei es, Unternehmen für den nachhaltigen Naturschutz zu begeistern und die sterbende Bienenpopulation nachhaltig und zukunftsträchtig zu erhöhen. Der Brauereidirektor war von Anfang an von der Idee begeistert, Bienenvölker in der Brauerei anzusiedeln: „Bienen sorgen für ein Gleichgewicht in der Natur und sorgen für blühende Landschaften. Genau dort wachsen nicht nur unsere Zutaten für unsere Biere, dort genießen wir auch unser Leben.“

Mehr über die Bieneninitiative erfahren Sie hier:

Was ist Beefuture?

  • Bienensterben:

    Weltweit sterben Bienenvölker. Allein in Deutschland sind bereits mehr als 50 Prozent aller Bienen verschwunden. Beefuture hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen auf ihren Firmengrundstücken oder auf Beefuture-Flächen Bienenstöcke zur Verfügung zu stellen und die Pflege der eingesetzten Völker zu übernehmen.

  • Früher gab es in Deutschland

    rund zwei Millionen Bienenvölker, heute sind es nur noch 700 000. Der Gründer von Beefuture, Frank Weiss, hängte vor rund zehn Jahren seinen Bürojob an den Nagel und widmet sich mit größtem Einsatz dem Umweltschutz.

Damit das auch noch lange so bleibe, setze Bischofshof ein Zeichen und Stärke das Bewusstsein für den Umweltschutz. Derzeit würden in Deutschland rund 100 000 Tonnen Bienenhonig konsumiert. 80 Prozent davon sind nicht aus heimischer Herstellung, sondern werden importiert – meist aus Mexiko. „Das ist schade, denn von fünf Gläsern verkauften Honig ist nur eines aus Deutschland“, so Weiss.

Laila Schmidt ist so etwas wie die „Mutter aller Bienen“ bei Bischofshof. Sie überwacht in der Brauerei die Abläufe, kontinuierliche Entwicklungsprozesse. „Wir alle wollen eine gleichbleibende Qualität bei unserem Bier.“ Dazu trügen auch die Bienen bei, die auch die wichtigen Rohstoffe zur Bierherstellung bestäuben. „Jeder wünscht sich, etwas für den Umweltschutz tun.“ Hier mache man es aktiv, und die Mitarbeiten ziehen mit.

Bienenlehrpfad geplant

In wenigen Wochen werden die jungen Bischofshof-Mitarbeiter einen Bienenlehrpfad entwickeln, der auch dem benachbarten Schulen als deren Haus dienen soll. Den Bienenhonig soll es dann nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch in den „Bischofshof Braustuben“ zu genießen geben. „Wo Bienen sind und wo Bier ist, dort geht es uns gut“, interpretierte Goß ein altes römisches Sprichwort.

„Wo Bienen sind und wo Bier ist, dort geht es uns gut.“

Der Brauereidirektor zitierte auch Albert Einstein: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

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