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Regensburg
Dienstag, 17. Juli 2018 30° 3

Mobilität

Busfahrerstreik sorgte für Frust

Der Warnstreik der Busfahrer in Regensburg brachte manche Pendler in Nöte. Vereinzelt fahrende Busse gaben Rätsel auf.
Von Hannah Mages, Heinz Klein und Jana Wolf

  • Leere Bushaltestallen in der Regensburger Innenstadt: Auch ein Umstieg aufs Fahrrad ist für manche eine Option. Foto: Wolf
  • Viele Pendler hatten sich bereits andere Mitfahrgelegenheiten gesucht. Foto: Alexander Auer

Regensburg.Öde Leere in der ansonsten so quirligen Albertstraße, in der die Stadtbusse im Minutentakt den zentralen Umschlagplatz ansteuern: Der Warnstreik der Busfahrer ließ am Mittwochmorgen die Drehscheibe des öffentlichen Personennahverkehrs wie einen Teil einer Geisterstadt erscheinen. Das „Stadtwerk.Mobilität“, wie sich die Regensburger Verkehrsbetriebe nun nennen, hätte von 4.30 bis 8.30 Uhr eigentlich als „Stadtwerk.Immobilität“ firmieren müssen. Der Betriebshof der Verkehrsbetriebe blieb nach dem angekündigten Warnstreik der Gewerkschaft verdi geschlossen, 90 gelbe Busse blieben auf dem Hof in der Markomannenstraße. „Von uns wurde der Betrieb bis 8.30 Uhr komplett eingestellt“, sagte Pressesprecher Martin Gottschalk. Auch mit einigen nicht streikenden Fahrern wäre ein Busbetrieb nicht zu planen gewesen. Die Regionalbuslinien aus dem Landkreis fuhren dagegen ganz normal.

Der Streik der Busfahrer überraschte einige Pendler. Video: Alexander Auer

Manche Schüler kamen zu spät

Der Warnstreik brachte so manchen Pendler in Nöte und sorgte für Frust, aber nicht für Chaos. Nach Auskunft der Polizeiinspektion Regensburg-Süd lief der Verkehr in der Stadt ohne besondere Vorkommnisse. An den Schulen kamen natürlich manche Schüler zu spät, doch auch das hielt sich in Grenzen. An den Gymnasien finden derzeit noch mündliche Abiturprüfungen statt. Doch auch da gab es keine Probleme, wie eine Umfrage der Mittelbayerischen ergab.

Mehr Bilder vom Streik sehen Sie hier:

Streik legt Stadtbuslinien in Regensburg lahm

Gerhard Aumüller stand am Morgen an der Albertstraße und war auf dem Weg in die Arbeit. Der Pendler ist in der Pflege tätig. Normalerweise fährt er mit den Buslinien 2 und 10 zu seinem Arbeitsplatz in der Stadt. Doch an diesem Mittwoch musste er auf ein Taxi ausweichen, denn freinehmen kann er sich in seinem Job so leicht nicht. Das sorgte bei ihm für Ärger. Aumüller beschwerte sich, dass er im Gegensatz zu den Regensburger Busfahrern in seinem Beruf nicht streiken könne. Außerdem habe er zu kurzfristig erfahren, dass der Streik stattfindet und die Busse ausfallen. „Die Busfahrer kriegen zwar zu wenig Geld, aber einen Tag früher hätte man schon Bescheid geben müssen“, meinte der frustrierte Pendler.

Die Stadtwerke informierten auf Facebook über das Ende des Streiks:

Ruhige Lage in der Albertstraße

In der Albertstraße blieb es am Morgen ruhig. Nur einmal durchquert ein Bus der Linie 9, stadtauswärts Richtung Sallener Berg, den Busbahnhof, obwohl auch diese Buslinie eigentlich bestreikt wurde. Der Busfahrer hatte keine Zeit für ein kurzes Gespräch. Einige Passagiere nutzten die seltene Gelegenheit an diesem Morgen.

Leere Bushaltestallen in der Regensburger Innenstadt, wie hier am Busbahnhof. Foto: Alexander Auer
Leere Bushaltestallen in der Regensburger Innenstadt, wie hier am Busbahnhof. Foto: Alexander Auer

Auch Hermine Kluge stand an der Bushaltestelle. Die ältere Dame war ebenfalls verärgert und klagte, dass Informationen über den Warnstreik zu schlecht kommuniziert worden wären. Erst am Dienstagabend habe sie in den Radionachrichten davon erfahren. Sie sei am Abend sogar noch Bus gefahren, habe jedoch keine Durchsagen gehört. Hermine Kluge verzichtete darauf, ein Taxi zu nehmen. Sie musste sich nun überlegen, wie sie sich an diesem Mittwoch organisiert. Sich einfach umdrehen und wieder nachhause gehen war eine der Optionen, die sie erwog.

Die Busfahrer versammelten sich in der Markomannenstraße zum Warnstreik. Foto: Alexander Auer
Die Busfahrer versammelten sich in der Markomannenstraße zum Warnstreik. Foto: Alexander Auer

Dann fuhr wieder ein Bus durch die Albertstraße, diesmal die Linie 5. Der Busfahrer sagte, dass er beim privaten Busunternehmen Meier angestellt und nicht vom Streik betroffen sei.

Auch Argon Özer stand vor einem Problem. Der Erzieher im städtischen Kinderhaus musste ans andere Ende der Stadt. Zum Warnstreik der Busfahrer sagt er: „Ich habe schon Verständnis, weil es ein sehr stressiger Job ist und die so wenig verdienen.“ Doch Özer fehlten klare Infos, wann der Streik beendet werde. Er wollte nun anrufen und aufgesparte Überstunden abfeiern.

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Streikwarnung

  • Durchsagen:

    Das Stadtwerk.Mobilität informierte auch per Durchsagen und über die Displays in den Bussen über den angekündigten Warnstreik, sagte Pressesprecher Martin Gottschalk.

  • Drohen weitere Streiks?

    Ob weitere Streiks drohen, ist derzeit unklar. Eine neue Gesprächsrunde mit verdi ist für den Freitag angesetzt.

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