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Regensburg
Montag, 20. August 2018 30° 1

Musik

Chor und Theater arbeiten zusammen

„Die drei Rätsel“: Der Cantemus-Chor und das Theater Regensburg bringen eine Gemeinschaftsproduktion auf die Bühne.
Von Angelika Lukesch

Bei der Jugendoper „Die drei Rätsel“ geht es rund. Foto: Gerhard Schmidt
Bei der Jugendoper „Die drei Rätsel“ geht es rund. Foto: Gerhard Schmidt

Regensburg.Am nächsten Wochenende hebt sich im Velodrom der Vorhang für eine erneute Zusammenarbeit des Theaters Regensburg mit dem Cantemus-Chor. „Die drei Rätsel“ von Detlev Glanert (geboren 1960) heißt die Kinder- und Jugendoper, in der im Rahmen einer höchst vergnüglichen Geschichte um Lasso und Scharado viele Märchenelemente verarbeitet werden. Rund 200 Cantemus-Kinder zwischen 10 und 13 Jahren wirken mit, außerdem noch Jugendliche und Erwachsene im Umfeld des Cantemus-Chores.

Zusammen mit ihnen wird die Sopranistin Ruth Müller vom Theater Regensburg mit auf der Bühne stehen. Die anderen Solisten stellt der Cantemus-Chor selbst, wie die beiden Kindersolisten Charlotte Haber (Lasso) und Moritz Preis (Prinz Scharado). „Unsere Stimmbildner sind als Hauptdarsteller im Einsatz, unter anderem Juan Carlos Falcon, der Solist am Gärtnerplatztheater München ist, und Esther Baar, die als freischaffende Sängerin und Gesangslehrerin bei uns im Chor mitarbeitet.

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Das Theater Regensburg ist intensiv mit dabei, angefangen von der Beratung für Ausstattung, Kostüm, Maske, Dramaturgie, Technik und so weiter“, sagt Matthias Schlier, musikalischer Gesamtleiter des Cantemus-Chores.

Großer Anspruch an Kinder

Die Regie übernimmt Marie-Christine Lüling, die als Regieassistentin am Musiktheater Regensburg arbeitet. Für die Dramaturgie ist Christina Schmidt (leitende Musiktheater- und Tanzdramaturgin am Theater Regensburg) zuständig. Es sei, sagt Schmidt, eine Herausforderung für die jungen Darsteller, diese Oper einzustudieren. Für viele der jüngeren Kinder seien „`Die drei Rätsel“ der erste Kontakt mit klassischer Musik und mit Oper überhaupt. „Das bedeutet, dass sich die Kinder für die Musik von Detlef Glanert erst einmal die Fähigkeit aneignen mussten, relativ komplexe Musik in den Klavierauszügen lesen zu können“, betont Schmidt.

Kinder rocken das Mischwerk

Die Dramaturgin bewundert die jungen Cantemus-Sänger, dass sie mit diesem großen Anspruch so gut fertig werden: „Das Wunderbare an Kindern ist ja, dass ihre Hörerwartungen noch nicht so festgelegt sind wie bei vielen Erwachsenen. Deshalb gehen die Kinder mit einer großen Lust und Offenheit mit dieser Musik und mit der im positiven Sinne reichlich verrückten Geschichte um.“ Für Regisseurin Lüling war es eine große Freude und Bereicherung, mit den Kindern das Stück zu erarbeiten. „Die Kindersolisten Charlotte Haber und Moritz Preis sind an die Sache heran gegangen wie Profis und haben, was Zeit und Einsatz anlangt, alles gegeben“, lobt sie die Hauptdarsteller.

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Die musikalischen Proben mit den unterschiedlichen Chorgruppen von Cantemus begannen vor fünf Monaten, die ersten szenischen Proben vor einem Monat. Das war sowohl für Regisseurin, als auch Dramaturgin und Darsteller nicht einfach. „Ich habe versucht, schwierige Stellen szenisch nicht auch noch zu verkomplizieren und teilweise mit kleinen choreografischen Bewegungen die Musik zu unterstützen, um die gewünschte Dynamik zu erhalten“, erklärt die Regisseurin. Es sei eine Gratwanderung, etwas zu finden, das einerseits szenisch gut wirke auf der Bühne, in kurzer Zeit umsetzbar für die Kinder sei und trotzdem anspruchsvoll genug, die Beteiligten und den Zuschauer zu fordern und zu unterhalten.

Unterschiedliche Arbeitsweisen

Die Zusammenarbeit zwischen Chor und Theater begann bereits vor vier Jahren mit dem „Kleinen Schornsteinfeger“ von Benjamin Britten. Der Anspruch bei der Zusammenarbeit von Profis (Theater Regensburg) und Laien (Cantemus-Kinder) liege vor allem darin, sagt Schlier, dass das Theater andere Arbeitsprinzipien als der Chor habe.

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„Im Theater arbeiten Profis und verschiedenste Abteilungen Hand in Hand, die Aufgaben sind klar gegliedert, die Probenzeiten haben eine feste Struktur. Beim Cantemus-Chor helfen alle spartenübergreifend mit, die Probezeiten richten sich nach den Möglichkeiten der Kinder und deren Familien. Bei den szenischen Proben ist es ein intensiver Austausch, die Kinder lernen sehr viel von den Profis. Die erwachsenen Künstler wiederum sind begeistert von der offenen und inspirierenden Atmosphäre“, erklärt Schlier.

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Die Jugendoper

  • Premiere:

    „Die drei Rätsel“ werden am 9. Juni um 18 Uhr, am 10. Juni um 15 Uhr sowie 18 Uhr und am 11. Juni um 10 Uhr (für Schulen) im Velodrom aufgeführt.

  • Mitwirkende:

    Cantemus Chor und Theater Regensburg

  • Orchester:

    Streicher des Philharmonischen Orchesters und junge Musiker des Chores spielen zusammen.

  • Komponist:

    Detlev Glanert ist der derzeit erfolgreichste Opernkomponist im deutschsprachigen Raum.

  • Bekanntestes Werk:

    „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“

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