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Regensburg
Dienstag, 22. Mai 2018 25° 1

Verkehr

Dauerstau auf der Pilsen-Allee

Brandlberger wünschen sich eine zusätzliche Anbindung des Stadtteils. Doch das Rathausbündnis hält sie für „nicht sinnvoll“.
Von Julia Ried

Auf der Pilsen-Allee stauen sich täglich im Berufsverkehr die Fahrzeuge. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Konrad Birkmeier, Geschäftsführer des Männer- und Burschenvereins Brandlberg, hat es neulich wieder voll erwischt. Der 73-Jährige holte morgens um 7.30 Uhr seine Enkeltöchter (fünf und acht) aus Prüfening ab. Er fuhr über Haslbach zurück, bog dort in die Pilsen-Allee ein. „Da hab ich schon gemerkt, es geht im Schritttempo voran.“ Und so zäh blieb der Verkehr, bis er auf Höhe Brandl-berg nach links abbog. Für die Strecke, die er bei flüssigem Verkehr in 15 Minuten bewältigt, benötigte er an diesem Tag dreimal so lange.

So, wie er es an diesem Morgen auf der Straße erlebte, gehe es auf der Pilsen-Allee täglich im Berufsverkehr zu. Birkmeier sagt: „In der Früh ist der Stau Richtung Süden. Und abends ist der Stau Richtung Norden. Dann steht man ab der Unterführung beim Odessa-Ring.“ Hans Wenzl, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Regensburg-Nord, bestätigt, dass die „sehr stark befahrene Straße“ dem Verkehrsaufkommen zu den Stoßzeiten nicht gewachsen sei und sich die Fahrzeuge dann stauen, zurück bis nach Haslbach beziehungsweise in die andere Richtung bis „Minimum Donaustaufer Straße“.

Brandlberger fordern seit Langem eine zusätzliche Anbindung des Stadtteils, von der auch alle anderen Nutzer der Pilsen-Allee profitieren würden. Die CSU im Stadtrat hat diesen Wunsch jetzt aufgegriffen und die Verwaltung aufgefordert, „zu prüfen, ob durch eine parallel zur Pilsen-Allee verlaufende Straße, die Grünthal und Brandlberg über die Kreuzung Donaustaufer Straße/Pilsen-Allee anbindet, die Verkehrsprobleme in der Pilsen-Allee entschärft werden können“. Birkmeier wie die CSU können sich vorstellen, dass der Betriebsweg, der parallel zur Pilsen-Allee verläuft, zur Straße ausgebaut werden könnte.

Hier könnte sich die CSU die Parallelstraße vorstellen.

Die Stadtverwaltung sowie das Rathausbündnis aus SPD, Grünen, Freien Wählern und FDP lehnen allerdings die von Anwohnern gewünschte und von der CSU vorgeschlagene Maßnahme ab. Als „nicht sinnvoll“ bezeichnet sie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD).

Verwaltung: Parallele vorhanden

Michael Köstlinger, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, wies am Donnerstag im Stadtplanungsausschuss darauf hin, dass die Anbindung „als zusätzliches Problem“ einen weiteren Linksabbiegerstrom an der Einmündung der Donaustaufer Straße verursachen würde. Zudem wäre laut Köstlinger ein Rechtseinbiegen in die neue Straße von Süden kommend nur aus dem Tunnel möglich, nicht aus Richtung Schwabelweis. Auch gebe es mit dem Harthofer Weg bereits eine „parallele Verkehrsführung, die in etwa die verkehrliche Wirkung hätte wie die vorgeschlagene Trasse“. Überhaupt sei die Pilsen-Allee zwar stark belastet, auch weil die Sallerner Regenbrücke fehle, aber nicht überlastet. Maltz-Schwarzfischer sagt außerdem, schnell und durch isolierte Maßnahmen ließen sich Verkehrsprobleme ohnehin nicht lösen. „Ich kenne viele Stellen in der Stadt, wo es ein-, zweimal am Tag zu Stau-, zu Rückstausituationen kommt. Wir haben einfach in unserer Stadt zu viel motorisierten Individualverkehr im Straßensystem.“ Die CSU schlug schließlich vor, prüfen zu lassen, was generell gegen den Stau auf der Pilsen-Allee unternommen werden könne, was alle anderen Parteien aber ablehnten.

Der Stau auf der Pilsen-Allee ist nicht das einzige Verkehrsproblem der Brandlberger. Bürger hatten in den vergangenen Wochen vor allem die Anfahrtssituation kritisiert. Der Tenor: Wild parkende Baustellenfahrzeuge erschwerten die Zufahrt, sogar Kinder auf dem Weg zur Schule müssten sich an ihnen vorbeidrängen. Brandlberger beklagten bis vergangene Woche sogar, zeitweise sei die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge nicht möglich – das bestreiten das Immobilien-Zentrum, das Neu-Brandlberg bebauen lässt, und die städtische Feuerwehr allerdings.

Sicherheitskonzept wirkt

Seit Mitte April wendet das Immobilien-Zentrum dennoch ein umfangreiches Sicherheitskonzept an. Es stellte zunächst eine Informationstafel für den Zufahrtsverkehr auf und wies Parkflächen aus. Seit dieser Woche setzt es laut Vorstand Dr. Thomas Rosenkranz zudem morgens eine Sicherheitskraft ein, was nach Einschätzung von Anwohnern auch Wirkung zeigt. Konrad Birkmeier sagt jetzt über die Zufahrtssituation: „Das hat sich ziemlich entspannt.“

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Die Verkehrssituation in Brandlberg

  • Anbindung:

    Momentan gibt es an der Kreuzung Grünthaler Straße/Haidhofweg für ausfahrende Fahrzeuge nur eine Spur, weshalb Autofahrer zu Stoßzeiten mehrere Versuche brauchen, um über die Ampel zu kommen. Künftig soll es eine zusätzliche Rechtsabbiegespur geben. Dem Baureferat zufolge soll diese 2019 kommen. Die ebenfalls von Anwohnern – und von der CSU geforderte Paralleltrasse zur Pilsen-Allee (siehe Grafik) lehnte der Planungsausschuss gestern ab.

  • Feuerwehrzufahrten:

    Brandlberger Bürger kritisieren, es gebe nur eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge. Die Verwaltung bestreitet das. Rettungskräfte könnten zusätzlich im Süden über den Wirtschaftsweg, der parallel zur Pilsen-Allee von der Rampe der Grünthaler Straße hinter die geplante Lärmschutzwand führt, das Gebiet erreichen. Diese Zufahrt werde das Immobilien-Zentrum noch umbauen. Eine weitere Zufahrtsmöglichkeit bestehe von Norden her vom Geh- und Radweg an der Pilsen-Allee, seit der Fußgängersteg dort gebaut werde.

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