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Regensburg
Donnerstag, 16. August 2018 30° 1

Aktion

Dehnen gegen den Alltagstrott

Mit der Aktivpause will die Faszination Altstadt zur Gesundheitsförderung beitragen. Das Angebot gibt es einmal wöchentlich.
Von Leonie Düngefeld

  • Ungewohntes Bild: Unter der Anleitung von Matthias Bauer hüpfen die Teilnehmer der Aktivpause im „Hampelmann“. Foto: Düngefeld
  • Auch das richtige Dehnen will gelernt sein. Foto: Düngefeld

Regensburg.Das Angebot fasziniert viele: die Teilnehmer, die nach dem langen Vormittag im Büro die Sonne und die Bewegung an der frischen Luft genießen. Den Trainer, der sichtlich Spaß an der Arbeit hat und die Gruppe gekonnt motiviert. Besonders aber die Passanten mit Eis oder Einkaufstüten in der Hand, die langsam und staunend an der sportlichen Gruppe in der Drei-Helm-Gasse vorbeigehen.  „Was ist denn das hier?“, fragt eine Frau, die amüsiert stehenbleibt. Verständlich, bietet sich dort doch ein bemerkenswertes Bild: Da steht ein Mann in kurzer Sporthose und Shirt mit der Aufschrift „Personal Training“, vor ihm sowohl Geschäftsleute in Anzughose, weißem Hemd und schicken Schuhen als auch Menschen in Jeans und T-Shirt, allesamt im Hampelmann hüpfend. „Macht mit“, ruft der Coach den Schaulustigen grinsend zu und zeigt dann die nächste Übung: Kniebeugen mit nach oben gestreckten Armen.

Die neugierigen Passanten sind heute Zeugen der ersten Aktivpause, die der Verein Faszination Altstadt seit dieser Woche einmal wöchentlich anbietet: Jeden Dienstag um 13 Uhr. Das Konzept ist simpel: Alle, die Lust haben, können in ihrer Mittagspause eine halbe Stunde Sport am Neupfarrplatz machen – ohne zu schwitzen.

Niemand muss duschen

Das verspricht Trainer Matthias Bauer, der selbstständig unter dem Namen „BPersonalTraining“ als Personal Coach arbeitet und bereits mehrere Outdoor-Kurse in und um Regensburg anbietet. „Es soll danach niemand das Bedürfnis haben, duschen zu müssen. Alle müssen dann ja noch arbeiten“, erklärt er. Vielmehr sollen die Teilnehmer durch leichte Kräftigungs- und Dehnübungen aus ihrem Arbeits- und Alltagstrott herausgeholt werden und frische Luft tanken, um danach frisch und gestärkt in die zweite Hälfte des Tages zurückzukehren. 

Die Idee hatte Ingo Saar, Geschäftsführer des Vereins Faszination Altstadt. Bei einer ähnlichen Veranstaltung lernte er Matthias Bauer kennen, der die aktive Pause auch für andere Gruppen anbietet. „Da hab ich mir gedacht, das wäre eigentlich etwas für uns in der Altstadt“, erzählt er. „Einmal in der Woche ein bisschen was tun, uns bewegen und dann mit einem guten Körpergefühl in den Nachmittag gehen.“

Ein guter Gedanke, über den sich nun nicht nur die Mitarbeiter der Vereinsmitglieder freuen, sondern auch andere Berufstätige, Altstadtbewohner und Besucher der Stadt. Bei starker Nachfrage besteht die Möglichkeit, die Aktivpause für eine zweite Gruppe im Anschluss an die erste anzubieten. Schließlich könne man trotz der Begeisterung seitens der Passanten nicht die gesamte Drei-Helm-Gasse einnehmen. Wie stark der Anklang ist, werde man in den nächsten Wochen sehen. Den Auftakt kann der Verein jedoch schonmal als Erfolg verbuchen.

Matthias Bauer zeigt die Übungen stets kurz, geht dann herum und korrigiert die Teilnehmer in ihrer Haltung und der Ausführung. „Arme zur Seite, ein Bein langsam nach vorn strecken – und jetzt die Augen schließen.“ Besonders der Gleichgewichtssinn wird während der aktiven Pause gefördert, auch Tipps für die gute Haltung gibt der Coach. Bei einem langen Tag am Schreibtisch oder hinter dem Verkaufstresen ziehe man oft unbewusst die Schultern hoch und sitze krumm, was zu bleibenden Schäden führen kann. Gut, wenn man dann in der Mittagspause etwas dagegen tun kann.

Durch leichte Kräftigungsübungen wie Kniebeugen oder den Zehenspitzenstand werden verschiedene Muskelgruppen aktiviert. Wenige Wiederholungen reichen bereits aus. Dynamisches Hüpfen und Hampelmänner sorgen nicht für Erschöpfung, sondern – ganz im Gegenteil – für neue Energie, ein stärkeres Körperbewusstsein und für heiteres Lachen unter den Teilnehmern.

„Bewegung setzt Energie frei“

Das Fazit der Teilnehmer: „Es hat richtig gut getan!“, erzählen zwei Mitarbeiterinnen von Sonnentor, die sich heute in ihrer Mittagspause Zeit für das aktive Angebot genommen haben. „Man vergisst immer, dass auch Bewegung Energie freisetzt.“ Da die beiden sowieso im Stehen arbeiten, glauben sie, dass die Übungen für Berufstätige, die immer am Schreibtisch sitzen, noch erholsamer sind. Aufgrund der Hitze sei es an der Grenze gewesen, zu anstrengend zu werden. Der Platz im Schatten sei dafür jedoch ideal. „Es ist einfach mal eine andere Art, seine Mittagspause zu verbringen. In der Regel verbringt man die ja eher sitzend oder essend.“

Allerdings sei eine kurze Ruhephase im Anschluss wichtig, deshalb sollte man darauf achten, nach der Aktivpause noch etwas Zeit zu haben, bevor es wieder an die Arbeit gehe. Zum Beispiel, um dann Mittag zu essen – und dann fit und gestärkt in den Nachmittag zu starten.

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