mz_logo

Regensburg
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Natur

Der Dörnbergpark bleibt geschlossen

Der beliebte Park muss bis in den Herbst hinein geschlossen bleiben. Das kündigte das Gartenamt mit großem Bedauern an.
Von Heinz Klein

  • Totholz hoch oben in den Baumkronen wäre ein zu großes Sicherheitsrisiko für den Parkbesucher 25 Meter weiter unten auf der Bank. Foto: Klein Foto: Klein
  • Vom Hubsteiger aus zeigt sich das Ausmaß der Baumschäden viel deutlicher als von unten. Konrad Ferstl zeigt es in luftiger Höhe. Foto: Klein
  • An der Baumwurzel zeigt sich der heimtückische Brandkrustenpilz. Er zersetzt Holz in rasantem Tempo. Foto: Klein
  • Gerda Neuger, Teamleiterin Baumpflege im Gartenamt, erklärt, was sich an einem morschen Stumpf tut. Foto: Klein

Regensburg. Um die Zukunft des beliebten und von den Regensburgern so gerne genutzten Dörnbergparks steht es nicht gut. „Der Verfall lässt sich nicht aufhalten“, sagte Dietrich Krätschell bei einer Pressekonferenz im gesperrten Park. Und diese Sperrung wird voraussichtlich bis November dauern. Doch auch in den nächsten Jahren werden die Regensburger ihren Park nicht uneingeschränkt nutzen können. Es wird immer wieder Teilsperrungen gegen, kündigte der Chef des Gartenamts an.

Einen Tag zuvor hatte das Gartenamt das Gutachten externer Experten mit über 1000 Einzelergebnissen bekommen. Und das besagt nichts Gutes. „Zwei Drittel der Bäume haben Probleme“, sagt Gerda Neuger, Teamleiterin Baumpflege im Gartenamt. „Der Verfall ist schneller als die Baumpflege“, bedauert Krätschell. Vor allem die alten Buchen sind durch Faktoren wie Phytophthora, Holz abbauende Pilze, Büschelpflanzungen, Bodenverdichtungen und den allgemeinen Klimawandel stark geschwächt. Das macht die 140 bis 160 Jahre alten Bäume zum Sicherheitsrisiko. Die Stadtgärtner fürchten vor allem die Gefahr von Grünastbrüchen. Ohne eine Vorwarnung durch sichtbare Schäden können mächtige Äste aus den Baumkronen brechen.

Gartenamtsleiter Dietrich Krätschell verkündet die weitere Schließung des Parks mit Bedauern. Rechts neben ihm Michael Krauß, Michael Krauß, Administrator der Gräflich von Dörnberg´schen Waisenfond Stiftung, dem eigentlichen Besitzer des Parks. Foto: Klein
Gartenamtsleiter Dietrich Krätschell verkündet die weitere Schließung des Parks mit Bedauern. Rechts neben ihm Michael Krauß, Michael Krauß, Administrator der Gräflich von Dörnberg´schen Waisenfond Stiftung, dem eigentlichen Besitzer des Parks. Foto: Klein

Gleichzeitig hat der dem langsamen Verfall geweihte Park allerhöchsten Biotopwert, macht Dr. Regina Elsner, Leiterin der Abteilung Ökologie am Umweltamt, klar. Im Totholz wohnen extrem selten gewordene Insekten wie etwa der Eremit oder Juchtenkäfer. Die Spechte haben in den alten Stämmen jede Menge zu klopfen und schaffen damit Nistplätze für insgesamt 15 verschiedene Fledermausarten und viele Höhlenbrüter. All das untersteht strengem Natur- und Artenschutz. Als herausragendes Gartendenkmal genießt der Park zudem Denkmalschutz. „Wir können hier nicht roden. Tabula rasa – das kann’s nicht sein“, sagt Dietrich Krätschell. Und so sind die Stadtgärtner mitten drin im Spannungsfeld von Parknutzung, Verkehrssicherheit, Natur- und Artenschutz und Denkmalpflege.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier:

Kommentar

Der morsche Park

Den ganzen Sommer über nicht im Dörnbergpark in der Wiese liegen oder auf dem Bankerl eine Mittagspause lang im Schatten der Buchen dösen dürfen – das...

Ursprünglich wollte die Stadt zumindest einen Teil des Parks nach Ausführung baumpflegerischer Arbeiten im März wieder öffnen. Doch daraus wird wohl nichts, die geplante Öffnung scheitere am Umfang der notwendigen Arbeiten, machte das Stadtgartenamt klar.

Nach den Expertisen, die die Baumkontrolleure nun abgegeben haben und dabei nähere Untersuchungen und spezielle Messungen an 18 Bäumen empfehlen, folgt im April ein nächster Schritt. Dann soll als Arbeitsgrundlage für alle weiteren Arbeiten ein artenschutzrechtliches Gutachten erstellt werden. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Vogelwelt, dem Vorkommen von Fledermäusen und auf speziellen totholzbewohnenden Käferarten wie dem Eremit oder Juchtenkäfer liegen. Baumpflegearbeiten werden damit voraussichtliche erst ab August möglich werden. Der Park könnte dann im November wieder geöffnet werden.

Zudem wird im Juni eine gartendenkmalpflegerische Planung zur künftigen Parkentwicklung und Verjüngung der Baumbestände in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis soll es im Sommer 2019 geben. Ab dem Winter 2019 könnten dann voraussichtlich abschnittsweise die ersten größeren Umbauten am Baumbestand beginnen. Weil diese Arbeiten mehrere Jahre in Anspruch nehmen, werden erneute Teil- und Vollsperrungen des Parks vermutlich unvermeidlich sein, kündigte die Stadt an.

Weitere Nachrichten aus Regensburg finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht