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Umwelt

Die grüne Hand: Preis für Schule

Die St. Marien-Schulen in Regensburg erhalten Auszeichnung für ihren Einsatz zum Erhalt von Natur und Lebensraum für Bienen.
Von Aaron Grassl

Michael Zinner (grüne Krawatte) überreichte den St. Marien-Schulen den Umweltpreis, um die Erhaltung des Klostergartens zu unterstützen.  Foto: Graßl
Michael Zinner (grüne Krawatte) überreichte den St. Marien-Schulen den Umweltpreis, um die Erhaltung des Klostergartens zu unterstützen. Foto: Graßl

Regensburg.Der Klostergarten soll erhalten bleiben! Dies ist der Schulfamilie der St. Marien-Schulen ein großes Anliegen. Zahlreiche Pfirsich- und Apfelbäume, Kräuter-, Blumen- und Gemüsebeete sowie einige Bienenstöcke sind auf der Grünfläche beim Kloster der Englischen Fräulein zu finden – eine Oase inmitten der Urbanität. Doch anstelle grüner Pflanzen und bunter Blumen soll dort zukünftig grauer Beton vorzufinden sein.

Die Schülerinnen und Lehrkräfte der St. Marien-Schulen wollen dies unbedingt verhindern und wurden hierbei von der VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eG im Rahmen der Umweltprojektförderung „Die grüne Hand“ mit 1.000 Euro unterstützt. In Kooperation mit der Mittelbayerischen Zeitung wird diese Auszeichnung jährlich an zehn Einrichtungen in der Region vergeben, die sich in innovativen Projekten für Ökologie und Nachhaltigkeit einsetzen.

Parkplätze statt Kräuterbeete

Im Sommer dieses Jahres wird die Niederlassung der Congregatio Jesu in Regensburg geschlossen, wie die Provinzoberin Sr. Sabine Adam CJ im Februar 2017 bekanntgab. Es waren die Ordensschwestern, die seinerzeit diese Schule für Mädchen in Regensburg gründeten, die sich heute in ein Gymnasium und eine Realschule gliedert. Seither kümmerten sie sich um das Wohl und die Betreuung der Schülerinnen. Nachwuchsprobleme beim Orden sorgten jedoch dafür, dass sich die Zahl der Englischen Fräulein zunehmend dezimierte. Heute ist lediglich die jüngste Schwester Christa als Pastoralreferentin an den St. Marien-Schulen tätig. Alle anderen sind aufgrund ihres hohen Alters bereits aus dem Schuldienst ausgeschieden.

In die schon bald leeren Konventgebäude an der Helenenstraße wird nun voraussichtlich das Kirchensteueramt einziehen. Dabei soll ein großer Teil des Klostergartens in Parkplätze umfunktioniert werden. Für Schulleiter Dr. Hans Lindner eine schreckliche Vorstellung. Die Grünanlage des Klosters stellt einen großen Mehrwert für das Gymnasium und die Realschule dar. Und auch für die Stadt sind solche Gärten als sogenannte „Grüne Lunge“ unerlässlich.

Bisher hatten sich die Ordensschwestern um die Pflege und Instandhaltung des Klostergartens gekümmert. Nun sorgen StRin Stefanie Bernhard und ihre 17 Schülerinnen des Wahlfachs „Umwelt AG“ dafür, dass die Pflanzen wachsen und gedeihen, während Biologielehrer Florian Kolbinger seiner Gruppe das Imkerhandwerk nahebringt. In den Pausen soll der Garten zudem als Erholungsort für die Schülerinnen dienen. Durch die sinnvolle Nutzung der Grünanlage erhoffen sich die Beteiligten, den Parkplatzbau verhindern zu können. Einmal pro Woche kümmert sich die „Umwelt AG“ um die Pflanzen, erntet Obst und Gemüse und sät neue Samen aus. Die Früchte des Gartens sollen im Pausenverkauf angeboten werden.

Hohe Bedeutung des Gartens

Die Geographielehrerin Bernhard beschäftigt sich mit ihrer Wahlfachgruppe bereits seit längerem mit drängenden ökologischen Problemen. So wurden in der Vergangenheit bereits verschiedene Umweltthemen und –problematiken behandelt, Projekte zur Plastikvermeidung durchgeführt und Kleidertauschpartys organisiert. Der Erhalt des Klostergartens ist ihr daher ein ungemein wichtiges Herzensanliegen, nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch in Anbetracht der kulturellen Bedeutung. Das Kloster der Englischen Fräulein wurde im Jahr 1913 errichtet und blickt somit auf eine über hundertjährige Geschichte zurück.

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld soll wiederum in die Instandhaltung des Klostergartens fließen. So müsse beispielsweise eine Regentonne angeschafft werden, um Wasser für das Gießen der Pflanzen auffangen zu können. Da eine Entscheidung über den Parkplatzbau jedoch noch ausstehe, könne die „Umwelt AG“ derzeit keine größeren Anschaffungen vornehmen. „Momentan hängen wir in der Luft“, gab Stefanie Bernhard zu verstehen. Wie Schulleiter Lindner hofft sie darauf, dass ihnen der Klostergarten als zukünftiger Schulgarten erhalten bleibt.

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Die grüne Hand

  • Förderung:

    Mit dem Umweltpreis „Die grüne Hand“ werden jährlich zehn Schulen aus der Region mit jeweils 1000 Euro gefördert, die sich in Projekten mit den Themen Ökologie und Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

  • Preisträger:

    Der Preis wird von der VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eG in Kooperation mit der Mittelbayerischen Zeitung vergeben. Neben den St. Marien-Schulen stammt mit der BOS Wirtschaft ein weiterer Preisträger aus Regensburg.

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