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Regensburg
Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

Verkehr

Die wichtigsten Antworten zur Tram

Die Mittelbayerische fasst die wichtigsten Fakten zur Grundsatz-Entscheidung im Regensburger Stadtrat zusammen.
Von Julia Ried

Eine Straßenbahn auf Schienen kann deutlich mehr Menschen befördern als Expressbusse, die den Gutachtern zufolge in Regensburg überlastet wären. Foto: Sergii Figurnyi/stock.adobe.com
Eine Straßenbahn auf Schienen kann deutlich mehr Menschen befördern als Expressbusse, die den Gutachtern zufolge in Regensburg überlastet wären. Foto: Sergii Figurnyi/stock.adobe.com

Regensburg.Wann rollt die Stadtbahn durch Regensburg?

Die erste Prognose von Planungsreferentin Christine Schimpfermann lautet: „Ich denke, dass ein Zeitraum von zwölf bis 15 Jahren erforderlich ist, bis die ersten Baumaßnahmen abgeschlossen sind.“ Die Stadt muss für die zu verlegenden Gleise auch Grundstücke kaufen. Wie lange sie dafür braucht, hängt auch von den betroffenen Eigentümern ab. Das Bürger-Bündnis für einen hochwertigen ÖPNV in Regensburg drängt auf eine schnellere Realisierung. Der Koordinator, Architekturprofessor Walter Weber, verweist auf ein Projekt in München: „Dort soll in der Achse der Fürstenriederstraße eine neue Linie gebaut werden, die im Umfang mit dem Regensburger Vorhaben vergleichbar ist. Für deren Verwirklichung sind neun Jahre angesetzt. Ein solcher Zeitrahmen sollte, bei gutem Willen, auch in Regensburg möglich sein.“

Warum werden zunächst nur zwei Stadt-Linien geplant?

Das ist eine Kostenfrage. Förderung von Bund und Land bekommen Verkehrsprojekte wie diese nur, wenn die Verkehrsmittel potenziell gut ausgelastet sind. Die von der Stadt beauftragten Gutachter halten dies in Bezug auf eine Straßenbahn in den Landkreis für unwahrscheinlich. Sie arbeiteten aus einem „Maximalnetz“ aus sechs Linienästen mit Verlängerungen nach Neutraubling und Kneiting die am stärksten nachgefragten Strecken heraus. Das Ergebnis: Ihr „Kernnetz“ auf einer Nord-Süd-Strecke mit zwei Linien erreicht knapp die Förderfähigkeit. Die Möglichkeit der Erweiterung, zum Beispiel um eine West-Ost-Verbindung, erwähnen sie ausdrücklich. Langfristig soll auch die Option einer „Regio-Stadtbahn“ offenbleiben.

Warum empfehlen die Gutachter ein System auf Schienen?

Eine Straßenbahn auf Schienen kann deutlich mehr Menschen befördern als Expressbusse, die den Gutachtern zufolge in Regensburg überlastet wären. Eine sechsteilige Stadtbahn hat eine Kapazität von fünf Doppelgelenkbussen. Auch wäre die Förderfähigkeit für ein Expressbussystem „vermutlich schwieriger zu bekommen“, wie Romain Molitor vom Wiener Verkehrsplanungsbüro Komobile am Dienstag im Planungsausschuss des Stadtrats sagte. Wissenschaftler und Planer in der Praxis sind sich außerdem einig: Es gibt einen „Schienenbonus“. Circa 75 Prozent der Passagiere bevorzugen laut den von der Stadt beauftragten Gutachtern Straßenbahnen gegenüber einem ansonsten identischen Bussystem. Das führe dazu, dass Straßenbahnsysteme stärker genutzt werden. Und das ist in Regensburg politisch gewünscht, um zu verhindern, dass der Autoverkehr die Stadt noch stärker belastet.

Wie viele Menschen kann eine Stadtbahn befördern?

Die Gutachter rechneten mit einer Kapazität von 250 Fahrgästen pro Fahrzeug beziehungsweise 3000 pro Stunde; in einen Doppelgelenkbus passen ihnen zufolge 140 Passagiere. Im Gegensatz zu einem Bus ist eine Tram durch längere Züge aber stark erweiterbar: Straßenbahnen könnten heute „bis zu 20 000 Menschen pro Stunde“ befördern, sagt Roland Edel, Cheftechniker der Siemens-Division Mobilität.

Lesen Sie auch: Regensburg bekommt eine Stadtbahn

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