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Bilanz

Dult: Deutlich mehr Straftaten

Raufereien und Diebstähle nehmen zu: Die Zahl der Anzeigen stieg aufs Doppelte. Vier Radler saßen betrunken am Lenker.
Von Wolfgang Ziegler

Die Maidult 2018 verlief zwar weitgehend friedlich, dennoch war die Polizei stärker gefordert als im vergangenen Jahr. Foto: xgs
Die Maidult 2018 verlief zwar weitgehend friedlich, dennoch war die Polizei stärker gefordert als im vergangenen Jahr. Foto: xgs

Regensburg.Polizei und Sicherheitsdienste ziehen nach der Maidult 2018 eine gemischte Bilanz. Wenngleich der stellvertretende Dienststellenleiter der Regensburger Polizeiinspektion Nord am Protzenweiher, Hauptkommissar Ludwig Hastreiter, in einer am Montag veröffentlichten Erklärung von einer insgesamt „sehr friedlichen Dult“ spricht, so verzeichneten die Sicherheitskräfte dennoch mehr als doppelt so viele Straftaten wie im Vorjahr. Die Helfer vom Roten Kreuz mussten 189 Personen sanitätsdienstlich versorgen.

Wie aus Hastreiters Stellungnahme hervorgeht, bewegte sich die Gästezahl auf der Maidult unter der Woche auf normalem Niveau. An den Wochenenden und Feiertagen kam es nach seinen Worten hingegen zu einem sehr hohen Besucheraufkommen, was das Festgelände zum Teil an seine Kapazitätsgrenzen brachte.

28-Jähriger verletzt Polizisten

Bedenklich ist die wachsende Zahl von Straftaten. Wurden 2017 noch 31 registriert, so vermeldet Hastreiter in diesem Jahr 65 Anzeigen. Zweimal kam es zu Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. In einem Fall wollte sich der 32-jährige Verdächtige einer Sachbeschädigung am 19. Mai seiner Festnahme mit körperlicher Gewalt widersetzen. Zudem beleidigte er die eingesetzten Polizisten. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte wurde am 10. Mai auch ein 20-jähriger Mann angezeigt. Er war in einem Festzelt mit einem anderen Besucher in Streit geraten. Auch er beleidigte die Polizeibeamten bei seiner Festnahme und schlug nach ihnen.

Am letzten Dultwochenende hatte die Polizei schließlich noch einen verletzten Beamten zu beklagen. Beim Versuch, zwei Streithähne zu beruhigen, erhielt ein 24-jähriger Polizist von einem 28-jährigen Dultbesucher einen Schlag und stürzte zusammen mit diesem zu Boden.

Eine friedliche Dult trotz vieler Straftaten

Deutliche Steigerungen gab es generell bei der Zahl der Körperverletzungen – von elf im Vorjahr auf nunmehr 21. Meistens handelte es sich nach Aussage des Hauptkommissars um Streitereien, die in Handgreiflichkeiten ausarteten. In einem Fall soll ein Schlagring verwendet worden sein, in einem anderen Fall war die Folge der Eskalation die Fraktur eines Sprunggelenks bei einem der Kontrahenten. Auch Diebstähle nahmen stark von acht auf 18 zu. In der Regel machten sich die Langfinger an abgelegten Jacken und Taschen zu schaffen. Angezeigt wurde auch ein Fahrraddiebstahl.

Im Verkehrsbereich gab es 814 Verwarnungen (Vorjahr: 529), 46 (22) Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Als unerfreulich bezeichnet Hastreiter den neuerlichen Anstieg von Trunkenheitsfahrten von einer auf vier. Dabei handelte es sich ausschließlich um Fahrradfahrer. Einer von ihnen hatte derart gebechert, dass er beim Stehenbleiben vom Rad fiel.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt führte die Polizeiinspektion Nord auf dem Dultgelände und in den Festzelten auch wieder zwei Jugendschutzkontrollen durch. Das Resümee dieser Einsätze ist laut Hastreiter sehr erfreulich: „Kein einziger Jugendlicher wurde wegen übermäßigen Alkoholkonsums aufgegriffen.“

Das war die Regensburger Maidult 2018:

Das war die Regensburger Maidult 2018

BRK versorgt 189 Personen

Wie bereits bei den Dulten 2017 setzte die Polizei aufgrund der allgemein angespannten Sicherheitslage auf eine erhöhte Präsenz. Private Sicherheitsdienste waren ergänzend an den Eingängen zum Dultgelände und in den Festzelten im Einsatz. Ihre Aufgaben waren hauptsächlich Kontrollen mitgeführter Taschen und Rucksäcke. Dabei kam es kaum zu Problemen, lediglich ein Mann war damit nicht einverstanden – und das hatte seinen guten Grund. In seinem Rucksack wurde schließlich ein verbotenes Messer gefunden und sichergestellt.

Die Sicherheitsdienste selbst sprechen von „keinen größeren Problemen“. Nach den Worten von Arben Fetoshi von der Neutraublinger AF Security GmbH ging das vor Dultbeginn zusammen mit den Festwirten erarbeitete Sicherheitskonzept in jeder Beziehung auf. „Erfreulicherweise musste die Polizei bei keinem unserer kleinen Zwischenfälle hinzugezogen werden oder einschreiten“, sagt er.

Ähnliches vermeldet André Rieth von der Bavarian Guards GmbH aus Maxhütte-Haidhof. Es habe zwar vereinzelt Zwischenfälle bei den Kontrollen gegeben, es seien aber weder seine Leute noch Dultgäste verletzt worden. Die ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer der BRK-Bereitschaften leisteten während der Maidult insgesamt 1158 Einsatzstunden, in denen sie 189 Menschen versorgten.

Delikte in Zahlen

  • Beschädigungen:

    Zwei Beschädigungen registrierte die Polizei. Ein Dultbesucher beschädigte eine Fahrgastkabine des Riesenrades. In einem weiteren Fall wurde ein Pkw zerkratzt.

  • Sexualdelikte:

    Drei Sexualdelikte wurden während der Dult angezeigt. In einem Fall soll ein 27-jähriger Ire eine 20-Jährige gegen ihren Willen auf den Mund geküsst haben.

  • Platzverweise:

    13 Platzverweise sprach die Polizei gegen Dultbesucher aus, fünf Personen wurden aufgrund ihrer Alkoholisierung in Schutzgewahrsam, also zwangsweise in polizeiliche Obhut genommen.

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