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Regensburg
Samstag, 18. August 2018 31° 3

Dult

Dultboxen: Zum Finale flogen die Fäuste

Das Boxen im Glöckl-Zelt war das sportliche und gesellschaftliche Ereignis am letzten Tag des Regensburger Volkfests.
Von Christl Metzner

  • Nicht nur ein bisschen Show: Im Ring des Glöckl-Zelts ging es zur Sache. Foto: Tino Lex
  • Faire Kämpfe, faire Gesten: die Teams des Ländervergleichs Foto: Tino Lex

Regensburg.Am letzten Tag der Dult fliegen traditionell die Fäuste: Das Boxen im Glöckl-Zelt war das sportliche und gesellschaftliche Ereignis des Tages. Bereits um 9 Uhr war für neun Euro Einlass – und dies nutzten die aus Nah und Fern angereisten Boxsportfans, um sich die guten Plätze zu sichern. Möglichst nah am Geschehen, das war das erste Ziel des Tages. Dann eine Maß bestellt und es kann losgehen. Bis zum Beginn eine Stunde später füllte sich das Festzelt mit zumeist sportbegeisterten Männern und Frauen. Sogar Kinder waren dabei, immerhin die Zielgruppe von Morgen.

„Ja, auch die Kinder sind schon jedes Jahr dabei und interessieren sich“, so Kim Süss, Sohn eines der Sponsoren. Er ist mit seiner Freundin gekommen und hütet die am Boden spielende Kinderschar. Auch Silvia und Alexandra, zwei der zahlreichen Kellnerinnen im Glöckl-Zelt, sind schon seit über 14 Jahren begeistert dabei. „Die Fans sind voll dabei und es macht immer wieder Spaß.“

Austria-Teams blieben aus

Stilecht wurden die Runden im Dirndl angekündigt. Foto: Tino Lex
Stilecht wurden die Runden im Dirndl angekündigt. Foto: Tino Lex

Der BC Boxfit Regensburg veranstaltete einen internationalen Vergleichskampf gegen eine Auswahl Österreichs. Sascha Kuntsch, einer der beiden Inhaber des Boxfit, ist stolz auf seine Mitglieder: „Wir sind unverwechselbar und authentisch und ein beliebter Treff der Regensburger Box- und Fitness-Szene. Kult seit 1986.“ Er ist immer unterwegs – entweder im Ring oder bei seinen Boxern zum Aufwärmen.

Kuntsch bedauert, dass es in diesem Jahr viele Absagen der Austria-Teams gab, denn eigentlich wollten vier Teams Kämpfer schicken. Man habe es aber trotzdem hinbekommen, genügend Vergleichskämpfer zu organisieren. Insgesamt sei er sehr zufrieden, die Veranstaltung sei ein voller Erfolg.

Besser mit Kopfschutz – da wirken die Treffer nicht ganz so hart. Foto: Tino Lex
Besser mit Kopfschutz – da wirken die Treffer nicht ganz so hart. Foto: Tino Lex

Zehn Kämpfe sollen es werden. Das Publikum ist voller Interesse dabei, die Stimmung eher ruhig und konzentriert. Man fachsimpelt. Zum Beispiel geht es darum, dass neuerdings ohne Kopfschutz geboxt wird. „Da kann man die Gesichter und Mimik der Boxer besser sehen.“ Dies gilt allerdings nur im Schwergewicht, junge Kämpfer bis 18 Jahre tragen sehr wohl noch Helm.

Sascha Kuntsch, zum Thema Kopfschutz befragt, meint, dass nur junge Männer ohne Kopfschutz kämpfen dürfen und dass die Schlagwirkung durch gute Qualität der Handschuhe abgefangen werde. Alle Kämpfer im BC Boxfit sind aus Regensburg, trainieren drei bis vier mal pro Woche. Außer Boxen werden auch andere Kurse angeboten. Das Alter der Mitglieder liegt bei fünf bis 70 Jahren. Bei den Zuschauern gibt es durchgehend positive Kommentare: „Es ist super, einen Boxkampf einmal live zu sehen, sonst sitzt man ja nur vor dem Fernseher.“ Und auch das hört man: „Rummelboxen ist der Hammer!“

Die Boxer selbst – besonders die jüngeren Kämpfer – sind doch etwas nervös und angespannt. Vor Publikum zu boxen, ist für manche aufregend und neu. Zwei von ihnen, der 16-jährige Schüler Felix Döring und der 22-jährige Johann Engel, sind leicht erschöpft nach dem Kampf und freuen sich, dass sie gewonnen haben. „Es ist uns eine Ehre, hier boxen zu dürfen“, meinen sie. Viermal pro Woche gehen Sie ins Boxfit zum Trainieren, Spaß mache es und das Ambiente dort sei super.

„Das ist voll der Hammer!“

Andere halten sich kurz und knapp bei ihrem Kommentar: „Voll der Hammer, viele Fans, man trifft sich jedes Jahr gerne wieder.“ Familien, die zufällig vorbeikommen, halten sich eher in dem vorderen Bereich des Festzelts auf, bestellen ein Mittagessen und eine Maß, Cola für die Kinder und genießen eher die Atmosphäre auf der Dult. Man schaut sich ein wenig um, wer die anderen Besucher sind, vielleicht trifft man Bekannte oder Freunde. Das Wetter passt auch, so äußern sich die, die mit dem Boxen nichts am Hut haben. Der Mannschaftsvergleich Deutschland-Österreich endet mit der Auszählung der Punkte über alle Gewichtsklassen hinweg.

Auch Alfred Glöckl ist mit dem Dult-Boxtag zufrieden. Seit 30 Jahren ist er Tradition, dieser Tag der Konzentration auf den Sport und aufs Boxen. Das Glöckl-Bierzelt gibt es seit über 80 Jahren, die Tradition der Familie Glöckl geht zurück bis in das Jahr 1880. Auf dem alten Dultplatz am Protzenweiher wurde 1936 das erste Bierzelt beim Regensburger Volksfest aufgestellt. Seither geht es Jahr für Jahr positiv weiter. Auf ein Neues am 24. August, wenn mitten in den Ferien die Herbstdult beginnt!

Alles rund um die Dult lesen Sie in unserem MZ-Spezial.

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