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Regensburg
Freitag, 17. August 2018 31° 2

Kunst

Ein Blick auf Kumpfmühl

Die Regensburger Sonntagsmaler widmen dem Stadtteil eine Ausstellung. Die gut 50 Werke begeistern mit neuen Perspektiven.
Von Hannah Mages

Vielen Besuchern der Ausstellung im Kumpfmühler Bürgerheim hatten es die „Wimmelbilder“ von Georg Hahn angetan. Foto: Hannah Mages
Vielen Besuchern der Ausstellung im Kumpfmühler Bürgerheim hatten es die „Wimmelbilder“ von Georg Hahn angetan. Foto: Hannah Mages

Kumpfmühl.Eine sommerliche Brise umwehte das Kumpfmühler Bürgerheim bei der Vernissage der Ausstellung der Regensburger Sonntagsmaler. Diese haben, passend zum 200-jährigen Jubiläum des Stadtteils, ihrer Kreativität und künstlerischen Raffinesse freien Lauf gelassen und zahlreiche Ansichten von Kumpfmühl in Bildern gefertigt. Maria Betz, Leiterin des Seniorenstifts und Bürgerheims Kumpfmühl, freute sich über die Ausstellung, die für Leben und angenehmen Trubel in ihrem Stadtteil sorgt.

Auch Hubert Wartner, Vorstand des Geschichts- und Kulturvereins Regensburg-Kumpfmühl, zeigte sich sichtlich begeistert von der Ausstellung und der Gestaltung des neuen Seniorenstifts.

Dieses Bild von Hannelore Wimmer zeigt ihren Blick auf die Ganghofersiedlung.  Foto: Hannah Mages
Dieses Bild von Hannelore Wimmer zeigt ihren Blick auf die Ganghofersiedlung. Foto: Hannah Mages

Er hatte bereits die Möglichkeit am Vortag der Vernissage durch die gezeigten Bilder zu stöbern und war beeindruckt von der hohen Qualität der Ausstellungsstücke. Wartner, der bereits lange Zeit intensive Kontakte zu den Regensburger Sonntagsmalern pflegt, verwies auf das sichtbare Talent der KünstlerInnen, das ihn gar an Größen wie van Gogh denken ließ.

Hannelore Wimmer und Manfred Kammerl erklärten die Ausstellung.  Foto: Hannah Mages
Hannelore Wimmer und Manfred Kammerl erklärten die Ausstellung. Foto: Hannah Mages

Wie Manfred Kammerl, erster Vorstand der Sonntagsmaler und seines Zeichens selbst Kumpfmühler, klargestellte, hätte es ohne Wartner wohl gar keine Ausstellung gegeben. Er hatte den Sonntagsmalern den Vorschlag unterbreitet, sich durch künstlerische Arbeiten an der Jubiläumsfeier des Stadtteils zu beteiligen. Ein Vorschlag, den die Regensburger Sonntagsmaler nur zu gerne angenommen haben. Und so bereiteten sie sich mit fotografischen Streifzügen durch den Stadtteil auf ihre kreative Arbeit vor. Innerhalb von nur wenigen Monaten wurden die zuvor eingefangenen Perspektiven Kumpfmühls dann auf die Leinwand gebracht.

Hannelore Wimmer, ebenfalls im Vorstand der Sonntagsmaler, hat dabei vor allem die Neugierde beflügelt. Da sie selbst aus Regenstauf stammt, waren ihr die vielen schönen Ecken, die Kumpfmühl zu bieten hat, noch gar nicht bekannt. So war es ihr möglich noch einmal ganz neue Seiten an Regensburg zu entdecken. Auch Kammerl hielt fest, dass Kumpfmühl ganz zu Unrecht verkannt wird, und sich nur selten Touristen aus der Altstadt hierher verirren. Umso schöner sei es aber, die lauschigen Plätzchen Kumpfmühls mithilfe der Bilder in die Öffentlichkeit zu tragen.

Die Besucher waren von den originellen Ansichten von Kallmünz sehr angetan.  Foto: Hannah Mages
Die Besucher waren von den originellen Ansichten von Kallmünz sehr angetan. Foto: Hannah Mages

Unter den Gästen der Vernissage war auch die ehemalige Oberbürgermeisterin Christa Meier, Stadträtin Bernadette Dechant und Stadtrat Christian Janele ein. Janele fasziniert an Kumpfmühl vor allem, dass sich der Stadtteil seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat, und dennoch mit modernen Architekturelementen aufwarten kann. Ganz begeistert zeigte er sich von den Bildern des Künstlers Georg Hahn, die ihn an Wimmelbilder aus seiner Kindheit erinnern. Hahn ist 70 Jahre alt und gebürtiger Königswiesener. Für seine Ausstellungsstücke hat er sich von einem Bildband über Kumpfmühl inspirieren lassen. Der ehemalige Filmemacher und Comiczeichner hat bereits mit zwölf Jahren begonnen zu malen, damals allerdings Landschaften. Da ihm die aber zu wenig Leben enthielten, hat er kurzerhand sein Können aus der Comiczeichnerei in seine Bilder einfließen lassen. Und so tummelt sich auf seinen Kumpfmühler Ansichten eine ganze Schar von Figuren, die den Bildern quirliges Leben einhauchen und zum Schmunzeln einladen.

Die Musikschule untermalte die Vernissage im Bürgerheim.  Foto: Hannah Mages
Die Musikschule untermalte die Vernissage im Bürgerheim. Foto: Hannah Mages

Neben den lebensfrohen Bildern Hahns sorgen auch die anderen Werke der Sonntagsmaler für Staunen und Beifall. Einer Besucherin haben es vor allem die Bilder der Ganghofersiedlung angetan. Gerade die schmucken weißen Häuschen, die aufgereiht nebeneinanderstehen, erinnern sie an ihre Heimat in Schlesien.

Kumpfmühler Geschichte

  • Anfänge:

    Das Gebiet tritt bereits im Jahr 90 n. Chr. in die Geschichte ein, als römische Soldaten hier in einem Kastell stationiert wurden. Straßennamen wie „An der Römerschanze“ erinnern noch heute an die antike Vergangenheit.

  • Napoleon:

    Auch in der neueren Geschichtsschreibung tritt Kumpfmühl auf den Plan. So wurde der Stadtteil unter der Besatzung Napoleons schwer in Mitleidenschaft gezogen. Knapp ein Jahrzehnt später wurde Kumpfmühl dann aber schon eingemeindet und Teil der Stadt Regensburg.

Die Ausstellung, an der 23 KünstlerInnen mit 52 Werken teilnehmen, ist noch bis 9. Mai im Bürgerheim Kumpfmühl zu sehen.

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