mz_logo

Regensburg
Sonntag, 15. Juli 2018 30° 4

Jubiläum

Ein Fest für Regensburger Bergretter

Die Bergwacht Regensburg feierte ihr 90-jähriges Bestehen in der RT-Halle. Langjährige Mitglieder wurden dabei geehrt.
Von Miriam Wulf

Robert Heilig und Gerd Pfannenstiel überreichen Dr. Heinrich Körber die Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft. Fotos: Wulf
Robert Heilig und Gerd Pfannenstiel überreichen Dr. Heinrich Körber die Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft. Fotos: Wulf

Regensburg.Am Samstagmittag versammelten sich Freunde, Sponsoren und Mitglieder der Bergwacht Regensburg in der RT-Halle am Oberen Wöhrd, um 90-jähriges Jubiläum zu feiern. Bereitschaftsleiter Gerd Pfannenstiel begrüßte nach einem Sektempfang die Gäste und bedankte sich für das Erscheinen und die jahrelange gute Zusammenarbeit. Pfannenstiel, der seit 2017 die Bergwacht Regensburg leitet, ist Teil des momentanen Generationswechsels der Organisation. Anschließend begrüßte auch die Stadträtin Katja Vogel die Gäste, ebenso der stellvertretende Landrat Johann Dechant. Aus eigenen Erfahrungen berichtete dann Dr. Heinrich Körber, der erste Vorstand des BRK Kreisverbandes Regensburg, der im weiteren Verlauf der Veranstaltung noch für fünfzig Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band „Gredbeng Musi“.

Zahlreiche Gäste gratulieren

„Die erste Bergwacht Deutschlands wurde 1912 in Sachsen gegründet, 1920 dann die erste bayerische Bergwacht. Damals waren die Bergwacht-Mitglieder vor allem aus den Städten und kontrollierten Münchner Blumenläden auf Edelweiß,“ so Körber. Die seltenen, unter Artenschutz stehenden Pflanzen galten als ein beliebtes Mitbringsel für Urlauber aus den Bergen. Die Bergwacht stehe nicht nur für Sicherheit und Rettung, sondern auch für Artenschutz und Erhaltung der Natur. Die ersten Bergwachten entstanden damals in den Städten und fuhren an den Wochenenden mit den Städtern in die Skigebiete. Gab es Verletzte, konnten diese von den Helfern direkt im Zug nach Hause begleitet und überwacht werden. „Städter konnten damals eher Ski fahren, die Bauern vom Land sahen den Winter eher als Feind an,“ sagte Körber. Wo früher nur Männer für die Sicherheit am Berg sorgten, sind seit 1992 auch Frauen vertreten. Momentan besteht die Regensburger Bergwacht aus 21 aktiven Mitglieder, zehn Anwärtern und fünfzehn inaktiven Mitgliedern. Die Anwärterzahlen steigen, die Ausbildung ist beliebt.

Einsatz in Schönhofen

„Man fragt sich vielleicht, wofür es in Regensburg eine Bergwacht braucht, weil es so wenig Berge gibt,“ sagte Pfannenstiel in seiner Rede. Die hauptsächlichen Einsatzgebiete der Regensburger Bergwacht sind vor allem der Große Arber im Bayerischen Wald und die Regionen rund um Regensburg. Der sehr schön gelegene Klettergarten Schönhofen bietet eine Vielzahl an Touren im mittleren Bereich. Schönhofen ist bayernweit bekann wegen seines Angebots an längeren, mittelschweren Klettertouren.

Dabei unterstützen die Regensburger unter anderem auch die Bergwacht Zwiesel und im Sommer auch die Bergwacht Kelheim in den Klettergebieten rund ums Altmühltal.
Der Regionalleiter des Abschnitts Bayerwald, Robert Heilig, dankte den hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitgliedern für ihren unermüdlichen und uneigennützigen Dienst. „Um bei der Bergwacht zu sein, muss man bereit sein für Aus-, Fort-, und Weiterbildung“, so Heilig. Dabei seien es besonders die neuen Grenzsportarten, die die Bergwacht immer wieder aufs Neue fordern.

Heilig und Pfannenstiel ehrten dann noch Johann Bauer für 25 Jahre Mitgliedschaft und Rolf Walbrun und Dr. Heinrich Körber für jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft. Bauer war einige Jahre Ausbilder und ist seit 1996 aktive Einsatzkraft. Zudem war er langjährig Hüttenwart der Kürner Diensthütte. Dr. Körber legte seine Bergwachtprüfung 1969 ab, war Bergwacht- und Bereitschaftsarzt und ist seit 2005 Vorsitzender des BRK KV Regensburg.
Im Anschluss an die Ehrungen folgte das gemeinsame Mittagessen, ehe draußen die Ausstellung eröffnet wurde.

Dort wurden unter anderem das Technikfahrzeug und die Gerätschaften der Bergwacht gezeigt und vorgeführt, es gab eine Kletterwand für Kinder und weitere Ausstellungsstände. Außerdem gab es Gelegenheit, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Die Ausbildung zum Bergwachtmann beziehungsweise -frau dauert zwei bis drei Jahre und passiert ehrenamtlich. Anwärter werden bereits auf Einsätze mitgenommen. Hauptsächlich hilft die Bergwacht bei Ski- oder Mountainbike-Unfällen.
Die Motivation der Mitglieder der Bergwacht ist klar, es geht vor allem um die Hilfsbereitschaft anderer gegenüber. Dabei ist die Bergwacht für viele eine echte Lebenseinstellung, da die Ausbildung und Einsätze zeitintensiv sind und viel Ausdauer, Kraft und Übung erfordern. „Es macht Spaß, ist aber durchaus auch gefährlich.“ sagte Dr. Körber. Er habe aber „keine Befürchtung, dass die Bergwacht auch noch erfolgreich ihr 100. Jubiläum feiern wird.“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht