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Regensburg
Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Gesellschaft

Ein Plädoyer für mehr Fairness

Beim Maiempfang im Alten Rathaus standen die Arbeitnehmer im Zentrum. Der DGB fordert mehr Mitbestimmung.
Von Laura Lindner

Die Bürgermeisterin machte sich für Arbeitnehmerrechte stark.  Foto: Lindner
Die Bürgermeisterin machte sich für Arbeitnehmerrechte stark. Foto: Lindner

Regensburg.Zum traditionellen Maiempfang der Stadt Regensburg begrüßte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Montagabend rund 200 Gäste, darunter Gewerkschaftsvertreter und Mitarbeiter aus dem Personalwesen, im Reichssaal des Alten Rathauses. Maltz-Schwarzfischer betonte in ihrer Rede besonders die Wichtigkeit des Rechts auf Mitbestimmung auf der Seite der Arbeitnehmer.

Dabei blickte die Bürgermeisterin auf eine lange Geschichte dieser Rechte zurück. Bereits im Jahr 1891 trat die erste gesetzliche Regelung von Mitwirkungsrechten in Kraft und somit blicken die Arbeiterschutzgesetze mittlerweile auf eine fast 130 Jahre währende Geschichte zurück.

Als eines der wichtigsten Instrumente der Mitbestimmung nannte Maltz-Schwarzfischer den Streik: „Er trifft das Räderwerk unserer Gesellschaft ins Mark, wenn in seiner Folge Kinderbetreuungsreinrichtungen geschlossen bleiben, Mülltonnen nicht geleert werden, Pflegepersonal in Krankenhäusern ausfällt oder der Flugbetrieb zusammenbricht.“

Dabei betonte die Bürgermeisterin, dass jeder Arbeitnehmer ein wichtiges Rädchen unserer Gesellschaft ist, egal welcher Tarifgruppe dieser angehört. Außerdem äußerte Maltz-Schwarzfischer „Verständnis für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die sich in den vergangenen Wochen dem Arbeitskampf angeschlossen haben“. Das Ergebnis sei für alle Seiten akzeptabel.

DGB-Kreisvorsitzender Christian Dietl erinnerte die Gäste außerdem an die bevorstehenden Betriebswahlen. Zu beklagen sei besonders der kontinuierliche Rückgang von Betrieben mit Betriebsräten, erklärte Dietl. „Beim Thema Mitbestimmung muss sich in den Köpfen mancher Arbeitgeber, aber auch und gerade in denen der Arbeitnehmer noch vieles ändern“, sagte der Gewerkschaftssprecher.

Dietl ging darüber hinaus auf das Thema Arbeitszeit ein, das viele Beschäftigte bereits jetzt berührt. Häufig nütze Flexibilität nur dem Arbeitgeber und bedeute für die Arbeitnehmer vor allem Stress und Druck, sagte Dietl. Deshalb wolle er mit dieser Thematik in Tarifauseinandersetzungen und gegenüber der Politik in die Offensive gehen.

Die Teilhabe am wirtschaftlichen Aufschwung sei für die unteren Lohngruppen ein wichtiger Aspekt, sagte die Bürgermeisterin. „In einer Zeit, in der wir quasi von Vollbeschäftigung sprechen können, ist es nur natürlich, dass die Beschäftigten mit Selbstbewusstsein ihre Forderungen stellen.“ Auch die Stadtverwaltung bekomme diese Änderungen zu spüren.

„Die Gewinnung von qualifiziertem Personal ist nicht mehr so einfach wie noch vor zehn Jahren“, erklärte Maltz-Schwarzfischer den Gästen im Reichssaal. Viele der Beschäftigen in ganz Deutschland arbeiten laut Dietl in einem Hamsterrad und stehen unter hohem Leistungsdruck. Deshalb mahnte die Bürgermeisterin trotz vieler Erfolge: „Es gibt immer noch viel zu tun!“

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