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Eine besondere Liebe auf der Dult

Vor acht Jahren lernten sich Andrea und Mario auf der Wiesn kennen. Sie haben als Bierzeltkellner ihr Glück gefunden.
Von Curd Wunderlich

Ein besonderes Paar: Dultkellner Andrea und Mario Keding Foto: mcw, Keding
Ein besonderes Paar: Dultkellner Andrea und Mario Keding Foto: mcw, Keding

Regensburg.Dass die Dultkellner Andrea und Mario Keding sich 2010 über den Weg laufen, ist purer Zufall. Schicksal vielleicht, für alle, die daran glauben. Die gelernte Krankenschwester Andrea arbeitet damals schon seit 13 Jahren hauptberuflich als Bierzeltbedienung. Mario jobbt seit 2005 in seinem Urlaub zusätzlich nebenher als Kellner auf der Münchner Wiesn. Vor knapp acht Jahren landen sie schließlich beide in der „Wildstuben“. Zweieinhalb Wochen harte Arbeit warten dort auf sie. Doch dabei allein bleibt‘s nicht.

„Ich habe sie gesehen und es hat gleich gefunkt“, erinnert sich Mario, der am Dienstag seinen 49. Geburtstag feiert. Bei Andrea dauerte es zwei, drei Tage – dann war der Funke übergesprungen. „Er war so ein Schnösel“, sagt sie, wirft ihrem Mario einen verschmitzten Blick zu und lacht. Das Ehepaar sitzt während des Gesprächs mit der Mittelbayerischen ganz entspannt im Hahnzelt auf der Dult in der Stammbox. Die schmeißen sie gemeinsam seit 2011, nicht nur in Regensburg. Es ist kurz nach vier, kurz vor der Stoßzeit am Abend. Tanja Haas, die seit drei Jahren auf der Dult im Team von Andrea und Mario ist, kümmert sich um die Gäste, während das glückliche Paar seine Geschichte erzählt.

Versprechen wahr gemacht

Heute sind die Kedings seit über vier Jahren verheiratet. Als sie sich im September 2010 kennenlernen, stecken sie in zwei ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Sie ist Single und das Volksfestleben samt ständigem Reisen von Festwiese zu Festwiese seit 1997 gewohnt. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und arbeitet hauptberuflich als Versicherungskaufmann. „Wir haben in dem Moment noch nicht gewusst, was und wie es wird“, sagen sie rückblickend.

Kurz vor Weihnachten reist die heute 50-jährige Andrea damals für sechs Wochen nach Indien. Mario gibt ein Versprechen ab: „Wenn du zurück bist, habe ich alles geregelt.“ Vor allem private Dinge mit seiner heutigen Ex-Frau sind zu klären. Aber noch etwas steht endgültig fest, als Andrea Anfang Februar 2011 nach Deutschland zurückkehrt: Seinen bisherigen Job als Versicherungskaufmann hängt Mario an den Nagel. Wenn die neue Volksfestsaison losgeht, will er mit seiner Andrea gemeinsam von Bierzelt zu Bierzelt reisen, „damit wir immer zusammen sein können“.

Los geht‘s Mitte März mit dem Würzburger Frühlingsfest. „Da habe ich ihn einfach mitgenommen“, erzählt Andrea. Dort bekommen sie 2011 gleich die Stamm- und die Brauereibox zugeteilt, die sie im Hahnzelt auf allen möglichen Volksfesten seitdem immer bedienen.

Die meisten Jahrmärkte, auf denen das Paar seitdem Jahr für Jahr arbeitet, sind in Bayern. „So eine Festkultur wie hier gibt es sonst nirgendwo“, sagt der gebürtige Vogtländer und eingefleischte FC Bayern-Fan Mario. Nur zum Saisonabschluss Ende Oktober zieht es die Kedings einmal im Jahr in den hohen Norden, zum Bremer Freimarkt.

Seit 20 Jahren auf der Dult

Auf der Dult in Regensburg sind sie besonders gerne, egal ob im Frühjahr oder im Herbst. Andrea ist hier im Hahn-Zelt gar seit 20 Jahren durchgehend am Start, feiert heuer quasi ihr ganz persönliches Dult-Jubiläum. Früher sei es ruhiger zugegangen, irgendwie gemütlicher. „Aber heute macht es genausoviel Spaß“, betont Andrea. Man müsse den Gästen heute mehr bieten als damals. Deswegen könne auch den Job als Bierzeltkellner nicht mehr jeder machen: „Die Leute lassen hier oft eine Menge Geld da – dafür dürfen sie dann auch freundliche und professionelle Bedienungen erwarten“, sagt sie. Für Mario machen „die Regensburger ihre Dult aus: Die leben und lieben sie“. Alle Altersklassen kämen hier zusammen und feierten friedlich miteinander.

Nach einem Volksfest wie in Regensburg haben die Kedings meist drei, vier Tage frei, dann geht es weiter, auf den nächsten Festplatz. Während der Saison bedeutet das wenig Schlaf und viel Arbeit. Tauschen wollen beide trotzdem nicht. „Wir haben so liebe Kollegen und können uns unsere Arbeitszeit selbst einteilen“, das sei schon ein Luxus, sagt Andrea. Und Mario ergänzt: „Es macht einfach Spaß, den Leuten einen schönen Abend zu bereiten.“ Das will das Paar denn auch die beiden restlichen Dultabende tun.

Nach der Volksfestsaison: Ab nach Asien

  • Hochzeit:

    Am 26. Februar 2014 läuteten für Andrea und Mario in Thailand am Strand die Hochzeitsglocken.

  • Asien:

    Der Kontinent hat es dem Paar angetan. Jedes Jahr reist es im Winter dorthin.

  • Tauchen:

    Auf der Insel Koh Pha Ngan frönen die Kedings ihrer Leidenschaft, dem Tauchen. Ab nächstem Jahr will Mario als Tauchguide arbeiten. Der langfristige Traum: jedes Jahr sechs bis neun Monate dort leben.

Alles rund um die Dult lesen Sie in unserem MZ-Spezial.

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