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Justiz

Erneute Hausdurchsuchung bei Schaidinger

Der Regensburger Alt-Oberbürgermeister und weitere Beschuldigte der Korruptionsaffäre hatten Besuch von der Polizei.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Hans Schaidinger Foto: Sven Hoppe/dpa
Hans Schaidinger Foto: Sven Hoppe/dpa

Regensburg.Der frühere Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) erhielt in der vergangenen Woche Besuch von der Polizei. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen in der Korruptionsaffäre wurde sein Privatanwesen durchsucht. Die Hintergründe, die zu dem richterlichen Beschluss führten, nannte die Staatsanwaltschaft Regensburg gestern nicht. Sie bestätigte aber, dass noch gegen weitere Beschuldigte Durchsuchungsbeschlüsse vollzogen wurden. „Weitere Einzelheiten zu den konkreten Tatvorwürfen und den Verdachtsmomenten gegen den Beschuldigten Schaidinger und weitere Personen können zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der noch laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt werden“, erklärte Markus Pfaller, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er wollte zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht von einer Ausweitung der Ermittlungen sprechen. Die Hausdurchsuchungen seien „im Gesamtzusammenhang mit den sogenannten auffälligen Parteispenden und den Korruptionsvorwürfen gegen Regensburger Kommunalpolitiker und Unternehmer“ erfolgt.

Erste Durchsuchung schon 2017

Bereits im Januar 2017 gab es eine Hausdurchsuchung beim Alt-OB. Zwei Tage nach der Inhaftierung seines Amtsnachfolgers Joachim Wolbergs am 18. Januar 2017 hatte die Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass sie nun auch ein Verfahren gegen Schaidinger eingeleitet habe. Ihm wird vorgeworfen, noch in seiner Amtszeit den Bauunternehmer Volker Tretzel im Zusammenhang mit der Vergabe des ehemaligen Areals der Nibelungenkaserne unterstützt zu haben. Dafür soll Tretzel Schaidinger im Januar 2014 einen Beratervertrag in seinem Unternehmen mit einem monatlichen Honorar von 20 000 Euro sowie die kostenlose Nutzung seiner Segelyacht mit Skipper für eine Reise in Aussicht gestellt haben. Im Mai – also nach dem Ausscheiden aus dem Amt – soll Schaidinger das Beraterangebot angenommen und im Oktober 2014 den Posten auch angetreten haben. Die Ermittlungen in dieser Sache sind noch nicht abgeschlossen, bestätigte Pfaller.

Packte IZ-Vorstand aus?

Nach Informationen unseres Medienhauses soll der neue Durchsuchungsbeschluss im Zusammenhang mit der Inhaftierung des früheren Vorstandsvorsitzenden des Immobilienzentrums Regensburg (IZ) stehen. Demnach soll Thomas D., der inzwischen aus der Geschäftsführung ausgeschieden ist, unter dem Druck der zweiwöchigen U-Haft umfassende Angaben gemacht haben. Das IZ baute unter anderem das Marina Quartier im Stadtosten. Im April bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass die Verträge im Zusammenhang mit der dort geplanten Tagungs- und Veranstaltungshalle Ermittlungsgegenstand seien. Schaidinger war am Dienstag nicht für eine Nachfrage zu erreichen. (ig)

Am 20. Januar 2017 gab die Staatsanwaltschaft eine Pressemitteilung zu den Ermittlungen gegen Schaidinger heraus. Lesen Sie hier die die Mitteilung im Wortlaut:

Lesen Sie außerdem:

Der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs spricht im MZ-Interview über seine Verhaftung im Januar 2017.

Hier sehen Sie eine Chronologie der Korruptionsaffäre:

Alles zur Korruptionsaffäre lesen Sie in unserem Spezial.

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