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Regensburg
Montag, 23. April 2018 27° 2

Gericht

Falsche Führerscheine flogen auf

Die Fahnder einer Regensburger Spezialeinheit beobachteten die Fälscher schon lange vor dem Zugriff.
Von Marion von Boeselager

Wenn der Führerschein weg ist, schrecken manche auch nicht davor zurück, diesen illegal nachmachen zu lassen. Foto: Oliver Berg/dpa

Regensburg.Wenn der Führerschein auf längere Sicht futsch ist, würden manche Autofahrer so Einiges dafür tun, um wieder in den Besitz einer Fahrlizenz zu kommen. Manche schrecken sogar vor illegalen Machenschaften nicht zurück. Aber hier geht es um falsche rumänische Führerscheine. Sechs dieser Lappen flogen auf, bevor sie ausgeliefert werden konnten.

Die „Marktlücke“ haben seit einigen Jahren Fälscher in osteuropäischen Ländern entdeckt, die die Nachfrage aus der Bundesrepublik durch die Lieferung falscher Dokumente nach Maß decken. Jetzt sollte sich ein 47-jähriger Mann aus der Ukraine wegen Verschaffens falscher amtlicher Ausweise in sechs Fällen vor dem Amtsgericht verantworten.

Lukrative Einnahmequelle

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, sich eine lukrative Einnahmequelle erschlossen zu haben, indem er Bestellungen aus Regensburg und Nürnberg für falsche rumänische Führerscheine entgegennahm, und dann deren Herstellung und Lieferung organisierte.

Der Besteller, ein 30-jähriger Regensburger, der wegen seiner Drogensucht ständig in Geldnot war, übermittelte seinem Hintermann in der Ukraine die Personalien, Fotos und die gewünschte Führerscheinklasse seiner Kunden.

Nach der Produktion der falschen Lappen schickte der Ukrainer diese dann per Kleinbus durch Kuriere auf den Weg nach Deutschland. Auch der Fahrer eines Fernbusses soll in den Transfer involviert gewesen sein. Von den Kunden kassierte der Regensburger laut Staatsanwaltschaft pro Führerschein zwischen 2500 und 3200 Euro.

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Die Fälscher waren vor dem Zugriff längere Zeit von den Fahndern einer Regensburger Spezialeinheit beobachtet worden. Der 30-jährige Regensburger wurde bereits letztes Jahr vor dem Landgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt (unser Medienhaus berichtete).

Der Platz des Ukrainers auf der Anklagebank blieb jedoch leer. Richterin Ursula Schimke-Kinskofer stellte fest, dass der 47-Jährige die übersetzte Anklageschrift und die Ladung auch erhalten habe, aber seiner Verhandlung unentschuldigt fern geblieben sei. Sie regte an, den Prozess in ein Strafbefehls-Verfahren überzuleiten. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft stellte den Antrag, die Geldstrafe auf 300 Tagessätze zu je 25 Euro festzusetzen.

Jetzt Zahlungsaufforderung

So wird demnächst dem Ukrainer eine entsprechende Zahlungsaufforderung ins Haus flattern. Sollte er diese nicht begleichen, wird eine entsprechende Ersatzfreiheitsstrafe verhängt. Das bedeutet, dass der Ukrainer bei einer erneuten Einreise in die Bundesrepublik Deutschland mit seiner Festnahme rechnen muss. (mov)

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