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Regensburg
Montag, 23. April 2018 22° 8

Gleichberechtigung

Frauen-Arbeit wenig geschätzt

Am Equal Pay Day ging es um ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen. Ingrid Asche sprach dazu mit unserem Medienhaus.
Von Angelika Lukesch

Ingrid Asche sprach schon 2016 bei der Auftaktveranstaltung zum Kampagnenstart in Berlin. Foto Inga Haar

Noch immer erhalten Frauen weniger Lohn, obwohl sie dieselbe Arbeit wie Männer verrichten. Wo sind diese Missstände besonders zu finden?

Am auffälligsten sind die Unterschiede in den typischen Frauenberufen wie zum Beispiel der Pflege, der Erziehung, in den Sozialberufen oder auch in der Küche: Ein Koch verdient häufig deutlich mehr als eine Köchin. Aber auch bei den Führungspositionen in vielen Unternehmen liegt der Gender Pay Gap deutlich über dem Durchschnitt von 21 Prozent.

Worauf führen Sie diese Ungleichheit zurück?

Arbeit, von Frauen verrichtet, wird gesellschaftlich weniger wertgeschätzt als jene von Männern. Die sogenannte Care-Arbeit gilt als unproduktiv. Technische Berufe werden indes generell höher bewertet. Die Pflege des Autos scheint mehr wert zu sein als die Erziehung unserer Kinder.

Was müssten Betriebe ändern, damit Frauen nicht nur denselben Lohn erhalten wie Männer, sondern damit Frauen mit ihren Lebensmodellen gleichberechtigt neben Männern Karriere machen können?

Entgeltgleichheit ist für mich der Dreh- und Angelpunkt für Chancengleichheit. Und wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen, damit die Arbeitswelt auch aus der weiblichen Perspektive gestaltet wird. Und Betriebe müssten langsam anerkennen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht das Problem von Frauen ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der alle ihren Teil beitragen.

Die Aktion

  • Ingrid Asche

    ist seit 10 Jahren Projektleiterin „Equal Pay Day“ bei „Business and Professional Women“ (BPW) Regensburg.

  • Heute um 17.30 Uhr

    findet kostenlos im Casino der REWAG, Greflingerstraße 22 eine „Equal Pay Lounge“ mit dem Impro-Theater Chamäleon statt.

Sehen Sie in den letzten zehn Jahren einen Fortschritt in Sachen gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen?

Ich sehe, dass das Thema jetzt nach elf Jahren breite öffentliche Beachtung erfährt. Es gibt eine ausführliche Debatten über die Ursachen und es gibt erste politische Ansätze zur Lösung des Problems – zum Beispiel das Entgelt-Transparenz Gesetz, das sowohl einen individuellen Auskunftsanspruch auf die Vergleichbarkeit des Gehaltes vorsieht, als auch die Dokumentationspflicht der Unternehmen über ihre Entgeltstrukturen. Und auch darüber, wie sie das Recht auf gleiche Bezahlung von Männern und Frauen umsetzen.

Was fordern Sie von den Regensburger Unternehmen, um die Gleichstellung von Mann und Frau in allen Berufs- und Karrierebereichen zu realisieren?

Transparenz über die Gehaltsstrukturen und zwar freiwillig, konsequente Förderung von Frauen in Führungspositionen mit dem Ziel einer 50 Prozent Quote, gezielte Förderung von Väterzeit, familienbewusste Personalpolitik mit familienfreundlichen Arbeitszeit-Modellen für Frauen und Männer.

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